Skoda News - der Artikel
Bescheidenes Großmaul: der Skoda Octavia Scout

München, den 23. November (autaro) Für Konzernmutter Volkswagen war Skoda sicherlich der größte Wurf der vergangenen Jahre. Innerhalb kürzester Zeit mauserte sich der marode Hersteller aus Tschechien zum Kassenschlager mit dem Ruf, Qualität made in Germany zu bieten – zum kleinen Preis. Und das gilt selbst für das automobile Oberhaus, in dem der neue Skoda Superb selbst alten Hasen wie der E-Klasse von Mercedes frech den Fedehandschuh vor die Reifen wirft.

Kein echtes SUV
Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Octavia Scout sich eher als Kombi mit Geländeeigenschaften begreift, denn als trendiges SUV. Trotz angedeutetem Unterfahrschutz beträgt die Bodenfreiheit nur 17,9 Zentimeter, über steile Hügel oder durch tiefes Gelände kommt man damit nicht. Vertraut wirkt auch die breite, weit öffnende Heckklappe, die den Zugang zu einem vergleichsweise großen und ebenen Laderaum freigibt. Hier passt praktisch alles rein, von etlichen Zentnern Zement aus dem Baumarkt bis zum Wochenendeinkauf bei IKEA. Außerdem verträgt der Skoda auch ordentlich Gewicht, satte 577 Kilogramm dürfen zugeladen werden. Ein weiteres Plus sind die dicken, unlackierten Plastikstoßfänger. Sie verleihen dem Skoda nicht nur eine leicht martialische Optik, sondern stecken auch mühelos kleine Parkrempler weg, ohne dass der Tscheche danach direkt in die Werkstatt muss.

Bewährte 4Motion-Technik
Unterhalb der Sichtlinie kommt beim Octavia Scout die bewährte 4Motion-Technik aus dem VW-Regal zum Einsatz. Das System mit elektronisch gesteuerter Haldex-Kupplung verteilt im Extremfall bis zu 85 Prozent der Kraft an die Vorder- oder Hinterachse und kommt dank gezielter Bremseingriffe ohne Differentialsperre aus. Damit ist der Octavia Scout für das Gröbste gerüstet, kann problemlos auch einmal über Feld, Wald und Wiesen gejagt werden und diktiert trotzdem keinen Verzicht auf Komfort oder PKW-übliches Fahrverhalten. Überhaupt wird sein Haupteinsatzort, wie im Falle der meisten SUV auch, ja ohnehin die Straße sein, mit seinem Allradantrieb wird er hauptsächlich im Schnee oder beim ziehen schwerer Hänger auftrumpfen.

Fahrwerk und Motor überzeugen
Den Innenraum kennen wir aus dem herkömmlichen Skoda Octavia – oder von den meisten Volkswagen, wird so manch einer frotzeln. Alles ist sauber verarbeitet und die Auswahl der Materialien geriet für dieses Preissegment besonders hochwertig. Mustergültig ist auch die Bedienung und die Sicherheitsausstattung, die serienmäßig von ABS über ESP bis hin zu einer Fülle von Airbags alles bietet, was der Markt heute hergibt. Und an Komfort-Features bietet die Aufpreisliste ebenfalls fast alles an, was heutzutage Stand der Dinge ist. Die große Stunde allerdings schlägt mit dem Benziner, einer der beiden wählbaren Antriebsvarianten. Während der Zweiliter-TDI mit Common-Rail-Technik und 140 PS Leistung zwar für munteren Vortrieb sorgt und mit einem niedrigen Durchschnittsverbrauch glänzen kann, geht er deutlich vernehmbar und nicht ohne Vibrationen zu Werke. Der kultivierte 1,8-Liter-Vierzylinder mit Benzin-Direkteinspritzung hingegen ist ein Muster an Kultiviertheit. Außerdem stellt er bereits ab 1.500 Touren sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern zur Verfügung, was für souveränen Durchzug in allen Lebenslagen sorgt. Den gut 1,5 Tonnen schweren Skoda beschleunigt das Triebwerk in 8,4 Sekunden von Null auf Tempo 100 und lässt ihn mit etwas Anlauf über 210 Sachen rennen. Dass sich der Motor auch bei hoher Reisegeschwindigkeit akustisch nie in die Vordergrund drängt, freut dabei ebenso wie sein vergleichsweise geringer Durst. 7,8 Liter je 100 Kilometer (das entspricht einer CO2-Emission von 182 Gramm pro km) dürfen für einen Allradler dieses Kalibers als durchaus annehmbar gelten. Rechnet man nun noch die günstige Versicherungseinstufung und die großen Wartungsintervalle mit ein, können die 28.090 Euro Anschaffungspreis für den Skoda Octavia Scout 1.8 TSI beinahe als Schnäppchen aufgefasst werden. Den Diesel bekommt man übrigens gegen einen geringen Zuschlag für 29.490 Euro. (autaro)