München, den 14. Februar (autaro) Es scheint, also ob der Erfolg der Hybrid-Technologie nur von kurzer Dauer war. Inzwischen steht vor allem die reine Elektrobatterie im Fokus der großen Automobilhersteller und sorgt für das Aufrechterhalten des Publikumsinteresses. Wenn es aber eine Marke gibt, die ihre Hybrid-Modelle immer noch recht gut verkauft und die sich mit dieser Technologie vor allem einen Namen gemacht hat, dann ist es die Toyota-Luxustochter Lexus. Lexus ist das Synonym des Hybrid-Motors par excellence. Während die Geschwister aus Frankreich, den USA und Deutschland doch sehr wenig und vor allem wenig Erfolgreiches aus der Kombination Kraftstoff-Strom machen konnten, bewiesen die Japaner mit Lexus, dass im Hybrid-Motor sehr viel Potenzial steckt, das nur noch richtig präsentiert, entwickelt und vermarktet werden muss. Aus diesem Grund ist unser aktuelles Öko-Auto des Monats eines der aufregendsten Modelle im Lexus-Produktkatalog – das SUV mit der Bezeichnung RX450h.
Erstmal das Negative
Ein SUV als Hybrid-Modell anzubieten, ist an sich eine grandiose Idee. Immerhin sind die großen Brüder der Mittelklassenlimousine bekanntlich durstige Spritschlucker, weshalb sich ihre Besitzer über jeden ersparten Tropfen Treibstoff freuen. Vielleicht haben sich die Lexus-Ingenieure gerade aufgrund des Erfolgsmodells nicht gerade aufopferungsvoll um eben dasselbe gekümmert. Denn Defizite finden sich in nahezu in allen Bereichen. In Sachen Innenraumkomfort etwa – überraschenderweise in jenem Bereich also, in dem die sonstigen Modelle des Herstellers wirklich punkten können. Allen voran soll das etwas merkwürdige Bildschirmmenü erwähnt werden. Dieses wird über eine Computer-Maus, wie die eines heimischen PCs bedient. Das Bediengefühl ist dabei etwas verwirrend – der Wagen ist schließlich kein Arbeitsplatz. Die Handhabung ist absolut unpraktisch und unbequem. Ein großer Stolz von Lexus ist die Klimaanlage, die serienmäßig angeboten wird. Doch auch diese entpuppt sich nicht unbedingt als Geniestreich. Ihre Bedienung bedarf einer langweiligen Einarbeitungsphase.
Während über diese Minus-Punkte noch recht leicht hinweggesehen werden kann, sieht es mit den Fahreigenschaften etwas anders aus. Vor allem ist der Kraftstoffmotor im höheren Drehzahlbereich sehr laut. Das stört und schafft ein sehr dubioses Gefühl. Auch die Federung lässt zu wünschen übrig, vor allem angesichts der vielen Federungs-Meisterwerke, die die Toyota-Werke bereits verlassen haben.
Und das Positive
Doch es gibt auch Positives, und zwar reichlich. Natürlich fangen wir mit der aufwendigen und sehr umweltfreundlichen Hybrid-Technologie an. Insgesamt zwei Elektrobatterien kümmern sich darum, dass der RX450h weniger als alle anderen SUVs auf dem Markt schluckt. Neben dem Elektromotor auf der Vorderachse gibt es auch einen zweiten, der einen unabhängigen 50 kW-Hinterradantrieb darstellt. Die zweite Batterie kommt nur dann zum Einsatz, wenn es dem Japaner an Traktion mangelt. 6,3 Liter Benzin schluckt der Lexus im Durchschnitt auf 100 Km; ein Wert, der durch und durch begeistert. Doch hier muss man aufpassen – der Durchschnittswert ist durchaus nur eine Orientierungsgröße. Bei normalem Fahrtempo auf der Autobahn gibt sich das Modell mit nicht weniger als zehn Litern Sprit auf 100 Km zufrieden. Und das ist leider etwas zu viel – eigentlich mehr als ein Standard-Renault-Koleos zum Beispiel.
Der Objektivität halber müssen wir auch einige Charakteristiken des Innenraums erwähnen. So sind zum Beispiel die Sitze äußerst komfortabel. Die Materialien im Fahrzeuginneren wirken luxuriös und perfekt verarbeitet. Außerdem scheint die Ausstattung weit vom spartanischen Niveau entfernt zu sein.
Fazit
Alles in allem ist der RX450h ein automobiles Meisterwerk, das man allerdings mit Vorsicht genießen sollte. Bedauerlich hat er weniger als Standard-SUVs zu bieten. In den nächsten Generationen soll vor allem der Spritverbrauch im normalen Fahrmodus drastisch gesenkt werden. Wenn die Japaner ihre Entwicklung als Öko-Auto verkaufen wollen, sollten sie ausgerechnet diesen Aspekt stärker betonen. Ansonsten passt an dem Modell alles und Fahrspaß auf der Autobahn ist garantiert. Nicht unwichtig ist auch die Tatsache, dass der RX450h sehr gut aussieht, besser als fast alle anderen japanischen Automobile. (autaro)