Mercedes-Benz News - der Artikel
Vier Sitze, acht Zylinder: das Mercedes E 500 Cabriolet

München, den 26. April (autaro) Der Sommer steht vor der Tür und damit die wohl schönste Jahreszeit – zumindest für Freunde des offenen Fahrens. Lust auf Open Air macht seit diesem Jahr die offene Version der Mercedes E-Klasse, allen voran natürlich das E 500 Cabriolet mit acht Zylindern, knapp 5,5 Litern Hubraum und 388 PS. In Kombination mit der serienmäßigen, siebenstufigen Automatik und 530 Newtonmeter maximalem Drehmoment darf sich der Fahrer auf bulligen Durchzug und sattes V8-Wummern freuen. Dabei ergeben die 388 PS eine Literleistung von 71 PS, die mit den 1765 Kilogramm Leergewicht des Viersitzers leichtes Spiel haben. Allein der Durchschnittsverbrauch, den die Schwaben mit 11 Litern pro 100 Kilometer angeben, scheint wie immer ein wenig optimistisch. Um es gleich vorweg zu nehmen: im Test kam der 500er selten unter 13 Liter, bei entsprechend vorsichtiger Fahrweise.

Komfort ist Trumpf, aber der 500er kann auch anders

Erfahrungsgemäß gehören die Fahrer eines E 500 Cabrio eher zu den zurückhaltenden Genießern, denn in das Lager der Pistenräuber. Im CD-Player landet eher eine Verdi-Oper, als „Highway To Hell“ und die linke Spur wird in der Regel eher zum Überholen aufgesucht, als dauerhaft zum Revier erklärt. Das bedeutet aber nicht, dass die E-Klasse nicht auch anders könnte. Serienmäßig hat das Topmodell das Fahrdynamik-Paket an Bord, für das Käufer der kleineren Motoren extra berappen müssen. Damit lässt sich die Kennlinie der Dämpfer und vor allem der Automatik auf Knopfdruck verschärfen, wodurch der Achtzylinder spürbar schneller auf Gaspedal-Befehle reagiert. Außerdem lassen sich nun die Gänge per Schaltpaddel sortieren und der Motor zeigt eine überraschende Drehfreude. An die Tatsache, dass ein Mercedes brutal bis in den roten Bereich des Drehzahlmessers jagt, muss man sich zunächst gewöhnen. Souverän erreicht der V8 nach nur 5,3 Sekunden die Tempo-100-Marke, das Erreichen der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 Sachen macht sich als leichter Ruck bemerkbar, als habe man die Bremse gestreift.

Selbst bei Tempo 100 herrscht Ruhe

Besonders beeindruckend ist hingegen die Ruhe, die bei geöffnetem Verdeck und ruhiger Gangart im Inneren herrscht. Dank des Aircap-Systems treten kaum Verwirbelungen auf, was folgendermaßen funktioniert: per Knopfdruck surrt ein kleiner Spoiler aus dem Rahmen der Windschutzscheibe, der den Luftstrom sanft über die Köpfen der Insassen hinweg auf das Fahrzeugheck zu leitet. In Verbindung mit dem Airscarf genannten Heizungssystem, das bei geöffnetem Verdeck warme Luft auf Kopf und Schultern der Passagiere bläst, lässt sich so theoretisch auch in der kalten Jahreszeit offen fahren.

Nahezu perfekt: das Stoffverdeck

Doch auch geschlossen macht das E-Klasse Cabrio eine gute Figur. Das Stoffverdeck öffnet und schließt bis Tempo 40 innerhalb von 20 Sekunden und hüllt die Insassen selbst bei höherem Tempo und widriger Witterung in eine angenehm behütete Atmosphäre. Die Zeiten, als Cabrios mehr oder weniger reine Saisonfahrzeuge waren, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. Zum Verbindlichen Charakter der Geräuschdämmung passen das komfortable Fahrwerk sowie die überraschend geräumige zweite Sitzreihe. Vier Personen können ermüdungsfrei auch längere Strecken hinter sich bringen.

Qualität hat ihren Preis

Dass es einen Mercedes nicht beim Discounter gibt, wissen wir bereits. Der Preis für das E 500 Cabriolet liegt mit 71.519 Euro allerdings deutlich über dem, was Otto Normalverbraucher so für das offene Verfügung einzuplanen vermag – 71.519 Euro werden wenigstens für den 500er fällig. Da liegt der Griff zu einer günstigeren Motorisierung nahe, den E 200 CGI BlueEFFICIENCY gibt es für 45.815 Euro mit ebenfalls akzeptablen Fahrleistungen und deutlich kleinerem Durchschnittsverbrauch. (autaro)