VW News - der Artikel
Volkswagen Golf VI

Das erste Modell der Golf-Serie kam auf den Markt im Jahr 1974. Die 1er Serie zeichnete sich durch ihre Simplizität aus – robuste Kanten, praktische Dimensionen, vor allem aber auch eine Motorleistung, auf die man sich immer verlassen konnte. Ein Wagen für das Volk. Das Motto der Wolfsburger reiste um die Welt – der Golf ist mit 25.000.000 hergestellten Einheiten unter den drei erfolgreichsten Automodellen der Weltgeschichte. Die aktuelle Serie des Modells trägt die Nummer VI – nur noch ein Beweis für den exzeptionellen Erfolg des Golfs – sechs Generationen, die weltweit die Runde mach(t)en, ohne dabei mit Technikspektakeln und Motorrevolutionen zu überraschen. Einfach so wie er ist, ist er am erfolgreichsten – der Volkswagen Golf.
Inzwischen hat sich aber einiges getan. Das schlichte Design der ersten Serie, die einfache, gar biedere Ausstattung und die eher durchschnittlichen Materialien, die in der ersten Serie zu sehen waren, mussten dem neuen Luxus Platz machen. Beim Golf VI darf sich der Kunde tatsächlich auf einen automobilen Luxus freuen, vor allem im Innenraum. Hier hat sich das meiste getan im Vergleich zu der Vorgängerserie. Der Salon wirkt geräumiger und dieses Wirken ist keine optische Illusion, sondern eine reale Optimierung, die für beispiellosen Komfort, Knie- und Kopffreiheit, sowie für eine ausreichende Übersicht über das Straßengeschehen sorgt. Dieser Salon hat den VW-Manager einiges gekostet. Die äußerlichen Dimensionen haben sich kaum geändert, doch der Innenraum ist um einiges gewachsen. Ingenieurwunder gibt es in der Autoindustrie nicht. Solche Verwandlungen sind immer ein Ergebnis modernster Studien und Materialforschungen, die eine Menge Geld kosten und die den Golf in die Liga der Luxuswagen bringen, fern von der Ursprungsidee, die hinter dem Modell stand.
Der Innenraum ist eindeutig der Höhepunkt der sechsten Generation. Das Versprechen des VW-Chefs für ein neues Qualitäts- und Komfortniveau zeigt sich hier in jedem Detail realisiert. Die Polster-Materialien, die ergonomischen Handschmeichler, die Türtaschen, das Multifunktionslenkrad und vor allem die lackierten, exzellent stilisierten Rundinstrumente zeigen die Ambitionen der VW-Modellmanager – der neue Golf gehört eher zur Oberklasse und dem Luxussegment als in die Mitte seines nach ihm benannten Mittelklassenareals.
Minuspunkte gibt es allerdings für das Außendesign. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich hier – wie bereits angedeutet – nur sehr wenig geändert. Warum das so ist, will niemand erklären. Und das gibt Stoff für Spekulation. Im Online-Raum geistert die Meinung herum, dass sich der 5er Golf sehr schlecht verkauft und dass die VW-Chefs keine Zeit zur gründlichen Überarbeitung der Karosserie, neue Studien und Material-Tests hatten. Wenn das alles stimmt, dann ist die sechste Serie gerade zum falschen Zeitpunkt gekommen, denn der Fünfer verkauft sich in den letzten Monaten sensationell und das neue Modell wird ihm Konkurrenz machen.
So oder so – wir haben einen neuen Golf VI – luxuriöser, größer, ambitionierter. Ein Markenzeichen aller Golf-Modelle ist die ungewohnt breite Palette an Motorisierungen, die mit jeder Neuvorstellung an den Start gehen. Diesmal sind sie sechs – zwei Diesel (110 und 140 PS) und vier Benziner mit einem Leistungsspektrum von 80 bis 160 PS. Dazu kommt im Dezember ein Gas-Golf mit 102 PS, der sich angesichts des niedrigeren Gaspreises einer fulminanten Kundenresonanz erfreuen wird. Über die Qualität der Triebwerke muss man eigentlich nicht reden – alles vom Hause Volkswagen ist erste Sahne. Dämmung, Traktion, Abstimmung der verschiedenen Systeme ist laut ersten Fahrberichten auf einem im weltweiten Vergleich exzellenten, fast unschlagbaren Niveau.
Unschlagbar sind aber auch die Preise – 20.000 Euro kostet der 110PS-Diesel Golf in der Basisausstattung. Die Zubehör-Liste ist aber so verführerisch und bietet einige so wichtige Extras, dass man nur sehr schwer und mit höchster Konzentration der inneren Kräfte bei diesem Basispreis bleiben kann. Kurzer Auszug: Abstandsregeltempomat – 1100 Euro, Außenbordkamera – 350 Euro, Einpark-Automatik – 700 Euro, und vieles mehr. Ist das die neue Mittelklasse, der Standard, an dem sich alles andere anpasst? Das wird sich in Zukunft zeigen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir einen etwas zu schnell vorbereiteten Nachfolger der 5er Serie, der aber einiges an Komfort und Motorleistung zu bieten hat.