Toyota News - der Artikel
Toyota iQ - die (un)erwartete Überraschung

München, den 9. Dezember (autaro) Von Toyota könnte eigentlich nichts Schlechtes kommen. Die Produkte der japanischen Nummer eins haben sich inzwischen als Markenzeichen automobiler Qualität, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit rund um den Globus etabliert. Jede Neuvorstellung des Herstellers erwartet man mit einer vorweihnachts-ähnlichen Spannung. Der Grund dafür ist, dass aus der Wundertüte eigentlich immer eine kostbare Überraschung hervorgeht – etwa ein Elektroantrieb, eine revolutionäre Hybrid-Technologie oder eben ein neues Raumkonzept, das allen Konkurrenten Angst einjagt. Als der Mini-Toyota iQ vor zwei Jahren auf der IAA als Konzeptstudie vorgestellt wurde, wusste man bereits, dass es sich um eine weitere japanische Sensation handeln wird. Die erste öffentliche Vorstellung des iQ wurde von einer massiven Werbekampagne umrahmt und dann auf allen Kontinenten vorgestellt. Zwei Jahre danach – kurz vor der offiziellen Einführung auf den Markt – fragt man sich „Ist das alles?“ Nicht, dass der iQ enttäuscht, aber so richtig überraschen tut er auch nicht.
Wie schon angedeutet, handelt es sich beim iQ um einen Mini-Wagen, der in der smart-Klasse kämpfen will. Der Vergleich mit dem deutschen Konkurrenten ist eigentlich unvermeidlich. Die sehr übersichtlichen Proportionen von 2,98 Meter Länge, 1,68 Meter Breite und 1,50 Meter Höhe machen den iQ um nur 30 Zentimeter länger als den smart. Im Innenraum finden sich jedoch – wer hätte das gedacht – ganze vier Sitze. Zwar kann man sich angesichts der bescheidenen Platzverhältnisse so manche Yoga-Stellung vorstellen, mit der sich das Leben im iQ erleichtern ließe – doch nichts desto trotz, auch wenn es sich nicht um keine Liegewiese handelt, bietet das revolutionäre Sitzkonzept zumindest für kürzere Strecken mit etwa drei Insassen ausreichend Spritz-Tour-Comfort.
Revolutionär ist auch der Frontantrieb, der hier zum Einsatz kommt. Bisher war eine solche Kombination – Mini-Wagen und Frontantrieb – einfach undenkbar. Toyota bricht eben mit Klischees. Um dem Frontantrieb Platz zu machen, wurde das Differential samt entsprechend versetztem Gaspedal um zwölf Zentimeter nach vorne verlagert. Diese Maßnahme ist aber längst noch nicht ausreichend. Der iQ besitzt unter anderem auch eine verkürzte Hinterachse, kompakte Servolenkung und einen zwischen den Achsen verlegten Flachtank. Auf einmal wirkt hier alles wie in einem Puppenhaus – sogar die Klimaanlage und das Armaturenbrett oder die Heizung und die Türtafel wirken so, als ob sie von einem Zauberer verkleinert wurde. Wohlgemerkt aber – nur verkleinert, denn an Extras, Leistung und Technikpotenzial mangelt es im iQ bei keinem Teil.
Wie bei Toyota üblich, wird Sicherheit ganz groß geschrieben. Dank der ausgeklügelten Karosserie schafft die Mini-Limousine sämtliche Crash-Tests mit Bravour. Airbags sind dezent, fast überall in der Kabine versteckt und für die gesamte Fläche der Heckscheibe gibt es einen Prallbeutel.
Als nicht unbedingt spektakulär entpuppt sich allerdings die Motorkraft. An den Start gehen gleich zwei Versionen – ein Diesel und ein Benziner. Überraschend schwach ist die Benzin-Variante, wobei schwach hier als Toyota-schwach verstanden werden muss, was immer noch das Beste im internationalen Vergleich bedeutet. 68 PS und 50 kW stehen dem Fahrer hier zur Verfügung. 14,1 Sekunden dauert es bis Tempo 100 erreicht wurde und die Höchstgeschwindigkeit ist schon mit durchschnittlichen 150 km/h erreicht. Spritzig ist wiederum der Diesel mit 66 kW und 90 PS. 170 km/h Höchstgeschwindigkeit hören sich nämlich schon wieder ganz anders an und auch die 10,7 Sekunden bedeuten nun mal Fahrspaß.
Einer der absoluten Vorteile von Toyota ist die Umweltfreundlichkeit der Antriebstechnologie. Diesem Prinzip bleibt die Marke auch im neuen iQ treu. 4,2 Liter schluckt der Benziner und nur 4 Liter der Diesel. Auch anderen Prinzipien bleibt Toyota treu – etwa keine Sensationen in Preisfragen anzubieten. Der iQ ist teurer als die meisten Mitstreiter im smart-Segment. Mindestens 12.700 Euro kostet der Benziner und der Diesel ist erst ab 14.900 Euro zu haben. Obwohl der iQ ein durchaus gelungenes Automobil ist, können wir unsere kleine Enttäuschung nicht verstecken. Irgendwie dachten wir, dass im japanischen smart mehr stecken wird – einige Zaubertricks in punkto Raumdesign und Komfort-Extras zumindest. Doch vielleicht brauchen die Japaner solche Tricks überhaupt nicht. Ihre Meisterwerke sind mit Abstand das Beste, was der Automobilmarkt momentan zu bieten hat und eine solche Qualität verkauft sich immer hervorragend. (autaro)