
München, den 02. August (autaro) In der vergangenen Woche veröffentlichte Chevrolet die Preise für den Volt, das erste Elektroauto aus dem Hause General Motors (GM) und Schwestermodell des Opel Ampera. Zwar handelt es sich genaugenommen um einen Stromer mit Range Extender, also kein reines Elektroauto. Doch der Preis von umgerechnet 31.500 Euro inklusive achtjähriger Garantie auf die komplette E-Einheit nebst Akkus scheint die Japaner nervös gemacht zu haben. Jedenfalls reagiert Nissan prompt und gibt den Leaf, das erste E-Auto aus dem Hause Nissan (mit Partner Renault), ab sofort zur Bestellung frei. Zunächst gilt das allerdings nur für Portugal und Irland, in Großbritannien kann der Leaf gegen 300 Pfund Anzahlung ab September vorbestellt werden.
Der Grund: in Portugal und Irland hat sich die Regierung bereits auf eine staatliche Förderung von Elektroautos verständigt, die der Käufer praktisch mit einkalkulieren kann. Im Klartext bedeutet dies in Portugal einen Basispreis von 30.240 Euro und in Irland von 29.995 Euro, in Großbritannien werden es umgerechnet 28.800 Euro sein. Man beachte: die Preise inkludieren in jedem Falle die moderne Lithium-Ionen-Akkus, mit denen der Leaf bis zu 160 Kilometer weit kommt. Außerdem ist die Serienausstattung mit Klima, Navi, Einparkhilfe nebst Rückfahr-Kamera und eigentlich allem, was man sonst so bestellen würde, nahezu komplett. Deutsche Kunden müssen leider noch bis Oktober 2011 auf den Leaf warten und kennen noch nicht den Preis. Nissan hofft zwar auf eine Förderung seitens der deutschen Regierung, bislang erteilte diese einer Förderprämie aber nur Absagen. Zwar fördert die Bundesregierung die Elektromobilität mit Millionenbeträgen, doch gehen die Mittel in erster Linie in Forschung und Entwicklung, nicht in Subventionsstrategien diverser Hersteller. Laut Nissan bekundeten in Europa bereits 12.000 Interessenten ihre Kaufabsicht.
Um weitere Kaufanreize zu setzen, listete Nissan noch einmal die laufenden Kosten auf, die durch den Leaf entstehen. Gemessen an den aktuellen Benzinpreisen kommt ein Brite pro 100 Kilometer auf 1,29 Euro, ein Ire auf 1,20 Euro und in Portugal kostet die gleiche Strecke nur 1,05 Euro. Die besagten 160 Kilometer Reichweite reichen für über 90 Prozent der durchschnittlich gefahrenen Strecken völlig aus und die Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern darf, abgesehen von deutschen Autobahnen, ohnehin nirgends ausgefahren werden. Fraglich ist noch, wie reine Elektroautos besteuert werden und wie hoch die Beiträge für Haftpflicht- und Kaskoversicherung (hier geht’s zum allgemeinen Vergleich) ausfallen werden. (autaro)