München, den 12. September (autaro) Diesmal dachten wir, wir werden einfach Spaß haben und mit einer Ikone unter den Sportwagen zumindest für eine Weile unterwegs sein. Eine Ikone ist die Corvette auf jeden Fall. Gefeiert in Filmen und Werbe-Spots, der starke Amerikaner ist inzwischen zum Inbegriff der wilden Sportlichkeit und des extravaganten, zukunftsweisenden Designs geworden. Gleichzeitig sind alle Modelle von Corvette höchst umstritten, vor allem in Europa. Auf dem Alten Kontinent hat der Sportwagen sowohl treue Fans, die auf die Qualitäten des Amerikaners schwören, als auch überzeugte Gegner, die ihn wohl nie von ihrer schwarzen Liste streichen werden. Wir sind unvoreingenommen und schauen uns den ZR1 an.
Ein Modell für die US-Kundschaft
Angesprochen sollen sich mit dieser Version vor allem die US-Kunden fühlen. So einen Eindruck hinterlässt zumindest das Außendesign. Die neue Corvette wirkt wie aus einem Guss – ein Charakterzug, den die Amis zu schätzen wissen. Typische Corvette-Akzente fehlen hier nicht – so sind alle Linien geschmeidig und dezent, keine rechteckigen Elemente fallen ins Auge und die Aerodynamik ist hervorragend. Viele Karbon-Teile – darunter das Dach, die vorderen Kotflügel, die Motorhaube und die kleine Spoilerlippe – geben ein klares Signal: Die Corvette ist moderner geworden, ohne ihre klassischen Wurzeln zu verleugnen
Müdes Interieur
Etwas belanglos erscheint dagegen das Fahrzeuginnere. Auffällig sind unter anderem die äußerst unbequemen Sitze, an denen noch gearbeitet werden muss, wenn die Corvette die europäischen Konkurrenten schlagen will. Liebe Corvette-Ingenieure, vergesst nicht, dass Eure Kunden immer auf besten Stühlen und exklusiven Möbeln sitzen! Etwas Komfort ist deshalb auf jeden Fall notwendig! Auch das Armaturenbrett zeigt sich müde und ohne irgendwelche Highlights – Phantasie war allerdings nie eine starke Seite der amerikanischen Designer.
Ready to fly!
Die negativen Seiten der neuen Corvette konzentrieren sich allerdings ausschließlich im Interieur. Unter der Haube erwartet uns ein mächtiges Spektakel – ein ausgereifter Sport-Motor, der die Fans der hohen Geschwindigkeiten auf Anhieb begeistern wird. 6,2 Liter Hubraum, 476 kW/ 647 PS sowie acht Brennräume mit Kompressoraufladung – das liest sich fast wie ein Märchen. So eine Maschine zu fahren ist ein unvergessliches Gefühl. Im oberen Drehzahlbereich fragt man sich, wie das Auto immer noch am Boden bleibt. Doch die Corvette bleibt auf dem Boden und zwar immer stabil. Etwas straff ist das Kurvenverhalten, was auch typisch für US-Fahrzeuge ist. Alles andere ist aber perfekt und unvergessliches Abenteuer. In nur 3,6 Sekunden erreicht das amerikanische Geschoss Tempo 100 und erst bei 330 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Die richtigen Vorzüge der neuen Corvette kann man in diesem Sinne nicht auf der Autobahn neben einem BMW oder Mercedes zur Schau stellen, sondern ausschließlich auf dem Nürburgring, wo sich der wilde US-Sportler zu Hause fühlt.
Das Beste zum Schluss!
Die große Frage, die hängen bleibt, ist, wieviel dieser ganze Spaß kostet. Hier muss man sich auf Schock-Preise gar nicht vorbereiten: Die neue Corvette ist ab 135.990 Euro zu haben und wird somit zu einem der leistungsstärksten und günstigsten Sportwagen weltweit. Für 2009 hat der Hersteller nur 50 Einheiten für Europa vorgesehen, 2010 sollen aber deutlich mehr dazu kommen. (autaro)