Archiv für Dezember, 2008
Autaro News - frisch aus dem Archiv

 

Dezember 30th, 2008

München, den 30. Dezember (autaro) Ab Februar 2009 wird der Rahmen für Bußgelder vergrößert. Damit sind künftig Bußgelder von 3.000 Euro möglich, besonders vorsehen sollten sich Fahrer unter Alkohol- und Drogeneinfluss.
Im europäischen Vergleich wird in Deutschland mit Verkehrssündern relativ sanft umgegangen, zumindest was die Höhe der zu verhängenden Bußgelder angeht. Mit einer Anpassung des Bußgeldrahmens, die am ersten Februar 2009 wirksam wird, will die Bundesregierung nun tiefer in Tasche der Verkehrssünder greifen. Danach müssen Fahrer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss künftig damit rechnen, dass ein Bußgeld bis zu einer Höhe von 3.000 Euro gegen sie verhängt werden kann, alle anderen Verstöße können mit bis zu 2.000 Euro geahndet werden.
Zwar bleibt der bisher beschlossene Bußgeldkatalog in Kraft, nach dem drogenauffällige Fahrer beim ersten Verstoß mit 500, beim zweiten mit 1.000 und beim dritten Verstoß mit 1.500 Euro Strafe rechnen müssen, doch können es nun bei schweren Verstößen auch 3.000 Euro Strafe werden.
Kleinere Verstöße werden ab 2009 ebenfalls schwerer geahndet. So erhöht sich das Bußgeld für das Überfahren einer Ampel, die länger als eine Sekunde rot leuchtet, von 125 auf 200 Euro, im falle einer daraus resultierenden Personengefährdung erhöht sich das Bußgeld auf 320 Euro; bei einer Sachbeschädigung sind es gar 360 Euro. Und wer an einer Kreuzung mit Grünpfeil vorm Rechtsabbiegen nicht anhält, muss sich künftig von 70 Euro, statt bisher 50 Euro trennen.

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 30th, 2008

München, den 30. Dezember (autaro) Wie jedes Jahr enttäuschte auch diesmal das “Race of the Champions” nicht. Die Veranstaltung, die im Londoner Wembley-Stadion stattfindet, bot in der diesjährigen Ausgabe Adrnalin-Herausforderungen für jeden Motorsport-Begeisterten. “Race of the Champions” gilt inzwischen als der aufregende und lang erwartete Abschluss der Motorsportsaison.
Diesmal bot die Liste der startenden Sportler einige Namen, die den Atem zusätzlich beschleunigten. Allen voran sollte natürlich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher erwähnt werden sowie die aktuellen Weltmeister Sébastien Loeb (Rallye) und Yvan Muller (Tourenwagen), außerdem Stars wie Formel-1-Ikone David Coulthard und als Titelverteidiger der frühere DTM-Champion Mattias Ekström.
Eine Reverance zu der Tuning-Branche war die Tatsache, dass Herr Schumacher mit einem aufgemotzten Fiat 500 an den Start ging. Das Modell Abarth 500 Asetto Corse (auf Deutsch etwa „in Rennsport-Abstimmung“) brachte dem legendären Fahrer noch einen Gewinn in seiner reichhaltigen Kollektion. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 29th, 2008

Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Demantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.

Mit Rainer Maria Rilkes Gedicht “Es gibt so wunderweiße Nächte” wünscht Ihnen das Team von www.autaro.de frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr. Auch 2009 kummern wir uns darum, dass Sie immer bestens über die Neuigkeiten im Automobilgeschäft informiert sind. Alles rund um die Autokrise, die neusten Öko-Motoren und die besten Modelle des Jahres findet man wie immer auf www.autaro.de.
Unseren Usern – ein inspiriertes neues Jahr!

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 19th, 2008

München, den 19. Dezember (autaro) Jährlich im Januar findet in Detroit, der amerikanischen Autostadt schlechthin, die North American International Auto Show statt. Sie gilt als wichtigster Branchenbarometer der Autoindustrie, zumindest was den US-amerikanischen Markt betrifft. Außerdem ist Detroit der Ballungsraum der amerikanischen Autohersteller, denn die großen Drei, namentlich Ford, General Motors und Chrysler haben ihren Sitz in Detroit. Porsche begründet seine Entscheidung strategisch: so verkaufe man mehr als die Hälfte aller in die USA exportierten Fahrzeuge an die Ost- oder Westküste, wonach man künftig auch geographisch sein Vertriebskonzept ausrichte.
In den USA bewerben sich regelmäßig eine Mehrzahl alternativer Messen um Aussteller, allen voran die Los Angeles Motor Show, die im November ihre Pforten öffnet. Porsche plant nach eigenen Angaben Auftritte in Chicago, Miami, Los Angeles, Toronto und New York. Sollte diese Abkehr auch bei anderen Herstellern Schule machen, wäre dies ein weiterer herber Schlag für die ohnehin schwer gebeutelte amerikanische Autostadt. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 18th, 2008

