München, den 10. Juli (autaro) Eigentlich sah es zuletzt so aus, als ginge Opel in die Hände von Magna nebst russischer Investorengruppe. Sollte es so kommen, wird Magna ersten Planungen zufolge rund 10.000 Stellen abbauen, davon rund 3.000 Stellen in Deutschland. Aus internen Kreisen hieß es außerdem, die Verhandlungen seien sehr weit fortgeschritten, Verhandlungsbedarf gebe es lediglich noch in Detailfragen.
Laut einem Bereicht der „Financial Times“ vom 9. Juli hat nun aber die chinesische Beijing Automotive Industry Holding Co. (BAIC) ihr Angebot nachgebessert. Unter Berufung auf die Angebotsunterlagen der Chinesen berichtete die Zeitung, BAIC wolle im Falle einer Übernahme nur rund 7.500 stellen streichen. Außerdem unterrichtete General Motors (GM), der bisherige Opel-Eigner, das Unternehmen sähe das Angebot für 51 Prozent der Opel-Anteile als durchaus interessant an.
Die Sache hat allerdings einen entscheidenden Haken: gleich zu Beginn stellte BAIC fest, dass das Ziel der Übernahme in erster Linie der Erwerb westlicher Technologie sei. “Industrialisierung eines Entwicklungslandes wie China braucht Zugang zu geistigem Eigentum” erklärte BAIC und stellte klar, dass es im Zuge einer Übernahme auch Lizenzen für die alternativen Antriebskonzepte aus der GM-Entwicklung verlange. Dass GM sich hiermit einverstanden erklärt und durch den Transfer des teuer erarbeiteten Wissens auch noch die Position des Konkurrenten China stärken wird, halten experten allerdings für wenig wahrscheinlich. (autaro)