München, den 11. Mai 2011 (autaro) Fahrer eines Firmenwagens, die diesen auch privat nutzen, kennen die Regelung. Da es sich prinzipiell um einen geldwerten Vorteil handelt, muss ein Prozent des Listen-Neupreises monatlich versteuert werden. Einfache Beispielrechnung: wer eine Mercedes E-Klasse für 50.000 Euro Listenpreis fährt, zahlt monatlich immerhin 500 Euro an den Fiskus, sofern er [...]
München, den 11. Mai 2011 (autaro) Fahrer eines Firmenwagens, die diesen auch privat nutzen, kennen die Regelung. Da es sich prinzipiell um einen geldwerten Vorteil handelt, muss ein Prozent des Listen-Neupreises monatlich versteuert werden. Einfache Beispielrechnung: wer eine Mercedes E-Klasse für 50.000 Euro Listenpreis fährt, zahlt monatlich immerhin 500 Euro an den Fiskus, sofern er die E-Klasse nicht ausschließlich dienstlich nutzt. Damit relativiert sich der vermeintlich preiswerte Luxus schnell, sodass mancher sich geneigt sehen wird, entweder doch einen privaten PKW anzuschaffen und den Firmenwagen stehen zu lassen. Oder man dreht dem Fiskus eine Nase und schafft einen Oldtimer als Geschäftswagen an. Bei Listenpreisen von rund 16.500 D-Mark für einen Porsche 911 S aus den 1970ern und einem derzeitigen Wert von ca. 60.000 Euro (Zustand 2) ergibt sich hier eine günstige Möglichkeit, den Traumwagen der Jugend zu fahren – ohne Wertverlust und zu günstigen Steuer-Sätzen. Denn zur Ersparnis bei der Dienstwagen-Steuer kommt auch noch die pauschale und günstige Kfz-Steuer, außerdem werden die alten Lieblinge für schmales Geld versichert (hier geht’s zum Vergleich).
Was aber, wenn nun der Flottenmanager auf Elektrofahrzeuge umstellen will. Viele Fahrer eines Firmenwagens suchen sich diesen ja nicht selbst aus. Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass die Elektromobilität als Technologie in ihren Kinderschuhen noch sehr teuer ist. Keines der wenigen E-Fahrzeuge kostet weniger als 30.000 Euro, wobei die Preise für den elektrischen Smart noch nicht feststehen. Will man einen Opel Ampera oder Chevrolet Volt fahren, müssen sogar über 40.000 Euro berappt werden. So wird es freilich eine Weile dauern, bis die Technologie in Fahrt kommt und erschwinglich wird. Da aber genau das passieren soll, denkt die Bundesregierung über eine Subvention in Form von Steuersenkungen genau jener 1-Prozent-Steuer nach, die Privatnutzer für ihren Firmenwagen bezahlen müssen. Zudem überlegt die Bundesregierung, Fahrer eines E-Autos die herkömmliche Kfz-Steuer für die kommenden zehn Jahre komplett zu erlassen. Damit würden die ursprünglichen Pläne von Kanzlerin Angela Merkel modifiziert. Diese wollte lediglich die Entwicklung von Technologien subventionieren, nicht aber den Kauf beispielsweise eines Elektroautos oder dessen Unterhalt.
So verwundert es auch kaum, dass sich bereits Widerstand gegen die Pläne der Bundesregierung regt. “Ich halte es für falsch und auch nicht für vermittelbar, dass Elektroautos, die als Dienstwagen angeschafft werden, gegenüber entsprechend privat angeschafften Elektroautos einseitig steuerlich bevorzugt werden”, polterte der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Klaus-Peter Flosbach (CDU) in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Besonders regte sich Flosbach darüber auf, dass im Falle der geplanten Vergünstigungen diese von Käufern eines privaten Pkw mit bezahlt würden, durch die Steuern, die er auf den Kauf seines eigenen Autos bezahle. Die Autoindustrie hingegen befürwortet die erdachte Neuregelung. Und tatsächlich würden sich gerade Fahrer eines Firmenwagens eher zum Kauf eines E-Fahrzeuges entschließen, wenn sie dadurch weniger monatliche Ausgaben hätten, als sie aktuell aufgrund des hohen Neupreises eines Elektroautos erwarten müssten. Ein weiterer Faktor, der für den Kauf spricht, sind die sensationell günstigen Kilometer-Kosten, sowie eine gute zu erwartende Einstufung bei der Kfz-Versicherung. Als nachteilig wird die eher kurze Reichweite der bisher entwickelten Technik wahrgenommen , denn gerade Vielfahrer, für die sich die geringen Kosten pro Kilometer lohnen würden, spulen meist deutlich mehr Kilometer pro Fahrstrecke ab, als ihnen ein Stromer zur Verfügung stellen könnte. (autaro)