München, den 19. März (autaro) Wie bereits seit längerem geplant, haben Renault und Nissan in Indien ein gigantisches neues Werk eröffnet. Am neuen Standort Chennai an der indischen Ostküste soll im Mai die Produktion starten, jährlich ist eine Kapazität von bis zu 400.000 Einheiten möglich. Dadurch entstehen gut 1.500 neue Jobs, die Errichtung der Fabrik hat Firmenangaben zufolge 45 Milliarden Rupien, also umgerechnet rund 720 Millionen Euro gekostet. Zunächst soll im Indischen Werk vornehmlich der Nissan Micra gebaut und in über 100 Länder exportiert werden. Folgen werden ab nächstem Jahr die Modelle Renault Fluence und Renault Koleos.
“Das Werk markiert eine entscheidende Etappe für die Allianz Renault-Nissan in Indien”, bemerkte der Vorstandschef Ghosn in seiner Eröffnungsrede am 17. März. Wie auch andere Hersteller haben Nissan und Renault das gewaltige Potential des indischen Automarktes erkannt, der das größte Wachstum direkt nach China verzeichnet. So soll in den nächsten vier Jahren auch sukzessive das Händlernetz ausgebaut werden, sodass dann alle Modelle der Palette auch in Indien verfügbar sein werden. Freilich hat die hohe Attraktivität Indiens für international tätige Automobilkonzerne auch einen weiteren Grund: im Durchschnitt verdient ein indischer Arbeiter nochmals weniger, als es bereits eine vergleichbare Arbeitskraft in Indien tun würde (Zahlen sind wegen der schnellen Schwankungen und großer regionaler Unterschiede kaum verlässlich zu bekommen). Das Geschäft würde sich also auch noch deutlich rechnen, wenn ein Großteil der Fahrzeuge für den Export bestimmt wäre. (autaro)