München, den 9. Mai (autaro) Eigentlich hätten wir uns von solchen Automodellen längst trennen müssen – der Venturi Astrolab ist kaum ein straßentaugliches Automobil. Besonders ist an ihm … eigentlich alles. Doch auf dem Automobilmarkt passiert in letzter Zeit so wenig in Richtung Elektromobile, dass wir uns dazu gezwungen sehen, mal wieder von so einem [...]
München, den 9. Mai (autaro) Eigentlich hätten wir uns von solchen Automodellen längst trennen müssen – der Venturi Astrolab ist kaum ein straßentaugliches Automobil. Besonders ist an ihm … eigentlich alles. Doch auf dem Automobilmarkt passiert in letzter Zeit so wenig in Richtung Elektromobile, dass wir uns dazu gezwungen sehen, mal wieder von so einem extravaganten Modell zu berichten. Venturi ist unter den Auto-Enthusiasten keine unbekannte Größe. Der Hersteller brachte in den 90ern eine kleine Serie phantastisch sportlicher Modelle heraus. Doch seit kurzem schaut der Autobauer in die Zukunft und will sich im Bereich der Elektromotore spezialisieren. Ganze drei Zero-Emission-Fahrzeuge schmücken nun seinen Katalog und der Astrolab ist mit Abstand das gelungenste Modell.
Nichts für Konservative
Also wenn Sie am liebsten die klassischen Bestseller-Modelle von Toyota oder Opel fahren, sollten Sie den Astrolab am besten vergessen. Die Karosserie erinnert ziemlich aufdringlich an ein Schiff. Viele Autokritiker bezeichnen das Modell mit Hang zu einem Seewesen nicht umsonst als Katamaran. Hauptcharakteristik des Automobils ist die Cabrio-Form – Fahrer und Beifahrer sitzen auf zwei hintereinander gelegenen Sitzen, und dabei auch noch im Freien. Dabei liegt die Karosserie weit höher als normal, was wiederum an ein Flugzeug erinnert. Einzig als „normal“ erscheinen dabei die Räder. Diese sind in großen Radhäusern positioniert, was den sportlichen Charakter des Modells unterstreichen soll. Einen Gepäckraum gibt es nicht – mit dem Astrolab kann man also nicht zum Aldi fahren. Auch das Armaturenbrett ist ein absolutes Unikat in der Automobilwelt – statt normalem Tacho und sonstigen Instrumenten, leuchtet hier ein Computer-Display, das anscheinend ausreichend Information über die Technik liefern soll.
Die Technik
Auch die Technik ist zukunftsweisend und revolutionär. Venturi verzichtet gerne auf Klischees und bezieht den Strom nicht von „konventionellen“ Strom-Akkus, sondern von der Sonne. Der Astrolab ist ausgestattet mit großen Photovoltaik-Solarzellen, die auf der filigranen Karosserie eine Fläche von 3,6 Quadratmetern belegen. Das erklärt auch die ungewöhnlichen Proportionen des Automobils. Die Karosserie ist so breit, dass sich die zwei Sitze ganz in ihrer Fläche verlieren. Die Solarzellen dienen lediglich als Akkumulatoren; sie laden die flüssigkeitsgekühlten Nickel-Metallhybrid-Batterien auf, die das Fahrzeug eigentlich in Bewegung setzen. Dadurch bietet der Astrolab eine geradezu ausreichende Power. 120 km/h ist die maximale Geschwindigkeit, die für ein Sport-Automobil vielleicht nicht gerade prickelnd ist. Doch bedenken sollte man vor allem den Zero-Emission-Aspekt, der in jedem Fall für sich spricht. Die Reichweite der Nickelbatterien ist eigentlich auch völlig ausreichend – erst nach 110 Kilometern wollen sie wieder Sonne sehen, um sich dadurch aufzuladen. Unterstützt wird der Elektromotor von einer hervorragenden Aerodynamik, dank des extravaganten Karosseriedesigns und durch die schmalen 17-Zoll-Räder, die für deutlich weniger Rollwiderstand sorgen als bei den normalen Fahrzeugen.
Fazit
Der Astrolab ist mit Sicherheit eine interessante, wenn auch zugleich eine vielleicht viel zu revolutionäre Entwicklung. Ob diese irgendwann zu einem Verkaufsrenner wird, bleibt fraglich. Die Automobilwelt sollte vielleicht zunächst versuchen, etwas Normaleres mit dem Elektromotor zu machen. Im Anschluss daran wird es sicherlich noch genügend Zeit und Raum für die extravaganteren Entwicklungen geben. (autaro)