München, den 13. Oktober (autaro) Wo bleibt denn der Tata Nano? Die Automobilrevolution, vor der feste Automobilgrößen zittern mussten, hat Probleme. Nicht wegen mangelndem Interesse seitens der Kundschaft, sondern… naja, es sind ja etwas untypische – genauso wie auch der Preis von 1700 Euro, für den der Nano verkauft werden soll – Probleme.
Die Bauern in der Region, in der Tata die Fabrik für das Billigstmodell aufbauen wollte, haben nach starken Protesten es geschafft, den Autohersteller aus ihrer Region loszuwerden. Der Autoproduzent muss jetzt einen neuen Standort für seine Fabrik finden. Das scheint aber keine leichte Aufgabe zu sein, denn die letzten Proteste machen nun einen zweiten Bundesstaat Indiens für Tata unzugänglich. Vor einer Woche protestierten die Einwohner der östlichen Provinz Westbengalen. In den südlicheren Arealen des Landes ist Tata aber auch nicht willkommen, nachdem die Bauer auch im Staat Andhra Pradesh auf die Straße gingen.
Abgesehen von der interessanten Situation, in der sich jetzt Tata befindet, waren die Proteste äußerst aggressiv und machten den Polizeieinsatz zwingend notwendig. Auch in den weiteren Staaten, die der Hersteller befragt hat, scheint Tata unerwünscht zu sein. Die Spannung zwischen Industrie und Landwirte wächst von Jahr zu Jahr in Indien. Die Bauer wollen ihr wertvolles und fruchtbares Land für Fabriken nicht aufgeben. (autaro)