München, den 19. Juni (autaro) Vor etwa zwei Jahren zeigte Nissan das Studienkonzept Mixim, mit dem der japanische Hersteller um Aufmerksamkeit und Lob auf der IAA 2007 in Frankfurt kämpfte. Das Automobil schaffte es aus ungeklärten Gründen nicht, sich auf Anhieb in einen absoluten Star der Ausstellung zu verwandeln. Sogar auf dem Nissan-Stand schien der überarbeitete Micra die Journalisten und die Gäste mehr zu interessieren als das extravagante Automobil. Wir sorgen nun für eine Widergeburt des besonderen japanischen Modells, in dem zweifelsohne sehr viel Arbeit, Phantasie und Inspiration steckt.
Aufregendes Design
Vergleichen kann man den Mixim mit keinem anderen Automobil. Wie viele andere Konzeptwagen eröffnet er ein ganz eigenes Segment und revolutioniert die konservativen Vorstellungen des Automobildesigns. Francois Bancon, der Leiter des Nissan-Forschungslabors in Tokio, meint, dass sich der Wagen vor allem an jugendliche Kunden richtet, die den Löwenanteil ihrer Freizeit in Online-Welten wie Second Life und Everquest verbringen, anstatt sich hinter das Steuer eines realen Autos zu setzen. Die Welt der Computerspiele scheint tatsächlich die größte Inspiration für die hauseigenen Ingenieure gewesen zu sein. Der Außenraum wirkt dynamisch bis aggressiv. Die Passagiertüren öffnen sich natürlich nach oben, um jeden Tropfen Konservativismus zu vernichten. Zur extravaganten Aussicht trägt auch die wie ein Helmvisier abgerundete Windschutzscheibe bei, die das Profil der Studie dominiert. Die Seitenscheiben sind auch im Einklang mit dem gesamten Bild und haben eine dreieckige Form. Die aerodynamische Form der Limousine wird von der fließenden Dachlinie und dem scharf abgeschnittenen Heck unterstützt, die für weniger Luftwiderstand sorgen und nicht nur ästhetische Aufgaben erfüllen.
Im Innenraum – viel Neues
Wenn Sie vom Außendesign überrascht sind, warten Sie mal ab, bis Sie Platz im Innenraum genommen haben. Platz gibt es hier für drei Passagiere – der Fahrer ist weiterhin nur einer, die Art, auf die er den Wagen Steuert ist aber nicht mehr wie man sie kennt. Anstatt Steuer wartet der Mixim mit zwei Joysticks auf, ganz im Stil der modernen Computerspiele. Noch extravaganter scheint die Situierung der Sitze zu sein. Im vorderen Bereich findet man nur den Fahrer auf einem in der Mitte der Kabine positionierten Sitz. „Wir haben ihn als eine Art ‚Mini-Monster‘ konzipiert, mit der grimmigen Ausstrahlung. Wir wollten eine Ikone für die digitale Generation entwerfen, etwas, das jenseits aller Schönheitsideale ihrer Eltern liegt“, sagt Masato Inoue von Nissan und verwirklicht somit die Ängste der besorgten Eltern – Autofahren wird in einigen Jahren tatsächlich ganz anders aussehen als heute. Man muss seine Ideale ändern oder aufs Autofahren verzichten.
Elektroantrieb der besonderen Klasse
In den letzten Jahren hat sich Nissan als der einzige wahre Konkurrent von Toyota im Bereich der umweltfreundlichen Antriebe entpuppt. Gemeinsam mit Honda bilden die drei japanischen Hersteller das führende Triumvirat im Bereich der low-emission-Fahrzeuge. Dementsprechend waren auch die Erwartungen, die mit der Konzeptstudie Mixim verbunden waren, hoch. Der Hersteller wusste aber zu beeindrucken und bot ein Motorkonzept, das auf Anhieb begeisterte. Allen Sachen voran – es handelt sich nicht um ein low-emission-Fahrzeug, sondern um ein reines zero-emission-Modell. Ganze zwei potente Elektrobatterien sorgen für genügend Schub. Die zwei Triebwerke bringen je 80 PS mit und sorgen für den separaten Antrieb der vorderen und der hinteren Achse. Somit hat man sofort einen Allradler, der es auch noch auf eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h schafft, und das ist eine Leistung, die man von fast keinem anderen Elektrotriebwerk kennt. Gearbeitet wurde an dem Lithium-Ionen-Akku anscheinend sehr viel. Dieser erfüllt alle Träume der umweltbewussten Fahrer – leistet viel, wird schnell geladen (innerhalb von 20 bis 40 Minuten) und ist nahezu federleicht.
Die Nissan-Spezialisten müssen allerdings noch weiter forschen. Die Lithium-Ionen-Batterie hat immer noch das Problem des extremen und sehr gefährlichen Erhitzens, das schnell zu einem Feuer an Bord führen kann. Aus diesem Grund arbeiten die Nissan-Ingenieure weiter an dem Mixim.
Öko-Auto des Monats Juni
„Diese Studie zielt auf das Jahr 2010, bis dahin sollten wir soweit sein“, bestätigte Bancon, der Forschungschef im Nissan-Konzern. Wenn Nissan sein Ziel schafft, wird das eine absolute Revolution auf dem Automobilmarkt bringen. Dabei sollten wir allerdings wissen, dass einige Elemente aus dem Konzeptauto nie Serienproduktion erreichen werden. Das bezieht sich unter anderem auf die Joysticks im Cockpit und die sich nach oben öffnenden Türe. Doch auch das, was bleibt, ist revolutionär genug: 180 km/h und eine Power, die ausschließlich aus der Steckdose kommt – das ist etwas, was ein neues Zeitalter in der Automobilbranche ankündigen wird. (autaro)

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