Alles begann 1933, als die Nihon Sangyo Ltd. und die Tobata Imono Co. gemeinsam die Jidosha-Seizo Ltd. gründeten. Beide Hersteller konnten damals auf eine mittlerweile 20-jährige Geschichte im Automobilbau zurückblicken, als sie in das neue Unternehmen fusionierten.
Ab dem Jahr der Fusion entwickelt sich der neue Konzern mit raschem Tempo. 1934 wird die Nihon Sangyo Co. alleinige Inhaberin der Firma und benennt sie in Nissan Motor Co. Ltd um (eine Kurzform des Namens NihonSangyo). Dahinter steckt auch eine klare Logik: Auf Japanisch bedeutet ”Nihon Sangyo“ ”Japan Industrie“ und bereits im Jahr 1934 besteht der Konzern aus 200 kleineren Firmen.
Die neuen Automobile sollten allerdings unter einem anderen Namen vermarktet werden – Datsun. Die Produkte der Firma trugen diesen bis 1981, als es beschlossen wurde, Unternehmen und Produkten den einheitlichen Namen ”Nissan“ zu geben.
1935 rollt der erste Datsun Kompaktwagen vom Band der Fabrik in Yokohama und gibt somit den Startschuss für die Produktion von Nissan Pkws, Lkws und Bussen für den Massenmarkt. Noch im selben Jahr wird sogar ein Großraumfahrzeug vorgestellt – der erste in Japan gebaute Van. Dieser kann bei Bedarf von sieben auf zehn Plätze hochgerüstet werden und sein 3,7-Liter-Sechszylindermotor leistet für die damalige Zeit sensationelle 85 PS.
Der Erfolg der Datsun-Produkte ist so groß, dass die Produktion bis 1941 auf 200.000 Automobile pro Jahr steigt. Sogar der Krieg kann den Aufschwung des Unternehmens nicht aufhalten und die Produktion der Datsun Pkws wird 1947 sofort wieder aufgenommen.
Die aus der Herstellung von Militärfahrzeugen gewonnene Erfahrung bündelt Nissan in einem Off-Roader, dem Patrol, der 1951 auf dem japanischen Markt erscheint. Das Allradfahrzeug wird von einem 6-Zylinder-Motor angetrieben und mit 85 PS übertrifft es sogar die amerikanischen Modelle, die zu dieser Zeit den Markt dominieren.
1957 findet auch die erste internationale Präsentation der Datsun-Autmobile statt. Zwei Pkws und ein Pick-Up werden bei dem Autosalon in Los Angeles vorgestellt und verwandeln sich schnell in Presse- und Publikumslieblinge. Die benötigte internationale Aufmerksamkeit verschafft sich die Marke endgültig als im selben Jahr ein Datsun 210 den Mobilgas Round Australia gewinnt. Kurz danach, im Jahr 1960, wird auch die Nissan Motor Corporation USA in Kalifornien gegründet. Die Marke etabliert sich schnell auf dem amerikanischen Markt und kann sogar bald mit den großen Herstellern wie Chrysler, Jeep oder Ford konkurrieren. Und als im Jahr 1966 das Unternehmen mit dem Pkw-Hersteller ”Prince Motors Company“ fusioniert, wird Nissan zum größten Automobilbauer Japans.
Das erste Modell, das nach der Fusion entwickelt wird, ist der legendäre ”Nissan Prince Royal“ - die teuerste Luxuslimousine, die in Japan jemals hergestellt wurde. Von dem Wagen werden nur 20 Exemplare gebaut und das erste erhält natürlich Kaiser Hirohito.
In den 70ern ist die Entwicklung von Nissan stark vom technischen Fortschritt geprägt. Bereits der 1967 vorgestellte Datsun R 380 bricht sieben Geschwindigkeits-Weltrekorde auf dem Fuji Speedway.
1969 feiert man den fünfmillionsten Nissan/Datsun und den einmillionsten Exportwagen. 1969 gilt auch als Geburtsjahr des Sportwagens Datsun 240Z, der in den zwanzig Jahren von 1969 bis 1989 zum meist gebauten Sportwagen der Welt wird. Mit seinem 2,4-Liter-Reihensechszylinder leistet der 240 Z 150 PS und bietet so die Leistung eines Porsche, allerdings zum halben Preis.
Großes Ziel des Unternehmens in den 80ern und 90ern ist die internationale Expansion. In diesen Jahren eröffnet Nissan Werke und Repräsentanzstellen auf allen Kontinenten der Welt: 1980 wird Nissan Motor Iberica in Spanien, sowie die Nissan Motor Manufacturing Corporation in Smyrna, Tennessee. Es folgen die Nissan Motor Manufacturing (UK) Ltd. in Sunderland, Großbritannien 1984 und die Nissan Europe NV in Amsterdam 1989. 1992 nimmt schließlich die Nissan Design Europe GmbH in Gerestried bei München ihre Geschäftstätigkeit auf.
