München, den 04. Juli (autaro) 1995 fegte der erste Sharan aus dem Hause Volkswagen auf den Markt und verkaufte sich seither über 620.000 mal. Direktes Schwestermodell aus dem eigenen Hause war der Seat Alhambra und aus Köln der Ford Galaxy. Die Produktion entstand nämlich aus einer Kooperation zwischen Ford und Volkswagen, die sich allerdings auf die erste Modellgeneration beschränken sollte. Ford löste seinen Galaxy vor vier Jahren ab, während sich VW Zeit ließ und das altgediente Modell mit etlichen Modifikationen bis ins 15. Produktionsjahr weiterbaute. Denn zwischenzeitlich hatte man einen weiteren Kassenschlager auf den Markt gebracht, den VW Touran. Und dieser verkaufte sich seit 2003 bereits über 1,2 Millionen mal, obwohl Experten wetterten, VW habe dieses, eigentlich von Modellen wie Renault Megane Scenic begründete Segment, schlicht verschlafen.
Der Neue bietet Platz im Überfluss
Im August ist es aber nun soweit. Dann kommt die Neuauflage des VW Sharan, mit zwei seitlichen Schiebetüren und typischem VW-Gesicht. In der Länge misst der Neue 4,85 Meter und ist damit dem nur vier Zentimeter längeren Klassenprimus Multivan dicht auf den Versen. Optional kann der Fünfsitzer mit bis zu zwei zusätzlichen Sitzen bestückt werden und bietet dann sieben Personen jede Mange Platz. Mit 1.535 Euro pro Stück ist das zusätzliche Gestühl allerdings kein Sonderangebot. Dafür lassen sich die Fauteuils kinderleicht und mit einem Handgriff im Wagenboden versenken, ebenso die zweite Sitzreihe. Und dann offeriert der Sharan mit 2297 Litern Ladevolumen einen Kofferraum, der Seinesgleichen sucht.
Finish vom Feinsten
Neben dem typischen Familiengesicht, das Walter DeSilva mit dem Golf VI einführte, erhielt der Sharan auch das penible Finish und die feinen Materialien im Innenraum. Hier erinnert nichts mehr an den Vorgänger, sämtliche Oberflächen könnten auch eine Oberklasse-Limousine auskleiden und die Verarbeitungsqualität ist schlicht makellos. Auch an elektronischen Annehmlichkeiten gibt es praktisch nichts, was es nicht gibt. Ab 820 Euro diktiert dem Fahrer eine charmante Frauenstimme die Reiseroute, das große Navi mit Festplatte kostet 2170 Euro – über einen Touchscreen werden beide bedient. Auch ein Parkassistent fährt für 840 Euro mit und parkt bei Bedarf sogar quer zur Fahrtrichtung ein. Indes müssen sich Eltern keine Gedanken um die Sicherheit der Familie machen. Einen Knieairbag gibt es zwar nur für den Fahrer, die restlichen Passagiere sind allerdings ebenfalls durch diverse Luftsäcke abgesichert, ebenso durch die üblichen serienmäßigen Zutaten wie ABS und ESP. Kleinkram verschwindet in tausenden kleiner und größerer Staufächer, die Seitenscheiben der Schiebetüren sind vollversenkbar und der Innenraum lässt sich durch Ledersessel, diverse Edelhölzer oder Aluminium-Applikationen zur gediegenen Lounge einrichten. Freilich kostet alles extra: so wie die elektrisch öffnende und schließende Heckklappe (565 Euro) oder das adaptive DCC-Fahrwerk, das den Sharan auf Knopfdruck vom Sportler in eine komfortable Sänfte verwandelt (1055 Euro).
Der Sharan hat das Fahrverhalten einer Limousine
Dass der Sharan die Achskonstruktion des VW Passat teilt, macht sich derweil durch das komfortable und handliche Fahrverhalten bemerkbar. In keinem anderen VAN dieser Kategorie reist es sich so leise und kommod, kaum ein anderer lässt sich derart präzis auch um enge Kehren zirkeln. Dabei konnte nicht nur das Motorgeräusch sehr effektiv abgeschirmt werden, auch Wind- und Abrollgeräusche treten weit in den Hintergrund zurück.
Erste Wahl: der Diesel mit 140 PS
Wie wir es von Volkswagen kennen, so kommt auch der neue Sharan in den drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline. Den Basismotor stellt ein 150-PS-TSI mit nur 1,4 Litern Hubraum, der mit den 1723 Kilo Leergewicht der Familienkutsche erstaunlich souverän umgeht. Die Motorisierung der Wahl stellte für uns aber der Einstiegsdiesel mit 140 PS Leistung und zwei Litern Hubraum. Dieser bietet in nahezu jeder Lebenslage ausreichend Leistungsreserven und macht den Sharan zu einer zügigen und ausreichend sparsamen Reiselimousine. Wer 2.050 Euro in das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe investiert und sich mit dem Gasfuß zurückhält, kann sich laut VW über einen Durchschnittsverbrauch von 5,5 Liter Diesel je 100 Kilometer freuen. Die Start-Stopp-Automatik ist übrigens serienmäßig. Zudem geht dem Selbstzünder erst bei 194 Stundenkilometern endgültig die Puste aus, bis 170 km/h geht’s absolut mühelos voran.
Der Preis stimmt
Dass der Sharan als echter Vokswagen kein Billigheimer ist, ist auch angesichts der hervorragenden Qualität und des Gesamtpaketes völlig verständlich. 28.875 Euro für die Einstiegsversion mit 150-PS-Benziner sind allerdings ein fairer Preis, zumal der direkte Konkurrent, der Ford Galaxy mit 140-PS-Benziner, erst ab 30.000 Euro in der Liste steht. Für 30.950 Euro bekommt man den von uns getesteten Sharan TDI mit 140 PS Lesitung. Günstige Versicherungs-Einstufung und Knauser-Verbrauch inklusive. (autaro)

VW Sharan

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