KIA News - der Artikel
KIA Sportage

München, den 6. April (autaro) Wer KIA für einen kleinen Hersteller hält, der den großen Haien des Automobilgeschäfts wohl kaum Sorgen jedweder Art bereiten kann, der hat seine Rechnung ohne den Wirt gemacht. KIA ist seit Jahrzehnten eine feste Größe auf dem international europäischen und eigentlich weltweiten Markt. Die Marke verlässt sich auf eine kauflustige Kundschaft, die auch in Zeiten großer Branchenkrisen und Finanzdesaster der koreanischen Automobilwelt treu bleibt. Das Geheimnis von KIA liegt in einem unschlagbaren Preisleistungsverhältnis – ausgereifte und hoch qualitative Technologie gepaart mit einem durchaus erschwinglichen Preis. Vor etwa vier Jahren wagte der Hersteller einen entscheidenden Schritt in Richtung Erweiterung der Modellpalette. Wie es für KIA typisch ist, verzichtete der Hersteller auf große Werbekampagnen bei der Erstvorstellung seines zweiten SUVs und setzte hingegen auf eine üppige Sonderausstattung, starke Motorisierung und eine großzügige Garantieleistung. Die Presse kritisierte den Sportage heftig, doch das Publikum zeigte sich begeistert. Anfang 2009 präsentierte KIA die zweite Version seines erfolgreichen Modells – diesmal aus der Höhe seiner führenden Position im internationalen Automobilgeschäft. Schließlich gehört KIA zu den Top 10 der Automobilhersteller weltweit.

Fangen wir mit den negativen Seiten an…
Dass Ästhetik in Asien etwas ganz anderes bedeutet als in den sonstigen Teilen des Globus, ist keine Neuheit. Langeweile strömt in den Flüssen aus überteuerten Limousinen, ob in Japan oder Korea. Und gerade als man dachte, das Maximum an Phantasiemangel sei bereits erreicht, präsentierten auch die Chinesen ihre Entwicklungen, die unerwartet neue Dimensionen im Bereich des langweiligen Designs entdeckt haben. Der KIA Sportage knüpft leider an diese Tradition an – zumindest teilweise. Am aktuellen Modell hat sich äußerlich fast nichts gegenüber dem Vorgänger geändert, und das ist bereits eine Aussage für sich. Zwischen 2005 und 2009 ist in der Automobilwelt designsmäßig sehr viel passiert. Der Sportage zeigt sich davon größtenteils unberührt. Die neuen Radhäuser, die modifizierten Stoßfänger und die modernen Leichtmetallfelgen reichen nicht aus, um diesem Design das Prädikat innovativ zu verleihen.

Der Sportage – ein Wagen zum Fahren
Dann nimmt man aber Platz im Innenraum und hier eröffnen sich völlig neue Perspektiven. Der Passagiersalon scheint dynamischer und komfortabler als beim Vorgänger zu sein. Hartplastik dominiert zwar immer noch die Landschaft, vermittelt aber dank neuer Verarbeitungstechnologie ein edles Gefühl. Erstaunlich ist, wie sehr zwei Getränkehalter die Innenraumatmosphäre beeinflussen können. Diese sind in der gleichwohl neu aufgestylten Mittelkonsole integriert und nehmen lobenswerterweise auch handelsübliche 0,7-Liter Flaschen auf. So können Pilot und Co-Pilot ein echtes Luxus-Feeling erleben.
Die Sportage-Show endet jedoch nicht an dieser Stelle. Denn in der Mittelkonsole findet man die serienmäßige CD-Anlage mit ganzen sechs Lautsprechern sowie AUX- und USB-Anschlüssen. Auf einmal macht sich eine ganze Reihe kleiner Details bemerkbar, die für ein äußerst angenehmes Gefühl im Cockpit sorgt. Dazu gehören das bequeme Lenkrad, die großzügige Beinauflage und die geräumigen Platzverhältnisse. Hier gibt der neue Sportage ein klares Signal – der Kunde bekommt viel Qualität für wenig Geld.

Der Motor brummt
Überraschend klein ist die Motorpalette, mit der der neue Sportage an den Start geht. Die Leistung der zwei verfügbaren Benzin-Motoren liegt zwischen 140 und 175 PS, bei einem Hubraum von 2,0, bzw. 2,7 Liter. Dazu gibt es einen Diesel-Motor, der auch 140 PS auf der Straße bringt. Doch aufgepasst: 140 ist nicht gleich 140, und der Fahrer des Sportage muss auf Autobahn-Spaß nicht verzichten. Dank des hoch effizienten Sechs-Gang-Getriebes entfaltet das Aggregat seine Kraft mehr als überzeugend. Darüber hinaus zeigt es sich extrem sparsam – 7,1 Liter auf 100 Km sind im Endeffekt Peanuts im Segment der Pkw-Riesen. Die Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h erreicht der Koreaner ohne sichtbare Probleme und sogar in den höheren Drehzahlbereichen bleibt das Aggregat im Innenraum kaum wahrnehmbar.

Fazit
Bei 18.990 € liegt der Startpreis für den neuen Sportage, der bereits bei allen KIA-Händlern verfügbar ist. Der Preis scheint auch der größte Vorteil des neuen koreanischen SUVs zu sein, das übrigens in Slowenien gebaut wird. Für das Geld bekommt man eine durchaus beeindruckende Motortechnik, eine üppige Sonderausstattung und umweltfreundliche Abgaswerte, die sich künftig auszahlen werden. Wird das dem verwöhnten europäischen Kunden ausreichen? Mit Sicherheit – das Automobil stellt eine ausgeklügelte Balance zwischen Modernität und bewährter Praxis dar, was gerade in Zeiten großer Krisen ein Schlüssel zum Erfolg ist.