München, den 18. März (autaro) Irgendwie ist in Japan derzeit der Wurm drin: galten japanische Fabrikate bis vor kurzem noch als besonders Zuverlässig und wenig anfällig für Pannen, hat sich dieses Bild im letzten halben Jahr dramatisch geändert. Zuerst verzockte Branchen-Primus Toyota durch Probleme mit defekten Gaspedalen und störanfälligen Bremssystemen das Vertrauen der Käufer, dann war der zweitgrößte japanische Hersteller, Honda, an der Reihe: allein in diesem Jahr mussten knapp eine Million Honda zurück in die Werkstätten, teils wegen gravierender Mängel. So konnte es bei gut der Hälfte der betroffenen Modelle zu gefährlichen Kurzschlüssen der elektrischen Fensterheber kommen. In anderen Fällen bargen herumfliegende Teile beim Auslösen der Airbags sogar Lebensgefahr für die Insassen.
Nun ruft Honda rund 412.000 Fahrzeuge der Modelle Odyssey und Element zurück, die allerdings nicht in Europa angeboten werden, sondern vornehmlich in den USA. Bei diesen Modellen kann sich im Bramssystem Luft ansammeln, sodass unter Umständen deutlich höhere Pedalwiderstände, insbesondere bei Vollbremsungen zu überwinden sind. In den meisten Fällen komme es allerdings schleichend zu diesen Veränderungen, sodass die Kunden in aller Regel nicht von diesem negativen Effekt überrascht würden. Der Image-Verlust, gerade in den USA und damit auf dem für Japan wichtigsten Auto-Exportmarkt, ist immens. Zwar steht Honda, gemeinsam mit Nissan und anderen nationalen Konkurrenten, nicht dermaßen unter medialem Beschuss wie Toyota. Der fatale Imageverlust Toyotas hängt allerdings auch hauptsächlich mit dem verfehlten Krisenmanagement der Konzernspitze zusammen – sie hatte nach dem internen Bekanntwerden der Probleme nicht gehandelt, sondern die Situation großflächig versucht zu vertuschen. (autaro)