München, den 30. Mai (autaro) In Deutschland ist der Nissan Micra seit seiner Markteinführung im Jahre 1983 (Damals noch unter dem Namen Datsun Micra) zum echten Verkaufsschlager geworden. Einfache aber robuste Technik und im Vergleich zur Konkurrenz niedrige Preise sind in dieser Klasse eben ein Argument. Mit der Zeit gewöhnten sich die Deutschen an die ausgesprochen niedliche Optik, das aktuelle Modell geriet geradezu verspielt. Nun steht wieder ein Modellwechsel auf der Agenda, der tiefschürfende Änderungen mit sich bringt.
Der Neue kommt aus Thailand
Dank eines üppigen Subventionsprogramms wurde die Produktion des Nissan Micra nach Thailand verlegt. Neuerdings fördert das Königreich nämlich Hersteller, die in Thailand nach europäischen Umwelt- und Sicherheitsstandards Autos herstellen lassen. Die Regierung legt außerdem noch einen obendrauf und erlässt Käufern des neuen Micra nahezu die komplette Mehrwertsteuer. So vermag es eigentlich kaum zu verwundern, dass sich die Thailänder neuerdings auch für Kleinwagen erwärmen können, wo doch bislang Pickups maßgeblich das Verkehrsbild des Urlaubsparadieses prägen. Knapp 10.000 Vorbestellungen gingen bislang bei Nissan ein.
Äußerlich wirkt der Micra erwachsener
Die Dimensionen des Kleinen wachsen Moderat, in der Länge misst der Nachfolger gute sechs Zentimeter mehr. Das Design wurde dem Trend zu opulenten Lufteinlässen angepasst, der Micra reißt nun auch im Rückspiegel weit das Maul auf. Insgesamt kommt er auch, da deutlich flacher, dynamischer daher, der mäßig verlängerte Radstand kommt in erster den Insassen zugute. Das Interieur hingegen kann nur als einfallslos und billig bezeichnet werden, Hartplastik soweit das Auge reicht und wenig gestalterischer Einfallsreichtum. Da wird es europäische Interessenten freuen, dass bis zur hiesigen Markteinführung noch Hand angelegt wird. Ob sich die Designer und Werkstoffingenieure dabei auf hochwertigere Oberflächen beschränken werden, oder ob ein komplett neues Design zum Einsatz kommen wird, ist bislang allerdings nicht klar. Ein Trost vorweg: die Verarbeitung entspricht dem bisherigen, durchaus ordentlichen Niveau.
Die größten Veränderungen finden unter dem Blech statt
Die mit Abstand größten Veränderungen betreffen Motor und Fahrwerk. Zum Einsatz kommen neue Dreizylinder-Benziner, die dank herabgesetzter Reibung deutlich sparsamer laufen und einen Durchschnittverbrauch von knapp Litern Benzin ermöglichen sollen. Zunächst kommen zwei 1,2-Liter-Aggregate auf den Markt, die Einstiegsversion mit 80 PS, die nächst stärkere offeriert dank Kompressoraufladung immerhin 98 PS. Auf die SO-Emission umgerechnet, ergibt sich für den Kompressor ein Wert von 95 Gramm pro Kilometer – ein durchaus respektabler Wert. Nissan hält diesen für nahezu optimal und verzichtet daher auch im neuen Micra komplett auf einen Diesel. Hieran hat aber auch konsequenter Leichtbau seinen Anteil, der Kleine bringt ein Leergewicht von 945 Kilogramm auf die Waage und gehört damit zu den leichtesten seiner Klasse. Darüber hinaus gefallen die Motoren mit einem unauffälligen und vibrationsarmen Lauf, in der Klasse der Dreizylinder setzen sie Maßstäbe. Beide können übrigens mit einem stufenlosen CVT-Getriebe kombiniert werden, bislang blieb die Automatik der Topmotorisierung vorbehalten.
Sehr agiles Fahrverhalten und zeitgemäße Ausstattung
Nicht zuletzt wegen des geringen Gewichts wetzt der Micra äußerst behände auch um enge Kehren. Zwar geriet das auf fernöstlichen Geschmack getrimmte Fahrwerk für europäische Verhältnisse sehr weich, doch wird es für Europa noch entsprechend angepasst. Hinsichtlich der Sicherheitsausstattung hat Nissan dazugelernt: beide Varianten werden künftig serienmäßig mit ESP ausgerüstet, ABS und eine Entsprechende Anzahl an Airbags gehören ohnehin zum Standard. Darüber hinaus hat der Käufer die Wahl zwischen mehreren pfiffigen Extras, vom Touchscreen-Navi bis zur neuen Parkplatzgrößen-Vermessung. Bei gesetztem Blinker und langsamer Fahrt erfassen Sensoren im Vorbeifahren Parklücken und melden solche von geeigneter Größer dem Fahrer.
Erfolg praktisch garantiert
Dass der Nissan Micra hierzulande eine Feste Größe in seiner Klasse bleiben wird, daran besteht eigentlich kein Zweifel. Voraussetzung dafür ist freilich eine moderate Preisgestaltung, was mit Hinblick auf die Niedrigen Produktionskosten in Thailand allerdings als gewährleistet betrachtet werden kann. (autaro)