München, den 02. Juni (autaro) In Russland werden andere Maßstäbe an ein Auto angelegt, als wir es aus Europa kennen. Es geht in erster Linie um die Show, Limousinen gelten als besonders chic. Wenn sie dann auch noch einen großen Kofferraum offerieren – umso besser. Daher kommt der russische Automarkt nun in den Genuss einer Stufenheckversion des VW Polo, den Europäern bleibt diese Variante zunächst vorenthalten. Laut Frank Wittemann, Leiter der Marke Volkswagen in Russland, soll der Polo aus Kaluga umgerechnet gut 10.000 Euro kosten, wird also ein echtes Schnäppchen.
Diese Meinung wird man aber auf den zweiten Blick unter Umständen revidieren. Denn in Russland zählt zwar Styling und deutsche Fabrikate genießen ein besonders großes Prestige. ‚Für die deutschen Sicherheitsstandards interessiert sich hingegen kaum ein Russe. So kommt die Polo-Limousine in der Basisversion Trendline mit zwei Airbags daher, das war’s. Weder Seitenairbags noch ABS sind verfügbar, letzteres kommt erst in der nächst höheren Ausstattungslinie, also im Polo Comfortline zum Einsatz. Immerhin haben alle fünf Plätze einen Anschnallgurt und eine Kopfstütze. Die Version Highline ist sicherheitstechnisch dann aber auf europäischem Niveau, Seitenairbag sind ebenso wie ABS und ESP an Bord, dazu natürlich die üblichen Annehmlichkeiten wie Klimaanlage oder diverse elektrische Helferlein.
Außerdem müssen die Käufer einer Polo-Limousine auf die hierzulande selbstverständliche Motorenvielfalt verzichten. Erhältlich ist lediglich ein 1,6-Liter-Benziner mit vier Zylindern und 105 PS. Dieser wird entweder per manuellem Fünfganggetriebe geschaltet, oder über eine Sechsgangautomatik – auch für die modernen und besonders sparsamen Doppelkupplungsgetriebe sieht Volkswagen in Russland wohl nicht den Markt. (autaro)