München, den 18. Dezmebr (autaro) Von Toyota könnte eigentlich nichts Schlechtes kommen. Die Produkte der japanischen Nummer eins haben sich inzwischen als Markenzeichen automobiler Qualität, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit rund um den Globus etabliert. Jede Neuvorstellung des Herstellers erwartet man mit einer vorweihnachts-ähnlichen Spannung. Der Grund dafür ist, dass aus der Wundertüte eigentlich immer eine kostbare Überraschung hervorgeht – etwa ein Elektroantrieb, eine revolutionäre Hybrid-Technologie oder eben ein neues Raumkonzept, das allen Konkurrenten Angst einjagt. Als der Mini-Toyota iQ vor zwei Jahren auf der IAA als Konzeptstudie vorgestellt wurde, wusste man bereits, dass es sich um eine weitere japanische Sensation handeln wird. Die erste öffentliche Vorstellung des iQ wurde von einer massiven Werbekampagne umrahmt und dann auf allen Kontinenten vorgestellt. Zwei Jahre danach – kurz vor der offiziellen Einführung auf den Markt – fragt man sich „Ist das alles?“ Nicht, dass der iQ enttäuscht, aber so richtig überraschen tut er auch nicht.
Wie schon angedeutet, handelt es sich beim iQ um einen Mini-Wagen, der in der smart-Klasse kämpfen will. Der Vergleich mit dem deutschen Konkurrenten ist eigentlich unvermeidlich. Die sehr übersichtlichen Proportionen von 2,98 Meter Länge, 1,68 Meter Breite und 1,50 Meter Höhe machen den iQ um nur 30 Zentimeter länger als den smart. Im Innenraum finden sich jedoch – wer hätte das gedacht – ganze vier Sitze. Zwar kann man sich angesichts der bescheidenen Platzverhältnisse so manche Yoga-Stellung vorstellen, mit der sich das Leben im iQ erleichtern ließe – doch nichts desto trotz, auch wenn es sich nicht um keine Liegewiese handelt, bietet das revolutionäre Sitzkonzept zumindest für kürzere Strecken mit etwa drei Insassen ausreichend Spritz-Tour-Comfort.
Revolutionär ist auch der Frontantrieb, der hier zum Einsatz kommt. Bisher war eine solche Kombination – Mini-Wagen und Frontantrieb – einfach undenkbar. Toyota bricht eben mit Klischees. Um dem Frontantrieb Platz zu machen, wurde das Differential samt entsprechend versetztem Gaspedal um zwölf Zentimeter nach vorne verlagert. Diese Maßnahme ist aber längst noch nicht ausreichend. Der iQ besitzt unter anderem auch eine verkürzte Hinterachse, kompakte Servolenkung und einen zwischen den Achsen verlegten Flachtank. Auf einmal wirkt hier alles wie in einem Puppenhaus – sogar die Klimaanlage und das Armaturenbrett oder die Heizung und die Türtafel wirken so, als ob sie von einem Zauberer verkleinert wurde. Wohlgemerkt aber – nur verkleinert, denn an Extras, Leistung und Technikpotenzial mangelt es im iQ bei keinem Teil.
Wie bei Toyota üblich, wird Sicherheit ganz groß geschrieben. Dank der ausgeklügelten Karosserie schafft die Mini-Limousine sämtliche Crash-Tests mit Bravour. Airbags sind dezent, fast überall in der Kabine versteckt und für die gesamte Fläche der Heckscheibe gibt es einen Prallbeutel.
Als nicht unbedingt spektakulär entpuppt sich allerdings die Motorkraft. An den Start gehen gleich zwei Versionen – ein Diesel und ein Benziner. Überraschend schwach ist die Benzin-Variante, wobei schwach hier als Toyota-schwach verstanden werden muss, was immer noch das Beste im internationalen Vergleich bedeutet. 68 PS und 50 kW stehen dem Fahrer hier zur Verfügung. 14,1 Sekunden dauert es bis Tempo 100 erreicht wurde und die Höchstgeschwindigkeit ist schon mit durchschnittlichen 150 km/h erreicht. Spritzig ist wiederum der Diesel mit 66 kW und 90 PS. 170 km/h Höchstgeschwindigkeit hören sich nämlich schon wieder ganz anders an und auch die 10,7 Sekunden bedeuten nun mal Fahrspaß.
Einer der absoluten Vorteile von Toyota ist die Umweltfreundlichkeit der Antriebstechnologie. Diesem Prinzip bleibt die Marke auch im neuen iQ treu. 4,2 Liter schluckt der Benziner und nur 4 Liter der Diesel. Auch anderen Prinzipien bleibt Toyota treu – etwa keine Sensationen in Preisfragen anzubieten. Der iQ ist teurer als die meisten Mitstreiter im smart-Segment. Mindestens 12.700 Euro kostet der Benziner und der Diesel ist erst ab 14.900 Euro zu haben. Obwohl der iQ ein durchaus gelungenes Automobil ist, können wir unsere kleine Enttäuschung nicht verstecken. Irgendwie dachten wir, dass im japanischen smart mehr stecken wird – einige Zaubertricks in punkto Raumdesign und Komfort-Extras zumindest. Doch vielleicht brauchen die Japaner solche Tricks überhaupt nicht. Ihre Meisterwerke sind mit Abstand das Beste, was der Automobilmarkt momentan zu bieten hat und eine solche Qualität verkauft sich immer hervorragend. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 17th, 2008

