München, den 02. April 2011 (autaro) Seit einiger Zeit häufen sich die Schreckensmeldungen um den schwedischen Autohersteller Saab, durch die niederländische Sportwagenschmiede Spyker Cars vor dem Untergang gerettet wurde. Doch für wie lange? Vor der Übernahme durch Spyker Cars befand sich Saab in den Händen des US-Riesen General Motors (GM), der die Marke sukzessive zu Grunde gerichtet hatte. Nun, quasi in der Übergangszeit, verkauft Saab bei weitem nicht so viele Fahrzeuge, wie das Unternehmen eigentlich müsste, um langfristig bestehen zu können. 2010 verließen rund 32.000 neue Saab das Werk im schwedischen Trollhättan, während die Unternehmensleitung mittelfristig einen Absatz von 80.000 Einheiten pro Jahr plant. So ergab sich ein Gesamtverlust von gut 218 Millionen Euro im Jahr 2010.
In dieser Woche berichtete die schwedische Presse nun erneut von Zahlungsproblemen. Mittlerweile haben sogar mehrere Zulieferer ihre Belieferung eingestellt, da Saab schon seit längerem keine Rechnungen mehr beglichen haben soll. Seither stehen die Produktionsstraßen bei Saab still. Selbst die Werbeagentur Low Brindfords ist nach über zehn Jahren Zusammenarbeit nicht mehr bereit, weiter zu arbeiten. Verschiedenen schwedischen Blättern gegenüber bestätigte das Unternehmen, Saab habe seit Dezember des vergangenen Jahres keine Rechnungen mehr beglichen. Derweil ist Spyker Chef und Saab-Eigner Victor Muller bemüht, Meldungen über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit zu dementieren. Gegenüber der Presse berichtete er von Investoren, die neues Kapital bereitstellen würden, ohne diese jedoch zu benennen. “Saab Automobile hat ausreichend Mittel, um seinen Liquiditätsbedarf aus den bisherigen und zugänglichen Quellen zu decken.” Kenner der Branche gehen davon aus, dass es sich bei dem Investor um den Russischen Milliardär Wladimir Antonow handelt, den die amerikanische CIA für einen Mafioso hält. In dieser Woche beantragte er dennoch die Erlaubnis der schwedischen Regierung, sich mit 50 Millionen Euro an Saab beteiligen zu dürfen.
Sicherlich eines der größten Probleme des schwedischen Traditionsunternehmens ist das mangelnde Vertrauen in der Bevölkerung. Wer kauft schon ein Auto für mehrere Zehntausend Euro, wenn er befürchten muss, dass der Hersteller in der nächsten Zeit vor die Wand fährt. Hinzu kommt, dass die Modellpalette teilweise völlig veraltet ist und dass die einzigen neuen Modelle noch unter der Regie von General Motors entwickelt wurden. Mit Spannung wird ein neues SUV erwartet, während sich der große Saab 9-5, der sich vieles auch mit dem unter GM entwickelten Opel Insignia teilt, eher schleppend verkauft. Die Durststrecke, bis Saab wieder eigenständige Fahrzeuge, darunter auch solche aus dem Kompaktsegment, entwickeln kann, muss das Unternehmen noch überwinden. (autaro)







Startseite