Alfa Romeo News - der Artikel
Alfa Romeo Mito 1.4 TB

Die guten alten Alfas erfreuten sich in Ländern außerhalb Italiens keiner besonderen Popularität. Man bemängelte ständig die Verarbeitungsqualität, die trägen Motoren und die vielen Defekte, die den Weg zur Werkstatt alle paar Wochen unumgänglich machten. Am Anfang des 21. Jahrhunderts passierte aber die lang erwartete Wende. Verbessert wurde alles – vom Design bis hin zur Motorisierung, die sich jetzt leistungsstärker und moderner präsentierte. Eines der Flaggschiffe des Unternehmens mit dem markanten Emblem ist zweifelsohne der Mito, der jetzt optimiert wurde. Das Meiste hat sich natürlich unter der Haube getan, was viele unvergessliche Momente auf der Autobahn verspricht. Doch auch die Preiszahlen wurden entsprechend korrigiert – nichts mit billigem Spaß möchte Alfa Romeo seinen Kunden anbieten.

Das Exterieur
Die Statistik zeigt eindeutig, dass das Durchschnittsalter der Mito-Kunden bei 37 Jahren liegt. Im Vergleich zu anderen Modellen im weltweiten Automobilkatalog ist das blutjung. Diese Tatsache gibt klare Signale: Der Hersteller aus Turin weiß, wie man junge Leute anspricht. Das merkt man sofort am Außendesign des Mito. Die italienischen Meister haben sich hierfür besonders angestrengt. Ohne viele unnötige Komponenten besitzt das Modell ein markantes Gesicht, das nur schwer zu verwechseln ist. Mich erinnert es an eine Mischung zwischen Ferrari und Audi – dem Ferrari gehört die Front, die hintere Partie hat etwas von Audi. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und überrascht mit einer phantastischen Kombination aus Extravaganz und Nostalgie.

Das Interieur
Hier verstecken sich die meisten Macken des kleinen Italieners. Allen voran sollten die Sitze erwähnt werden. Hart, klein und unbequem – nein, positive Adjektive lassen sich für diese Entwicklungen nicht finden. Die Designer der Sitze haben entweder keine Ahnung, wie man im kleinen Raum Komfort schafft oder sie haben eine besondere Herausforderung für die Gesamtmuskulatur des Fahrers und der weiteren Insassen konzipiert. Bei diesem Exterieur erwartet man eigentlich viel mehr von dem Interieur, was die Enttäuschung leider umso größer macht. Unbeliebte Hartplastik macht sich hier also doch bemerkbar, und das, obwohl der Salon eigentlich wertvoll wirkt.

Der Motor
Das ist tatsächlich der Höhepunkt des neuen Modells. Mit dem neuen Mito präsentiert der Fiat-Konzern das Multiair-System – eine Erfindung, die als Panacea gegen alle Probleme der Automobilindustrie ankämpfen soll. Sergio Cravero, der Alfa-Romeo-Chef, ist sichtlich stolz auf diese Entdeckung: „Multi Air stellt für Benzinmotoren einen ähnlichen technologischen Sprung dar, wie der Commonrail-Diesel, als er im Alfa 156 eingeführt wurde.“ Dabei handelt es sich um eine sehr aufwendige Technik – die Last des Motors wird durch das neue System nicht mehr über das Drosselklappenventil gesteuert, sondern direkt durch die Ansaugventile. Die kürzeren Wege führen zu einer effizienteren Verbrennung im Teillastbetrieb. Als Folge schluckt der Mito deutlich weniger und zeigt sich stärker denn je zuvor. Die große Frage ist natürlich, wie sich diese ganzen Neuerungen am Fahrverhalten auswirken. Und die Antwort ist kurz: Phantastisch. Vor allem der stärkste Benziner mit 170 PS zeigt sich drehfreudig mit einer spontanen Reaktion und sehr dynamisch, fast sportlich. Der Mito zeigt eine spektakuläre Performance auf schmalen Städtestraßen sowie auf der Autobahn.

Fazit
Bei einem Grundpreis von 20.950 Euro gibt es am Mito noch einiges zu machen. Vor allem der Komfort muss erheblich verbessert werden. Alles andere ist den italienischen Meistern gut gelungen. Das neue Multi-Air-System ist eine brillante Entwicklung, die das Automobil zu einer absoluten Fahrbestie macht.