München, den 31. Januar (autaro) Die Konkurrenz dürfte aufmerken, bei den neuesten Meldungen aus Wolfsburg: Volkswagen will den neuen Golf VII bereits im November 2012 auf den Markt bringen, also deutlich früher, als bisher angekündigt. Dies berichtet die „Automobilwoche“ und beruft sich dabei auf das nähere Umfeld des VW-Vorstandsvorsitzenden, Martin Winterkorn. Nach nur vier Jahren Bauzeit würde der aktuelle Golf VI damit aufs Altenteil gehen, der an sich topfit ist und nach wie vor fast alle Vergleichstests in dieser Klasse für sich entscheidet. Der Genauigkeit halber sollte aber auch an dieser Stelle nochmals erwähnt werden, dass es sich beim Golf VI u, keine komplette Neuentwicklung, sondern um eine tiefschürfend weiterentwickelte Version des Vorgängers handelt. Damit dürfte ebenfalls klar sein, dass der gerade erst weiterentwickelte VW Passat früher einen Modellwechsel erleben dürfte, als bisher erwartet.
Die Konkurrenten des VW Golf dürfte diese Nachricht ins Schwitzen bringen. Denn der neue Golf, dann in kompletter Neuentwicklung, soll ein Kracher werden. Optisch wesentlich dynamischer und nicht mehr so bieder wie der aktuelle Golf, kommt er größer aber flacher daher. Außerdem bietet der Neue ebenso mehr Platz, nicht nur für die Passagiere, sondern auch für Elektrotechnik nebst Akkus. Bereits 2013 soll dann auch die Elektro-Version unter Namen Golf blue-e-motion aus den Werkshallen rollen, zu einem moderaten Preis und mit praxisgerechter Reichweite. Ebenfalls geplant und im Golf VII erstmals erhältlich: eine Hybridversion, die vermutlich sogar in mehreren Leistungsstufen erhältlich sein wird. Hinsichtlich der konventionellen Verbrennungsmotoren setzt Volkswagen weiterhin verstärkt auf Downsizing, dank mehrerer Aufladungskonzepte werden die Benziner trotz kleinen Hubraums aber nachdrücklich zur Sache gehen. Auch die Diesel sollen nochmals knauseriger mit ihrem Heizöl umgehen, möglicherweise wird es auch Versionen mit weniger als vier Zylindern geben – bereits jetzt röhrt im Polo BlueMotion unter anderem ein Dreizylinder.
Was die Verarbeitungsqualität, die Materialauswahl und das Geräuschniveau im Innenraum angeht, soll der Golf VII ein echter Meilenstein werden. Bereits das aktuelle Modell ist das leistete seiner Klasse, der Neue müsste also für Erstaunen sorgen. Dabei können die Wolfsburger aus dem Vollen schöpfen, der Golf VII wird auf dem neuen „Modularen Querbaukasten“ (MBQ) des VW-Konzerns aufbauen, der die Basis für mehr als ein Duzend neuer Modelle stellt. Darunter der Audi A3, der Skoda Oktavia und der Seat Leon. Die Modelle verwenden also die gleiche Plattform und können sich jede Menge Technik einfach teilen, was eine immense Kostenersparnis bedeutet. Die eingesparten Kosten lassen sich in feiere Materialen und aufwendigere Technik investieren. Auch bei den allseits beliebten Assistenzsystemen will der Golf die Vorreiterrolle übernehmen. Der Preis sollte im Vergleich zum Golf VI kaum steigen, möglicherweise bleibt er sogar gleich. Ansonsten freut der Golf seine Fahrer mit günstigen Schadensfreiheitsklassen, was bares Geld bei der Kfz-Versicherung einpsart – dass soll sich auch in Zukunft nicht ändern. Und schließlich hat ein Golf traditionell den geringsten Wertverlust in seiner Klasse. (autaro)