
(Fotos: Toyota)
München, den 28. August 2011 (autaro) Mit einer Reihe von Änderungen und Verbesserungen präsentiert Toyota den neuen Yaris. Das Design wirkt weniger verspielt, insgesamt kommt der Neue erwachsener daher. Irgendwie hat sich Toyota aber auch mehr dem Mainstream angepasst, der alte Yaris war weniger verwechselbar. Erwachsener gibt sich auch der Innenraum, wo früher ein Display in der Wagenmitte das Wichtigste anzeigte, sitzt heute weiter unten ein zentrales Farbdisplay, über Basics wie Geschwindigkeit, Motordrehzahl oder Tankinhalt informieren nun klassische Rundinstrumente hinter dem Lenkrad. Und schließlich soll der neue Yaris, was für viele Interessenten wohl auch eines der wichtigsten Merkmale ist, deutlich sparsamer mit unseren fossilen Brennstoffen umgehen.
Geänderte Proportionen
Dem aktuellen Trend folgend ist auch der Yaris deutlich größer geworden. Dieser Eindruck verstärkt sich außerdem dadurch, dass sich die Proportionen verschoben haben. Die zehn Zentimeter Längenzuwachs wirken umso mächtiger, da der Yaris zwei Zentimeter flacher geworden ist und damit weniger hochbeinig und insgesamt gedrungener dasteht, als der Vorgänger. Der Radstand wuchs um fünf Zentimeter, was die Silhouette nochmals streckt – und den Insassen, vor allem in Sitzreihe zwei, gefallen dürfte. Auffällig ist zudem die ausgeprägte Hutze über dem Markenemblem, wir sind bereits gespannt auf physiognomische Parallelen zur Fauna, wo sich etwa der Nasenbär anbieten würde. Derweil ergibt die gesamte Form eher das Bild eines Keils, das Heck passt sich harmonisch ins Gesamtbild, der Neue sieht ziemlich dynamisch aus. Neu gestaltete Aluräder runden das Bild ab, ebenso wie eine frische Farbpalette und die komplett lackierten Stoßfänger.
Innen ist der Yaris reifer geworden, aber weniger variabel
Beim Einsteigen fällt auf, dass die Insassen tatsächlich mehr Platz haben. Selbst Großgewachsene können den Fond entern, ohne dabei Angst um ihre Zwischenwirbelscheiben zu haben und zumindest zwei Erwachsene überstehen auch längere Fahrten in Reihe Zwei. Auf absolutes Unverständnis stößt hingegen, dass Toyota die verschiebbare Rückbank dem Rotstift preisgegeben hat. Gerade diese machte den Vorgänger so herrlich variabel wie einst die erste Generation des Renault Twingo. Wer mehr Platz im Kofferraum brauchte, schob das Einheitsgestühl nach vorn und holte sich den Platz quasi im Fond. Fuhren Passagiere auf der Rückbank mit und es konnte auf Kofferraumvolumen verzichtet werden, nahm die Bank den umgekehrten Weg. Die Ingenieure verweisen auf das Längenwachstum und den größeren Radstand des neuen Yaris und freuen sich über das Plus an Raum.
Ordentliche Qualität
Auch der neue Yaris zeigt bei genauerem Hinsehen noch, wo Toyota die großen Gewinnmargen herholt. Die Materialauswahl ist zwar gediegener ausgefallen als beim Vorgänger und die Verarbeitungsqualität liegt auf einem ordentlichen Niveau. Gerade im Vergleich mit Konkurrenten wie dem VW Polo muss der Yaris aber die Waffen strecken, hier bieten andere mehr Premium-Atmosphäre. Wenigstens klappert aber nichts und die Teile aus Hartplastik, die zahlreich Verwendung finden sind ordentlich verschraubt und entgratet. Die Haptik wirkt im Neuen soldider, die Schalter gefallen mit sattem Druckpunkt und Bedienung gibt keine Rätsel auf. Erst recht nicht, wenn man sich für die Ausstattungslinie „life“ entscheidet, die serienmäßig den 6,1-Zoll-Touchscreen mit sich bringt. Über diesen bedient man das Navigationssystem oder lässt sich die Bilder der Rückfahrkamera anzeigen. Zudem die Orientierungshilfen des Einparkassistenten, die über unterschiedlich kolorierte Linien den Weg in Parklücken weist. Ebenso zur Serienausstattung gehört in diesem Falle die Klimaanlage und ein griffgünstiges Lederlenkrad, eine Armada an Airbags sowie ABS oder ESP sind grundsätzlich in jedem Yaris mit an Bord.
