VW News - der Artikel
VW Touareg Hybrid

München, den 23. März (autaro) Mit dem Hybrid-Antrieb wollte die Automobilindustrie Geschichte schreiben. Die Verbindung eines Verbrennungsmotors mit einer Elektrobatterie galt eine Zeit lang als die Erfüllung aller großen Herstellerträume – vereint seien hier Liebe und Lenz, Umweltfreundlichkeit und Sparsamkeit, zukunftsweisende Technik und beeindruckende Performance. In so mancher Weltgegend sagt man jedoch, dass jedes Wunder nur fünf Tage dauert. Im Fall des Hybrid-Antriebs erwies sich das Sprichwort als Wahrheit. Und das wiederum ist kein Wunder… Die Welt konzentriert sich inzwischen auf Kleinwagen, die ohnehin viel weniger verbrauchen als Hybrid-Modelle, oder auf Elektroautos, die eigentlich gar nichts verbrauchen. Nun kommen auch die ersten Hybrid-Modelle der deutschen Hersteller in die Gänge. Eine Tatsache, ja fast ein Paradox, das irgendwohin führen soll. Doch wohin genau, das scheinen selbst die Hersteller nicht zu wissen.

Der erste Hybrid-Wagen von VW
Gerade wenn man von Verspätungen spricht, sollte hier der VW-Konzern besonders geehrt werden. Erst nachdem Mercedes und BMW eine Reihe von Hybrid-Modellen auf den Markt gebracht haben, präsentieren auch die Wolfsburger ihre erste Entwicklung auf diesem Gebiet. Auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon wird zum ersten Mal der VW Touareg Hybrid brillieren – ein Ereignis, das durchaus Aufmerksamkeit verdient.

Warum ausgerechnet ein Touareg?
Das neue Hybrid-Modell erscheint zuerst nur als ein Konzeptfahrzeug. Die offizielle Premiere wird erst in einigen Monaten erfolgen, wenn auch die neue Serie des Touareg an der Reihe ist. Konkret bedeutet dies, dass Design und Leistung immer noch streng geheim sind. Doch bereits das Konzeptfahrzeug enthüllt einige wichtige Aspekte.
Dass die Entscheidung der VW-Vorstände ausgerechnet auf den Touareg gefallen ist, ist nicht bloß eine Laune. Hybrid-Modelle gibt es soweit das Auge reicht, doch Hybrid-SUVs sind rar gesät. Deshalb bekommen die Wolfsburger den ersten Plus-Punkt. Dabei darf der Konzeptwagen jedoch nicht bezüglich aller Parameter als Basis für die Beurteilung des neuen Models dienen. Samt Hybridkomponenten wiegt der neue Touareg 2,4 Tonnen, was eindeutig zu viel ist für ein Fahrzeug, das „Sport“ in seinem Namen trägt.

Die Technik
Ein absoluter Vorteil des neuen Modells ist, dass die Elektro-Batterie in der Reserveradmulde untergebracht ist. Auf diese Weise muss kein Zentimeter des Kofferraums geopfert werden. Ein weiteres Plus ist die beispielhafte Motorleistung. Trotz aufwendiger Technik bietet der Touareg weiterhin das, was er früher zu bieten hatte – Sportlichkeit, muskulöse Eleganz und absolute Zuverlässigkeit. Darüber hinaus bleiben auch die weiteren Charakteristika wie etwa die hohe Anhängelast, uneingeschränkte Zuladung und der permanente Allradantrieb, so wie man sie von VW kennt, in bester Form und absoluter Perfektion. Der Verbrennungsmotor, der an den Start geht, ist der V6-Benzindirekteinspritzer, den man bereits aus dem Audi S4 kennt. Die Zahlen sprechen für sich – 333 PS, 440 Nm maximales Drehmoment bedeuten alles andere als Langeweile. Man muss lange suchen, um einen stärkeren Hybrid-Motor zu finden. Aber auch die Elektrobatterie weiß zu beeindrucken. Die Systemleistung steigt dadurch auf 374 PS und das maximale Drehmoment auf 550 Nm. Tempo 100 ist in nur 6,8 Sekunden erreicht und die maximale Geschwindigkeit liegt bei 240 km/h.

Und was ist mit der Umwelt-Akte?
Die VW-Ingenieure betonen, dass das Konzept für den neuen Touareg einen Akzent auf die Sparsamkeit legt. Die Leistung ist dabei nachrangig. 25% weniger Sprit als das normale Modell verbraucht die neue Entwicklung, und das bei deutlich mehr Leistung. Bei Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h kann der Hybrid-Touareg ohne jegliche Emissionen fahren. Ein Schlussfaktor für die beeindruckende Leistung des neuen Modells ist zweifelsfrei das neue 8-Gang-Getriebe, das für stets niedrige Touren sorgt.

Happy-Go-Unhappy
Alles in allem ist der Touareg-Hybrid eine durchaus sehenswerte Entwicklung. Der Hersteller verspricht eine neue Designkonzeption und viele Extras, die das Fahren zu dem für VW gewohnten Erlebnis machen werden. Die Preise halten sich in Grenzen – knapp unter 55.000 Euro soll der neue SUV kosten. Somit positioniert er sich zwischen den vielen Lexus-Limousinen, die immer noch weltweit den Hybrid-Markt dominieren. (autaro)