München, den 26. Februar 2011 (autaro) Die alten Pumpe-Düse-Aggregate aus dem Volkswagen-Regal hatten so ihre Eigenheiten. Sie waren in erster Linie sparsam, hatten mächtig Druck – und liefen leider auch ein wenig rau. Insbesondere gegen die Common-Rail-Technik konnten sie sich nicht durchsetzen, weswegen VW bei deinen Diesel-Motoren auch nach und nach diesen Weg beschritt und die Pumpe-Düse-Selbstzünder ausmusterte. Folglich kamen auch die Töchter Seat und Skoda in den Genuss der laufruhigen Neuentwicklungen, den letzten Pumpe-Düse-Selbstzünder hatte zuletzt der Skoda Superb unter der Haube. Diesen ersetzt nun das Zweiliter-Common-Rail-Aggregat mit 140 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 320 Newtonmetern. Zwei Ausgleichswellen sorgen neben der Common-Rail-Direkteinspritzung für mehr Laufruhe, zudem versichtet der Vierzylinder nur noch mit einem Verhältnis von 16,5:1 und nicht mehr mit 18,5:1 wie sein Vorgänger.
Allrad nur mit DSG
Eine reizvolle Kombination bieten der Selbstzünder und der Allradantrieb. Während der 170-PS-Diesel allradgetrieben auch mit manuellem Sechsganggetriebe zu ordern ist, bietet Skoda den 140-PS-TDI ausschließlich mit Doppelkupplungsgetriebe an, für 2.000 Euro extra. Der Allradantrieb schlägt mit weiteren 1.800 Euro zu Buche, wodurch sich ein Einstiegspreis von 30.950 Euro ergibt. Dafür erhält der Fahrer einen knapp 1,7 Tonnen schweren Kombi mit reichlich Platz und Laderaum, außerdem mit günstigem Verbrauch und bester Traktion. Das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) macht seine Sache hervorragen. Ohne Zugkraftunterbrechung und blitzschnell wechselt es die Gänge, für Fahrer und Passagiere nahezu unmerklich. Fasziniert blickt man immer wieder auf den Drehzahlmesser, dessen Nadel sich über die Skale zu beamen scheint. Dabei lässt das Getriebe dem Motor auch die Gelegenheit, sein Drehmoment zu entwickeln und schaltet nicht etwa zu früh oder zu hektisch einen Gang zurück. Selbst im Schiebebetrieb erkennt das DSG den Bremswillen des Fahrers und bleibt dann im höheren Gang, um durch die Motorbremse zu unterstützen. Da es weiterhin hilft, den Verbrauch zu senken und nicht etwa wie die Kollegen aus der Drehmomentwandler-Fraktion in die Höhe zu treiben, fragt man sich, wann es letztere vom Markt verdrängt haben wird. Die Sport-Option kann man sich übrigens, ebenso wie mögliche manuelle Eingriffe ins Schaltgeschehen, schenken, beide Features müssen natürlich des guten Tones wegen mit an Bord.
Ein Innenraum solide wie eine Burg
Dass Skoda solides Finish a la Volkswagen zum schmalen Preis bietet, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Insbesondere der Skoda Superb gefällt hier mit feinen Oberflächen und ausgesuchten Materialien. Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, selbst schwarze Skipisten dürfte der Tscheche nehmen, oder dabei auch nur ein Knistern vernehmen zu lassen. Hinzu gesellen sich nachdrücklich rastende Drehschalter, Druckschalter mit sattem Druckpunkt und hier und da viel Chrom, Holz oder Aluminium. Bestens zum gediegenen Ambiente passen die weichen Ledersitze, die aber auch mit Stoffpolstern zu den besten ihrer Klasse gehören. Verblüffend ist außerdem, wie leise und wohlbehütet der Superb seine Insassen und das Ladegut durch die Gemarkungen befördert. Letzteres kann übrigens üppig eingeladen werden, ein Kofferraumvolumen von 603 Litern und bei umgeklappten Rücksitzen sogar von 1.835 Litern hat sonst kaum einer.
Neutrales Fahrverhalten
Das Fahrverhalten des Superb 4×4 ist so, wie wie es von einem modernen Allradler erwarten: narrensicher. Und der kultivierte Diesel macht den großen Kombi zwar nicht zum Eiltransporter, hat mit den knappen 1,7 Tonnen Leergewicht aber leichtes Spiel. Dabei ist weniger der Sprint von Null auf Tempo 100, den der Superb in 10,8 Sekunden erledigt, oder die Höchstgeschwindigkeit von 201 Stundenkilometern entscheidend. Es ist mehr das maximale Drehmoment, das den Skoda auch bei maximaler Beladung noch spielerisch über bergige Autobahnen schiebt. Im Grenzbereich regelt sanft das ESP ein, von der Kraftverteilung zwischen den beiden Achsen bekommt der Fahrer so gut wie nichts mit.
Wirtschaftlichkeit steht an erster Stelle
Seinen wirklich großen Auftritt hat der Skoda Superb Combi, wenn es um das Preis-Leistungs-Verhältnis geht. Soviel Kombi und Oberklasse-Flair bekommt man sonst nirgends für sein Geld. Hinzu kommt verhältnismäßig niedriger Wertverlust und eine faire Einstufung bei der Kfz-Versicherung und bei Teil- und Vollkasko (hier geht’s direkt zum Vergleich). Außerdem geht das Common-Rail-Aggregat sparsam mit unseren fossilen Brennstoffen um, Skoda gibt einen Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern Diesel an. In der Praxis kann es zwar auch einmal ein Liter mehr werden, durchaus aber auch ein halber Liter weniger. Die Garantieleistungen könnten aber, besonders mit Hinblick auf die Konkurrenz, üppiger ausfallen, mit zwei Jahren Garantie ohne Kilometerbegrenzung reißt Skoda heute niemanden mehr vom Hocker. Dafür gefällt der Superb mit langen Service-Intervallen, die elektronisch geregelt bis zu 30.000 Kilometer oder zwei Jahre betragen können.
Fazit
Die Umstellung auf Common-Rail-Direkteinspritzung hat dem Skoda Superb Combi sichtlich gut getan. Der Motor spricht sensibel auf Gasbefehle an, stellt sein maximales Drehmoment über einen weiten Drehzahlbereich zur Verfügung und dreht beinahe lustvoll aus. Dazu kommt eine Klangkulisse, die deutlich besser zum luxuriösen Gesamteindruck passt, als die des alten Pumpe-Düse-Motors. Dieses Zerren, das über die Antriebsräder herfiel, wenn man mit dem Pumpe-Düse-Diesel Gas gab, lässt sich bei all den gewonnenen Vorteilen verschmerzen. (autaro)