München, den 27. Juli (autaro) Zugegeben: man hätte von Anfang an darauf kommen können, dass in der Sache um fehlerhafte Gaspedale bei Toyota etwas nicht stimmt. Warum beschränkten sich Berichte und Beschwerden über plötzlich beschleunigende Toyota nur auf die USA und Kanada? Warum führten Systeme, die in einheitlicher Form weltweit in Fahrzeugen von Toyota zum [...]

München, den 27. Juli (autaro) Zugegeben: man hätte von Anfang an darauf kommen können, dass in der Sache um fehlerhafte Gaspedale bei Toyota etwas nicht stimmt. Warum beschränkten sich Berichte und Beschwerden über plötzlich beschleunigende Toyota nur auf die USA und Kanada? Warum führten Systeme, die in einheitlicher Form weltweit in Fahrzeugen von Toyota zum Einsatz kommen, nur in Nordamerika zu tödlichen Unfällen? Irgendetwas konnte da doch nicht stimmen.
Und tatsächlich, zumindest legt dies eine noch laufende Studie nahe: an den Unfällen, die Toyota angelastet wurden, eine milliardenschwere Rückrufaktion verursachten und die schließlich zu dramatischen Absatzeinbußen beim weltweit größten Automobilhersteller führten, waren allem Anschein nach die Fahrer selbst Schuld. Bislang konnte lediglich in einem Fall nachgewiesen werden, dass sich eine Fußmatte im Gaspedal verhakt hatte und dieses dadurch in Volllast-Position arretierte. Pikanter Weise handelte es sich bei dieser Fußmatte aber nicht einmal um Originalzubehör – Toyota trifft also auch in diesem Falle anscheinend keine Schuld. Wohl hätte Toyota von Anfang an ernster mit solchen Zwischenfällen umgehen sollen und der Öffentlichkeit Rechenschaft geschuldet. Ursächlich für die Unfälle waren aber allem Anschein nach die Fahrer selbst, die in Paniksituationen schlicht das Gaspedal mit der benachbarten Bremse vertauschten – und ordentlich auf die Tube traten. Nun gelten nordamerikanische Autofahrer, die in den meisten Fällen mit einer Handschaltung nicht einmal umgehen können, ohnehin nicht als die versiertesten Vertreter ihrer Zunft. Hinzu kommt dann aber noch das amerikanische Rechtssystem, indem Schadensersatzforderungen schnell zu einem ruinösen Posten werden können. Und in solch gehäuft auftretenden Situationen wie im vorliegenden Falle, versucht zunächst jeder einmal, entweder Schadensersatzforderungen von sich selbst abzuwenden. Oder gar, aus möglichen Sammelklagen gegen einen Konzern der Größe Toyotas, der noch dazu aus dem Ausland agiert, Profit zu schlagen. Toyota musste schließlich eine Strafe an die US-Regierung zahlen, Versicherungen dachten gar über eine pauschal höhere Einstufung bei der Haftpflichtversicherung (hier geht’s zum Vergleich) nach.
Einen Vorteil scheint die ganze Angelegenheit indes doch zu haben: seit der angeblichen Pannenserie gehen Hersteller weltweit, nicht allein Toyota, wesentlich sensibler und transparenter mit den Anzeichen möglicher Serienfehler um. Die wird schließlich vor allem einem nutzen: dem Verbraucher. (autaro)