München, den 14. Juli (autaro) Der traditionsreiche deutsche Sportwagenbauer Porsche, dessen Vorstandsvorsitzender, Wendeling Wiedeking, sich zuletzt an der geplanten Übernahme Volkswagens verhoben hatte, scheint gerettet. Das Emirat Katar wird sich aller Voraussicht nach mit rund sieben Milliarden Euro durch den Kauf von Stammaktien und Aktienoptionen an der Zuffenhausener Edelschmiede beteiligen. Die Deutsche Presseagentur (dpa) teilte am Montag mit, das Angebot des Emirs sei mit Porsche-Chef Wiedeking „endverhandelt“.
In Sicherheit darf sich Wiedeking indes noch nicht wähnen. Die am 23. Juli anstehende Aufsichtsratssitzung will die Entscheidung erst nach Prüfung des endgültigen Angebotes von Volkswagen fällen. Volkswagen hatte bisher eine Summe der Größenordnung zwischen drei und vier Milliarden Euro für 49,9 Prozent der Porsche-Aktien geboten. Mittlerweile spricht man in Wolfsburg aber von „deutlich über vier Milliarden“, jedenfalls behaupten dies unbestätigte Meldungen aus engsten Kreisen des VW-Vorstandes.
Wiedeking war durch die gescheiterte Übernahme des größten europäischen Autoherstellers, nämlich Volkswagen, in die Schuldenfalle getappt. Der Porsche Holding AG gehören zwar gut 51 Prozent der VW-Aktien und sie besitzt Optionen auf den Kauf weiterer 20 Prozent. Doch hatte Porsche zuletzt dank des Übernahmeversuchs einen Schuldenberg von über 9 Milliarden Euro angehäuft und ist hierdurch gehörig ins Wanken geraten. Unklar ist auch, wie es mit Wendelin Wiedeking weitergehen soll, falls der Deal mit Katar zustande kommt. Der einstige Star unter den deutschen Topmanagern, der Porsche vom insolvenzbedrohten Nischenhersteller in einen der profitabelsten unternehmen überhaupt verwandelte, hat sich in den Augen Vieler durch seinen Großmannssucht diskreditiert. (autaro)