Bedingt langstreckentauglich
Neben den hochwertigeren Materialien und dem ausgereifteren Finish sollten in der neuen Generation des Yaris besonders die üppigeren, besser ausgeformten Sitze Erwähnung finden. Sie bieten auf allen vier Plätzen mehr Langestreckenkomfort und ermöglichen auch längeres Sitzen ohne allzu große Ermüdungserscheinungen. Auch rollt der Neue leiser ab als sein Vorgänger und hält sowohl Wind- als auch Motorgeräusche besser von seinen Insassen fern. Dagegen stuckert die Federung bisweilen kräftig und auch der längere Radstand bringt nicht unbedingt mehr Ruhe in die Fuhre.
Belangloses Fahrwerk
Ebenso wenig vermag das Fahrwerk zu überzeugen. Einen allzu direkten Fahrbahnkontakt verhindert die gefühllose und sehr leichtgängige Lenkung, außerdem können sich Federn und Stoßdämpfer weder auf eine sportliche Härte noch auf ein komfortables Gleiten einigen. Den Grenzbereich kündigt der Japaner dagegen rechtzeitig an, außerdem greift das ESP im Zweifelsfalle entschieden ein. Zum Hochleistungssportler taugt der Yaris aber wegen der überschaubaren Motorenpalette sowieso nicht.
Vorerst drei Motoren wählbar
Zunächst stehen die alten Bekannten zur Auswahl, die ihr Werk schon in diversen anderen Toyota verrichten. Basismotorisierung ist der 1.0 VVT-i, der aus einem Liter Hubraum 69 PS schöpft und laut Toyota im Mittel 4,8 Liter Benzin pro 100 Kilometer konsumiert. Damit reißt der Kleine freilich keine Bäume aus, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 155 km/h erreicht und den Sprint von Null auf Tempo 100 absolviert der Japaner in 15,3 Sekunden. Deutlich flotter ist man im 1.33 Dual VVt-i unterwegs. Er sprintet in 11,7 Sekunden auf Tempo 100 und rennt bis zu 175 Sachen. Am souveränsten ist man mit dem Diesel 1.4 D-4d motorisiert, der ebenfalls 175 Sachen rennt, den Sprint aber bereits nach rund zehn Sekunden erledigt hat. Außerdem liegt über einen recht breiten Bereich ein maximales Drehmoment von 205 Nm an, was dem Fahrer das Gefühl von deutlich mehr Kraft vermittelt, als es die beiden Benziner vermögen. Angenehm fällt auf, dass die Geräuschisolierung im neuen Modell besser gelungen ist. Der Motorraum wurde wesentlich effektiver von der Fahrgastzelle abgekapselt, als beim alten Modell, das bisweilen störende Dröhn-Geräusche zu den Passagieren durchreichte.
Tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
Die große Stunde des Yaris schlägt wieder einmal beim Preis. Besonders der Einsteiger ist mit einem Preis von 11.675 Euro ein echter Billigheimer. Wer zum 99 PS starken Benziner greift, bezahlt wenigstens 14.380 Euro und der Diesel kostet mit 16.330 Euro am meisten. Teuer ist der Yaris aber auch mit den stärkeren Motoren nicht, zumal die Serienausstattung vergleichweise umfangreich ausfällt und die laufen Kosten für Kraftstoff, Kfz-Steuer oder Kfz-Versicherung verhältnismäßig gering ausfallen (hier können Sie Ihren persönlichen Tarif vergleichen). Und wer schließlich mit der Konkurrenz aus Europa oder Übersee vergleicht, der wird zu dem Schluss kommen, dass die Wettbewerber in den meisten Fällen ein paar Tausender mehr verlangen. (autaro)

Das Design ist deutlich erwachsener geworden

Markentypische Stupsnase

Auch das Heck fügt sich harmonisch ins Bild

Zentrales Farbdisplay mit Touchscreen

Die größeren Sitze überzeugen auch auf Langstrecken