München, den 23. Februar (autaro) Die neue Bescheidenheit beginnt bei Rolls-Royce derzeit mit 253.470 Euro. Dafür bekommt der Kunde den Ghost, also quasi den Rolls-Royce zum Selbstfahren. Während der große Phantom rund um die Welt meist vom Chauffeur bewegt wird, derweil sich die Herrschaft im üppigen Fond räkelt, lockt der kleine Bruder mit geradezu sportlichen Abmessungen: 5,40 Meter in der Länge und ein Radstand von 3,30 Meter sind für einen Rolls nachgerade bescheiden. Und dank des kraftvollen Zwölfzylinders mit 570 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 780 Newtonmetern geht die 2,5-Tonnen-Limousine ganz gut: 4,9 Sekunden vergehen für den Sprint von Null auf Landstraßentempo und die Höchstgeschwindigkeit beträgt standesgemäße 250 Stundenkilometer. Den nach ECE-Norm ermittelten Verbrauch von 13,6 Liter (CO2-Emission von 317 Gramm pro Kilometer) möchte man Rolls-Royce unterdessen nicht so recht abkaufen.
Jedenfalls legt der Ghost die Entwicklung weiterer Derivate seiner selbst nahe. So sind laut Rolls-Royce ein Coupé und eine offene Variante zumindest konzeptionell in der Planung. Außerdem will die BMW-Tochter am Spritverbrauch ihrer Fahrzeuge und damit nicht zuletzt auch an ihrem Image feilen. Wurde bereits die Entwicklung eines Rolls mit Elektromotor erwogen, der dank seiner druckvollen Leistungsentfaltung und seines geräuscharmen Laufes gut zur Marke passen würde, liegt der Fokus derzeit doch eher auf Systemen wie Hybridantrieb, Bremsenergierückgewinnung und Start-Stopp-Anlage. Laut Mitarbeiter Mühlhausen würden diese Systeme allerdings erst wirklich interessant, wenn sie den „Komfort nicht mehr beeinträchtigten.“ Damit ist auch klar, dass der Fortschritt zwar auch vor der englischen Traditionsmarke nicht halt macht. Aber Adel verpflichtet. (autaro)