Unsere Sympathien für Lada können wir nur sehr schwer verbergen. Alles an diesem traditionsreichen russischen Hersteller bringt ein kleines östliches Mysterium mit sich. Das Werk, in dem die Lada-Diamanten hergestellt werden, heißt zum Beispiel Volga Avtomobil Zavod. Das erste erfolgreiche Modell des Herstellers heißt Shiguli, das zweite Niva und das dritte Samara – es schient so, als ob die Symphonie für die Ohren nie zu Ende gehen würde. Lange Zeit regierte Lada in Europa, allerdings nur in dem Teil, der östlich von Österreich und Italien liegt. Und ”regieren“ ist hier wörtlich zu nehmen. Die Straßen von Belgrad, Bukarest, Sofia, Kiew und Moskau waren etwa 30 Jahre Flüsse, in denen nur Lada geschwommen ist. Das Bild ist noch beeindruckender, wenn man es live erleben kann.
Diese Zeiten sind aber längst vorbei. Nach der Wende sollte Lada lange Zeit ums Überleben kämpfen. Weder die Qualität, noch das Design oder der Verbrauch konnten sich gegen die westlichen Konkurrenten behaupten. Die ehemaligen Besitzer von Ladas trennten sich mit einer großen Freude von ihren alten, lauten und robusten Karossen, und ließen sich vom westlichen Luxus verwöhnen. Doch Russland blieb und bleibt bis heute das Kaisertum von Lada. Die Hälfte der Automobile, die hier gefahren werden, sind nämlich Lada.
Seit einigen Jahren versucht der russische Hersteller seinen Durchbruch im Westen zu manifestieren. Eine neu gegründete Vertretung in Deutschland soll den Anfang für den langsamen Aufstieg von Lada machen. Der Kampf wird auf jeden Fall hart sein. Vor allem deswegen, weil man mit modernen Bewertungsmaßstäben an die russischen Prachtexemplare nicht herangehen darf. Der Käufer muss auf jegliche Fahrassistenzen und Sicherheitsausstattungen verzichten, doch auf Fahrspaß und richtiges Power-Feeling – nicht. Ein weiterer Pluspunkt ist der Preis – die Ladas sind mit Abstand die billigsten Automobile in ihren Segmenten.