
(Fotos: Opel)
München, den 06. Juni 2011 (autaro) Auf der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wird Opel die dritte Generation des Zafira vorstellen, mit einer Weltpremiere. Vom 15. bis 25. September können die Messegänger den Kompakt-Van bestaunen, der zumindest optisch praktisch nichts mehr mit seinem Vorgänger gemein hat. Größer ist er geworden und die Frontpartie läutet, gemeinsam mit dem Opel Ampera, eine neue Design-Ära ein. Scheinwerfer in markanter Bumerang-Form sorgen für eine unverwechselbare Optik, die Seite gefällt mit einer tiefen Sicke.
Längenwachstum
Im Vergleich zum Vorgänger ist der künftige Zafira gewachsen. Ganze 19 Zentimeter sind es in der Länge, wodurch dieser Opel nun 4,66 von der hinteren bis zur vorderen Stoßstange misst. Auch der Radstand hat zugelegt und kommt nun auf 2,76 Meter. Dadurch wächst der Innenraum spürbar und auch das Kofferraumvolumen profitiert. Fährt man den Zafira als Fünfsitzer, verschwinden bis zu 710 Liter im Gepäckabteil. Wer zusätzlich zur dritten Sitzreihe auch die beiden Einzelsitze in Reihe zwei im Wagenboden versenkt, erhält ein Fassungsvermögen von 1.860 Litern. Die beiden Einzelsitze im Fond lassen sich übrigens um ganze 21 Zentimeter in der Länge verschieben und die dritte Sitzreihe hinterlässt, wenn sie nicht benötigt wird, einen ebenen Laderaumboden.
Technischer Mix
Bei der Technik greifen die Rüsselsheimer querbeet in das bestehende Portfolio. Die Vorderachse stammt aus dem Topmodell Insignia, während das hintere Pendant vom Astra beigesteuert wird. Zudem kommt der Zafira in den Genuss der Armada an Assistenzsystemen, mit der auch schon Insignia und Astra glänzen. Ein Radarsystem misst den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und bremst bei einer drohenden Kollision automatisch ab. Außerdem wird der Fahrer beim Spurhalten und beim Wechseln der Fahrspur elektronisch unterstützt und Verkehrsschilder wie Tempolimits oder Überholverbote zeigt das zentrale Display an. Dankenswerter Weise wird auch der Zafira gegen Aufpreis mit einem adaptiven Fahrwerk ausgestattet, das von Komfort bis Sport alle gängigen Spielarten beherrscht.
Vorerst schmale Motorenpalette
Zum Marktstart kommt der Zafira zunächst in fünf Versionen. Davon stellt zwei Versionen der 1,4-Liter-Turbo-Benziner, den es in Leistungsstufen mit 120 und 140 PS geben wird. Außerdem kann der Familien-Opel mit einem Zweiliter-Turbodiesel geordert werden, der mit 110, 130 und 165 PS an den Start geht. Serienmäßig werden alle Vierzylinder über ein manuelles Sechsganggetriebe geschaltet, optional ist auch eine Wandlerautomatik lieferbar. Opel verspricht außerdem die Entwicklung eines Doppelkupplugsgetriebes, das vermutlich mit der Einführung neuer Benziner kommen wird. Diese sollen mehr Leistung zur Verfügung stellen außerdem ist eine Variante in Planung, die mit Autogas betrieben werden kann. Serienmäßig sind alle Motoren an eine Start-Stopp-Automatik gebunden, die einen Verbrauchvorteil von gut einem halben Liter Sprit pro 100 Kilometer einheimsen soll.
Feiner Innenraum
Im Innern wird der neue Zafira mehr premium als bisher. Das Cockpit kennen wir prinzipiell aus dem Oberklasse-Modell Insignia, wo es seit längerem durch Softtouch-Schalter, eine aufwendige Beleuchtung und eine grundsätzlich logische Menüführung gefallt. Allerdings erfordert die Mischung aus zentralem Drehschalter und gleichzeitiger Eingabemöglichkeit über einzelne Schalter und Knöpfe eine gewisse Gewöhnung. Ansonsten macht auch die nächtliche Ausfahrt dem technikverliebten Fahrer Freude, weil bei Dunkelheit alles so schön glitzert und funkelt. Außerdem gesellen sich zu der oben bereits erwähnten Technik-Armada ein Assistent zur Überwachung des toten Winkels und ein Einparkhelfer – das wiederum erleichtert zu jeder Tages- oder Nachtzeit das Leben. Ein intelligentes Lichtmanagement nimmt dem Fahrer ein Ein- und Ausschalten des Fernlichtes ab und leuchtet in Kurven hinein. Da wirken Extras wie der praktische, in die Heckschürze integrierte Fahrradträger schon beinah rustikal. Gelungen sind auch die Sitze, die neben einer Vielzahl an Verstellmöglichkeiten ausreichend Schenkelauflage und Seitenhalt bieten. Zudem ist das Vorserienmodell mit besonders breiten Kopfstützen ausgestattet, die den Kuschelfaktor von Opas Ohrensessel bieten, bei Bedarf aber auch einfach eingeklappt werden können und so die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigen.
Qualität soll trumpfen
Den spürbar größten Sprung soll der Zafira bei der Qualität machen. Zwar kann das Vorserienmodell hier noch nicht alle Entwicklungsarbeit unter Beweis stellen. Der Qualitätseindruck, den Insignia uns selbst der kompakte Astra hinterlassen, stimmt jedoch optimistisch. Wie es um die Materialanmutung im Alter bestimmt sein wird, mag man freilich noch nicht voraussagen können, in einem neuen Opel quietscht, klappert oder knistert aber heutzutage nichts mehr. Zudem wird Opel auch auf den neuen Zafira seine Lebenslang-Garantie geben, die bis 160.000 greift und der Kundschaft ordentlich Vertrauen einflößt.
Alternative Antriebe?
Wie es um alternative Antriebsquellen bestellt ist, lässt Opel derzeit offen. Wünschen würden wir uns ein Konzept a la Opel Ampera, in dem grundsätzlich ein Elektromotor den Antrieb besorgt, die Akkus aber bei Bedarf über einen zusätzlichen Benziner nachgeladen werden. Ob diese Technik im Zafira realisiert werden kann und wenn, zu welchem Preis, wird sich zeigen. Auch ein reiner Elektroantrieb wäre denkbar. Einen herkömmlichen Voll- oder Mildhybriden hat Opel bislang jedenfalls nicht in der Angebotspalette.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Was wird die dritte Generation des Zafira kosten? Hierüber hüllt sich Opel noch in Schweigen, die Rüsselsheimer haben aber als Orientierungshilfe ein runde 25.000 kolportiert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dürfte also stimmten und - wie immer – ein wenig günstiger ausfallen, als beim Hauptkonkurrenten aus Wolfsburg. Günstige Einstufungen bei der Kfz-Versicherung, ebenso für die Kasko-Versicherung tun hier ihres bei, die Kfz-Steuer fällt dank sauberer Verbrennung und kleiner Hubräume ebenfalls passabel aus. Allein der Wertverlust in ersten drei Jahren ist happig.
Fazit
Wie bei allen Opel der letzten Jahre, fällt der Gesamteindruck äußerst positiv aus. Geräumig, bestens ausgestattet und gefällig gezeichnet dürfte die dritte Generation die Erfolgsgeschichte des Opel Zafira fortsetzen. (autaro)

