München, den 06. Juli (autaro) 1937 wurde im schwedischen Linköping die Svenska Aeroplan Aktiebolaget, besser bekannt als Saab, gegründet. Und gilt seither als eine der profiliertesten Automarken der Welt, woran auch die unrühmlichen letzten 15 Jahre unter General Motors (GM) nichts zu ändern vermochten. Schließlich hatte die Geschichte mit der drohenden Pleite ein Happy End, der niederländische Sportwagenhersteller Spyker kaufte das Unternehmen und will die glorreiche Geschichte der Schwedenmarke fortführen.
Doch ist Saab wirklich gut aufgestellt für die Zukunft? Spyker ist kein besonders finanzstarkes Unternehmen und kann nur einen kleinen Teil der in dieser Sparte üblichen Summen in die Entwicklung neuer Fahrzeuge stecken. So sind denn auch die beiden neuen Modelle, die Toplimousine 9-5 und der für nächstes Jahr geplante 9-4 noch reine GM-Entwicklungen. Und in den USA tat man sich bis in den Gipfel der automobilen Krise von 2009 hinein ausgesprochen schwer, den Nerv der Zeit zu treffen. Von innovativer Technik zur Reduktion von Spritverbrauch und CO2-Emission ist nicht viel zu lesen. Immerhin: das schwere SUV 9-4, das gegen Konkurrenten wie Mercedes M und BMW X5 positioniert wird, setzt auf Downsizing. Top-Motor könnte ein 2,0-Bio-Power-Turbo werden, der im Alkohol-Betrieb gute 300 PS leisten wird. Allerdings ist das Thema Bio-Ethanol zumindest in Europa weitestgehend vom Tisch, da es zuviel wertvolle Ackerfläche beansprucht. Saab wird folglich gut beraten sein, zumindest die Dieselsparte weiter auszubauen und möglichst bald eine Alternative mit Hybrid-Antrieb zu entwickeln.
Das alles gilt für das alte Europa. In den USA und Kanada dürften sich SUV mit großhubigen Benzinmotoren weiterhin gut verkaufen, auch wenn dort der Trend zum Sparen und zum Umweltschutz zumindest während der Autokrise 2009 ein großes Thema war. (autaro)