Mittlerweile zählt Nissan zu den größten Automobilherstellern der Welt. Das 1983 vorgestellte neue Modell von Nissan Patrol dominiert den Markt in den USA und Australien. Der Wagen wird ausschließlich in dem neusten Werk der Firma in Barcelona, Spanien gebaut und anschließend nach Australien, Asien und in die USA exportiert.
1999 kommt es zu einem wichtigen Schritt in der Entwicklung des Unternehmens, als eine Vereinbarung mit dem französischen Hersteller Renault unterzeichnet wird. Durch die Vereinbarung entsteht die weltweit viert größte Automobilgruppe der Welt mit einem jährlichen Output von fast fünf Millionen produzierten Fahrzeugen und einer Gesamtanzahl von 265.000 Mitarbeitern.
Die Fusion schafft es aber trotzdem nicht, das Unternehmen aus der tiefen Finanzkrise zu retten, in der das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt aufgrund langjähriger unprofitabler Investitionen steckt. Am 18. Oktober 1999 nach einer dramatischen Sitzung mit den Vorstandsmitgliedern kündigt der Nissan-Präsident Carlos Ghosn den so genannten ”Nissan Revival Plan“ an. Nur drei Jahre später überrascht Ghosn die Finanzexperten mit der Mitteilung, dass die Ziele des Revival Plans schon ein Jahr früher als geplant erreicht worden sind. Für das Geschäftsjahr 2002 verzeichnet das Unternehmen einen Rekord Betriebsgewinn von 6,25 Mrd. Euro und eine Umsatzrendite von 11,1 %.
Unter den japanischen Herstellern belegt Nissan derzeit Rang drei in der deutschen Zulassungsstatistik. 27.330 Verkäufe bedeuten 1,6 Prozent Marktanteil für das erste Halbjahr 2006. Dank des Modells Navara sieht aber die Statistik im Segment der Pick-Ups ganz anders aus. Hier gehören dem japanischen Hersteller stolze 32% Marktanteil.
Bei diesem Modell stehen zwei Kabinen zur Wahl. Das Modell King Cab mit den geläufigen Türen ist an Gewerbetreibende und Familien gerichtet. Der Double Cab mit vier konventionellen Türen bietet hingegen genügend Raum auf längere Reisen. Die Technik der beiden Versionen wahrt die DNA des Lasters. Ein solider Leiterrahmen trägt Karosserie und Ladefläche.
Der Navara wird grundsätzlich mit Diesel-Motor angeboten, kann aber auf Wunsch auch mit einem Benziner ausgerüstet werden. Der Diesel-Machomotor hat vier große Töpfe und 2,5-Liter Hubraum. Aus diesem üppigen Volumen kommen 174 PS und 403 Nm. Passend zu der überzeugenden Leistung gestaltet sich das Sechsgang-Schaltergetriebe; eine Fünfgang-Automatik wird nur für den Double Cab angeboten.
Das jüngste Kind des Unternehmens ist der Qashqai, der pünktlich zum Silvester 2006 der Presse vorgestellt wurde. Mit ihm entdeckt Nissan eine ganz neue Art Fahrzeugtyp: das kompakte, coupeartig geformte Freizeitmobil mit SUV-Charakter. Der Qashqai ist mit seinen 4,3-Meter Länge durchaus kompakt. Das Cockpit ist ergonomisch günstig um den Fahrer herum gebaut, die Materialien sind hochwertig und bei der Verarbeitung wurde auf höchste Qualität Wert gelegt. Sehr praktisch konzipiert sind auch die Multifunktionsleisten am Lenkrad, vor allem der Schiebetaster für den Tempomaten. Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist großzügig, doch insbesondere mit dem Kofferraumvolumen von 410 Liter sticht der Japaner die meisten Kompaktwagen aus. Die Motorenpalette ist übersichtlich: Zwei Diesel und zwei Benziner sollen ab dem 24. Februar erhältlich sein. Das Leistungsspektrum reicht von 78 kW/ 105 PS bis 110 kW/ 150 PS.
Das neue Modell ist in den drei klassischen Nissan-Ausstattungslinien ”Visia“, Accenta“ und ”Tekna“ zu haben, wobei schon die Basis-Version das höchste Sicherheitsniveau mit ESP, Front- und Seitenairbags sowie Bremsassistenten und aktiven Kopfstützen erreicht. Bei dem kleinsten Diesel-Motor liegt der Durchschnittsverbrauch bei 6,7 Liter pro 100 km.