München, den 15. Juli (autaro) Es ist eine echte Sensation, die uns Toyota, der größte Autohersteller der Welt, da präsentiert: ein elektrisch betriebener Rollstuhl, der sich allein mittels Gedankenkraft steuern lässt. Während die meisten herkömmlichen Rollstühle mittels Joystick dirigiert werden, hat der Toyota-Ingenieur, der die Erfindung vorstellt, seine Hände frei. Eine dünne Kappe aus Kunststoff, die sich der Fahrer über den Kopf streift, ermittelt mit Hilfe vieler kleiner Kontaktelektroden, ob der Fahrer beispielsweise beschleunigen, oder in welche Richtung er lenken will. Lediglich wenn er bremsen möchte, muss er eine seiner Wangen kurz aufblasen, hier „durchschaut“ die Technik noch nicht den bloßen Willen des Fahrers. Ebenfalls bemerkenswert ist, wie schnell die Elektronik die „Befehle“ des Fahrers in Bewegungen umsetzt. Es vergehen gerade einmal 125 Millisekunden vom Gedanken bis zur Reaktion des Rollstuhls – gemessen an den Reaktionszeiten eines menschlichen Bremsfußes eine Marginalie.
Noch lassen sich mit diesem System nur die Grundbefehle umsetzen, die allenfalls zur Steuerung eines Rollstuhls ausreichen. Doch dass diese Technologie, die gestern noch nach Science Fiction klang, in Zukunft auch ihren Weg ins Auto finden wird, darf vermutet werden. Gerade in Bereichen, in denen eine schnelle Reaktionszeit gefragt ist, könnten sich Assistenzsysteme dieser Technik bedienen und die Sicherheit im Straßenverkehr entscheidend verbessern. Im Falle des Rollstuhls gibt Toyota die Zuverlässigkeit, mit der der Wille des Fahrers umgesetzt wird, übrigens mit 95 Prozent an. Überdies ist die Elektronik lernfähig, sie passt sich also den individuellen Feinheiten des Gehirns an und erhöht hierdurch weiter die Zuverlässigkeit. (autaro)