München, den 22. Oktober (autaro) Ohne Toyota geht im Geschäft mit den Öko-Autos gar nichts. Dieser Ansicht war man zumindest früher, als der führende Hersteller auf dem Weltmarkt das Hybrid-Segment gerade frisch für sich erobert hatte. Heute sieht das etwas anders aus. Der Elektroantrieb scheint die Runde zu machen und große und kleine Hersteller kämpfen verzweifelt darum, als erster Automobilproduzent das perfekte Elektro-Auto auf den Markt zu bringen. Toyota hat immer noch die besten Vorsätze, doch ob dabei eine Goldmedaille zum Greifen nahe ist, scheint mehr als unklar. Ein positives Signal gab es im Rahmen der diesjährigen Detroiter Motor Show, als der Hersteller die Studie FT-EV präsentierte. Es handelt sich um ein Vollelektro-Kleinauto, das als Stadtflitzer ab 2012 serienmäßig produziert werden soll. Auf der diesjährigen Tokyo Motor Show wird der Hersteller eine weitere Entwicklung zum Thema FT-EV präsentieren und dann wird man hoffentlich erkennen, dass das Jahr 2012 durchaus realistisch für den Start des dezenten Elektro-Stadtflitzers ist.
iQ als Basis
Der FT-EV basiert auf dem Kleinstwagen im Toyota-Produktkatalog – dem iQ. Das Außendesign ist mehr als nur inspiriert von dem seit Januar 2009 eingeführten Modell. Doch einige besondere Akzente sind am FT-EV deutlich zu erkennen. So ist unter anderem die Frontschürze neu, die Scheinwerfer und die Rückleuchten sind auch geändert und wirken extravaganter als beim Zwerg-Toyota. Absolutes Highlight sind die neuen Felgen mit Gold-Einlage, die eine besondere Balance zwischen Exklusivität und Zugänglichkeit schaffen. Gold scheint beim FT-EV eine ganz besondere Rolle zu spielen, da das Messe-Exponat in Detroit mit goldenen Sternchen beklebt war. Was das zu bedeuten hat, ist zumindest für die autaro-Redaktion unklar. Kitschig und unpassend für den puristischen japanischen Hersteller ist dieser Versuch auf jeden Fall.
Noch viel Arbeit!
Einige Mysterien bleiben also nach wie vor bestehen. Toyota will noch keine Daten zu der Batterie verraten, die dann als Antriebstechnologie im FT-EV dienen wird. Daher kann man nur schwer Schlussfolgerungen über die Praxistauglichkeit dieser Studie ziehen. Eins weiß man allerdings jetzt schon: mindestens 80 Km wird die Batterie auf jeden Fall aushalten. Das ist weder viel noch wenig und hält sich in solchen Grenzen, wie sie von anderen Elektrostudien, etwa von smart oder Trabant, etabliert wurden. In diesem Sinne ist der FT-EV keine bahnbrechende Entwicklung, sondern viel mehr ein weiterer Schritt zu der erfolgreichen Einführung des Elektroantriebes auf dem Weltmarkt. (autaro)