München, den 30. März (autaro) Dass die Japaner die absolute Hegemonie über Hybrid-Fahrzeuge weltweit besitzen, ist eine wohl bekannte Tatsache. Toyota hat die komplizierte Technik vor etwa drei Jahrzehnten eingeführt, etabliert und vor allem zu ihrem Erfolg verholen. Der größte Automobilhersteller der Welt gilt immer noch als Spezialist in Sachen Kombi-Antriebstechnologie, Sparsamkeit und Elektro-Motor. Um diese Position weiterhin zu stärken, gründete Toyota die Luxusmarke Lexus, deren Automobile in einer bewundernswert kurzen Zeit für positive Furore gesorgt haben. In Deutschland gilt Lexus immer noch als eine Art Legende – von Mysterien umhüllt, von Träumen begleitet. In den USA sind die Fahrzeuge mit dem stillvollen L-Emblem hingegen absolute Bestseller; und das aus gutem Grund. Auf den ersten Blick bietet keine andere Marke ein vergleichbares Preis-Leistungsverhältnis – so viel Qualität und Exklusivität für relativ wenig Geld. Auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon zieht Lexus wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Der neue RX450h sorgt für verträumte Blicke und panische Kalkulationen der eigenen Budgetreserven.
Bahnbrechend konservativ
Der Lexus RX450h überrascht auf jeden Fall schon beim ersten Anblick. Sensationell ist hier nichts – ausgenommen sind hierbei die Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger. Auf den zweiten Blick fallen kleine Details auf – der RX450h ist größer geworden. Da muss man aber ein sehr gut trainiertes Auge haben, um den Unterschied von zehn Millimetern in der Länge und 40 Millimetern in der Breite zu bemerken. Der Radstand ist um 20 Millimeter gewachsen, was aber kaum mehr Komfort für die Insassen schafft, sondern lediglich etwas mehr Stabilität. Der RX450h wird als ein Crossover-Fahrzeug verkauft. Die genaue Definition des Begriffs ist immer noch unklar, doch ein Zwischending zwischen SUV und Limousine biete sich als eine plausible Erklärung an. Diese Symbiose ist am neuen Modell deutlich erkennbar – die flache Nase stammt definitiv von einer Limousine, das geräumige Hinterteil erinnert an die großen Toyota-Modelle. Etwas zwischen Fisch und Katze, würden manche Autokritiker meinen. Doch die Lexus-Ingenieure sind durchaus smarter. Die zwei Stile harmonieren perfekt im neuen Modell, sorgen für ein eindrucksvolles und überaus modernes Design.
KOMFORT schreibt man GROSS
Bei Lexus sind Komfort und Luxus die dominierenden Prinzipien. Auch im neuen Modell wird man königliches Feeling nicht missen. Die Sitze sind mit Abstand die komfortabelsten in dieser Klasse, das Leder, das den Salon beherrscht, ist aus bester Qualität und schafft eine durchaus edle Atmosphäre. Auch die vielen Ablagen, das HiFi- und das GPS-System sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Das Armaturenbrett ist übersichtlich und geschmackvoll stilisiert. Ein provokanter Touch ist der Drück-Dreh-Knopf, mit dem man den Cursor auf dem Bildschirm bewegt. Die Ähnlichkeit zu Audi und BMW ist dabei unübersehbar.
Fest der Highlights
Der Höhepunkt im RX450h-Programm ist aber zweifelsohne der Motor. Dieser vereint alle Vorzüge der modernen automobilen Technologie und setzt auch einige zukunftsweisende Akzente. Das Modell ist eines der ersten Vollhybride weltweit. Was bedeutet das? Ein Vollhybrid macht sowohl kombiniertes Fahren mit Elektro- und Verbrennungsmotor als auch die rein elektrische Fahrt möglich. Der Verbrennungsmotor ist ein robuster Langstreckenläufer. Aus dem 3,5-Liter Hubraum bietet er 183 kW/249 PS an. Gleich zwei Elektroaggregate gibt es im neuen Crossover. Das erste ist eine phantastische Entwicklung, die den Traum von völlig elektrischen Autos durchaus realer macht. Es leistet 123 kW/ 167 PS und kann bei einem moderaten Tempo und beim Anfahren die komplette Antriebsarbeit übernehmen. Der zweite Elektromotor ist nur als eine Unterstützung gedacht. Er leistet 50 kW/68 PS und springt bei hohen Geschwindigkeiten oder bei fehlendem Grip der Vorderräder ein.
Der Überblick
Die aufwendige und durchaus revolutionäre Motortechnik macht den Spritverbrauch unglaublich niedrig. Nur 6,5 Liter Super schluckt der edle Japaner auf 100 Kilometer. Somit hat er literweise die deutschen Konkurrenten überholt. Der CO2-Ausstoß beträgt 154g/km, was auch mit Abstand den niedrigsten Wert in dieser Klasse darstellt. Das Beste am RX450h ist aber der Preis – für lediglich 53.000 Euro ist der Crossover zu haben. Das macht die Rechnungen des Familienbudgets deutlich leichter – für so wenig Geld ist so viel Luxus fast ein Geschenk. (autaro)