München, den 09. März 2011 (autaro) Die Einführung des neuen Kraftstoffes E10 geriet zum Flop. Im Gegensatz zum bisher handelsüblichen E5, bei dem das Benzin durch fünf Prozent Ethanol gestreckt wird, werden bei E10 – der Name verrät es – zehn Prozent Ethanol beigemischt. Das soll nach Ansicht einiger Politiker die Erdölreserven schon und die CO2-Emission reduzieren. Denn für die Herstellung von Bioethanol werden Pflanzen angebaut, die schließlich wieder nachwachsen. Nicht in der Bilanz der Politik: in einigen Ländern Süd- und Mittelamerikas fallen dem Anbau solcher Nutzpflanzen unzählige Hektar Regenwaldes zum Opfer, die einfach abgebrannt und gerodet werden bis der Boden irgendwann erodiert und als nutzlose Wüstenfläche zurückbleibt. Bis dahin wurden dann aber wenigstens ein paar Mark damit verdient.
Katastrophale Umweltbilanz und in erster Linie Angst
Neben dieser verheerenden Umweltbilanz treibt die deutschen Autofahrer aber in erster Linie eine Sorge um: schadet E10 dem Motor? Neben der Unsicherheit darüber, ob bestimmte Modelle direkt einen Motorschaden erleiden, wenn man sie mit E10 betankt, machen sich die Verbraucher auch Sorgen um mögliche Langzeitfolgen. Der Verdacht geht um, die Mineralölwirtschaft habe den neuen Kraftstoff nicht ausreichend gestestet und wälze diese „Versuchsphase“ nun schlicht auf den Verbraucher ab. Doch wer kommt für einen möglichen Schaden durch E10 auf? Die Kfz-Versicherungen, bzw. insbesondere die Kasko? Vermutlich nicht. Die Mineralölkonzerne oder ihre Tankstellen? Die könne sich ebenfalls darauf berufen, ein zugelassenes Produkt vertrieben zu haben. Zum Schluss der Fahrer selbst? Vermutlich.
E10 soll einfach durchgedrückt werden
Auf dem sogenannten „E10-Gipfel“ einigten sich nun die Teilnehmer, darunter Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) darauf, die Skepsis der Verbraucher anzugehen und den minderwertigen Sprit durchzusetzen. Dafür einigte man sich auf verschiedene Maßnahmen: an den Tankstellen sollen Listen ausliegen, aus denen der Fahrer entnehmen kann, ob sein Auto E10 verträgt. Mineralöl- und Autowirtschaft sollen verstärkt für E10 werben und die Autohersteller sollen ihre Empfehlung für oder gegen E10 für verbindlich erklären. Zusätzlich soll ein Internetportal eingerichtet werden, in dem die Autofahrer über die Fahrzeug-Identifikationsnummer nachsehen können, ob ihr Auto E10 verträgt. Derweil lässt die Politik die Verbraucher auch hinsichtlich der Preispolitik der Mineralölwirtschaft im Regen stehen. Diese hat E10 schlicht zum bisherigen Preis ins Programm genommen und den übrigen Sprit um durchschnittlich fünf Cent teurer gemacht. Warum sich die Verbraucher ein solches Verhalten einfach gefallen lassen, ist nicht klar. Und auch das Ignorieren weiterer Alternativen zum Einsparen von Erdöl und CO2 ist nicht erklärbar. So will die Bundesregierung von einem einheitlichen Tempolimit noch immer nichts wissen, obwohl dieses ein gewaltiges Potential birgt. (autaro)


Startseite