Skoda News - der Artikel
Škoda Octavia

München, den 4. Februar (autaro) In Mlada Boleslav kennt man keine Ruhe. Tag und Nacht, an Arbeits- und Feiertagen entwickelt man in der tschechischen Industriestadt neue Konzepte, neue Karosserien, neue Designsvisionen, mit denen der westliche Kunde für die Škoda-Idee gewonnen werden soll. Škoda assoziiert man längst nicht mehr mit den biederen Kreationen, die man massenmäßig in Belgrad, Bukarest oder Sofia zu sehen bekam. Der Hersteller kämpft mehr als erfolgreich auf dem weltweiten Markt und kann sich sogar in Deutschland auf eine treue Kundschaft verlassen. Die Firmenpolitik ist mehr als kristallklar – Technik aus den Lagern des VW-Mutterkonzerns wird zu günstigeren Preisen in etwas umgestylten Limousinen verkauft. Ja klar, das funktioniert. Wenn der Unterschied zwischen einem Passat und einem Octavia aus rund 5.000 Euro besteht, dann sind nur diejenigen von dem Wolfsburger Meisterwerk immer noch angezogen, die in den ersten Klassen im Mathe-Unterricht immer zum Zahnarzt mussten.
Dieser Konzeption bleiben Škoda und VW auch bei der jüngsten Inspiration zum Thema Octavia treu, die mehr als aussagekräftige Technik und einen günstigen Preis anbietet. Neu soll vor allem das Design sein. Im Vergleich zum Vorgänger bleiben der neu gestaltete Kühlergrill, die etwas markanteren Stoßfänger und die muskulöseren Scheinwerfer (übrigens inklusive Tagfahrlicht) in Erinnerung. Das Ergebnis ist auf jeden Fall sehenswert – die einstigen Anlehnungen am Fabia sind weg und jetzt ist eher die Verwandtschaft zum Superb unterstrichen. Wer bahnbrechende Designstudien erwartet, muss einige Tausend Kilometer westlich (oder östlich) gucken – die Tschechen haben hierbei nichts zu bieten. Hier regiert der kühle Konservatismus. Der Škoda-Kunde im Allgemeinen und der Octavia-Kunde im Besonderen ist jedermann, Mitte 30 bis Mitte 40, hat die FAZ abonniert und trennt gewissenhaft Papier von Restmüll. Etwas langweilig, würde man denken, oder einfach vertrauenswürdig – der Octavia hat alles, was man von einer Mittelklasse-Limousine erwarten kann.
… Übrigens inklusive fulminanter Technik mit dem VW-Markenzeichen. Vier Benziner- und zwei Dieselmotoren bilden die Antriebspalette des Octavia. Ein verstecktes Highlight ist mit Sicherheit der 1,4-Liter TSI-Benziner. Stolz trägt dieser Motor das VW-Markenzeichen und wird im neuen Octavia erst dann eingesetzt, wenn er in einigen Modellen der Wolfsburger längst seine Vorzüge unter Beweis gestellt hat. Das Beste an diesem Benziner ist seine einmalige Kombination aus perfekter Laufkultur und Sparsamkeit. Er schluckt genau so viel wie ein Diesel – 6,6 Liter Super, bietet aber die überzeugenden 122 PS. Gegen einen erschwinglichen Aufpreis gibt es das 7-Gang-DSG-Getriebe, mit dem der Motor seine vollen Kräfte entfalten kann. Weniger empfehlenswert ist der 80-PS-Bruder, der offensichtlich zum Schwitzen auf der Autobahn kommt und im oberen Geschwindigkeitsregister eine für VW-Produkte völlig untypische Laufkultur aufweist. Noch dubioser – die Diesel-Motoren, die aus ungeklärten Gründen immer noch die antike Pumpe-Düse-Einspritzung besitzen.
Ein deutlicher Vorteil ist auf jeden Fall der großzügige Laderaum, der zwischen 560 und 1420 Liter anbietet. Das erlaubt eine gewisse Freiheit beim Umzug oder auf der Urlaubsreise. Außerdem wird das Be- und Entladen des Fahrzeugs durch eine Menge Gadgets äußerst leicht gemacht. Auf der Plus-Seite ist auch das stillvoll gestaltete Interieur, in dem Fahrer, Beifahrer und zwei bis drei erwachsene Passagiere bequem Platz finden.
Der Basispreis des neuen Modells wurde bei 14.000 Euro festgelegt. Somit wird die neue Variante des Octavia sehr attraktiv gemacht. Konkurriert wird er nur von den kleineren Limousinen in seinem Segment; die Geschwister aus Wolfsburg sind zumindest im Preis-Leistungsverhältnis längst geschlagen. In Mlada Boleslav arbeitet man doch sehr effizient – Tag und Nacht, um das zuverlässige Image der tschechischen Marke immer wieder aufs Neue im internationalen Raum zu bestätigen. (autaro)