München, den 17. Dezember (autaro). Die beiden Unternehmen Daimler und Evonik sind eine strategische Allianz zur Herstellung noch leistungsfähigerer Akkus eingegangen. Laut Daimler-Chef Dieter Zetsche wird alleine das Investitionsvolumen des schwäbischen Autobauers „im niedrigen dreistelligen Millionenbereich“ liegen. Die Fertigung der Akkus wird voraussichtlich die Firma Li-Tec in Kamenz, Sachsen, übernehmen, an der Evonik die Mehrheit hält. Glaubt man den Ankündigungen des Evonik-Chefs Werner Müller, so wird die neue Akkutechnik dem Elektroauto zu seinem Durchbruch verhelfen. Man könne damit Elektroautos für alle bauen, und zwar „alltagstauglich, sicher bezahlbar“, so Müller. Tatsächlich wird es laut Schätzungen der Bundesregierung auf Deutschlands Straßen bereits im Jahre 2020 mehr als eine Million Elektrofahrzeuge geben.
Li-Tec baut dabei auf die Lithium-Ionen-Technik (kurz: Li-Ion), die etwa zweieinhalb mal so leistungsfähig ist, wie die bisher in Fahrzeugen gängige Nickel-Metallhybrid-Akkus (NiMH). Ferner ist die Brandsicherheit der Li-Ion-Akkus dank einer mit Nanoteilchen beschichteten Folie wesentlich größer. Den ersten Akku der neuen Generation will Daimler bereits ab 2010 anbieten, allerdings verrät man noch nicht, in welchem Modell. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 15th, 2008

München, den 15. Dezember (autaro) Das aktuelle Öko-Auto des Monats ist eine hoch aktuelle Entwicklung, die erst vor kurzem in Berlin vorgestellt wurde. Es handelt sich natürlich um den Elektro-Mini, der gerade deutschlandweit die Runde in Presse und Fernsehen macht. Die Nachricht lautet: 50 Mini E-Berlin werden in der Hauptstadt als Forschungsfahrzeuge zum Einsatz kommen. Unterstützt wird das Projekt vom schwedischen Multi-Millionen-Energie-Konzern Vattenfall. Alles gut und schön, doch ein ganz dezenter, leicht bitterer Beigeschmack trübte die offizielle Vorstellung des Projekts in Berlin.
Aber zuerst mal das Positive. Beim E-Mini handelt es sich um eine durchaus respektable Leistung der bayerischen Meister. Hinter diesem Projekt verbirgt sich eine sehr intensive und offensichtlich sehr geheim gehaltene Forschungsphase. Das Resultat sind nun folgendermaßen aus: Die Batterie zeigt sich besonders ergiebig und will erst nach 250 km wieder aufgeladen werden. Dazu ist auch die Geschwindigkeitsleistung überzeugend – 152 km/h stehen dem Fahrer zur Verfügung und der Standardsprint wird in passablen 8,5 Sekunden absolviert. Vattenfall kümmert sich um den Ausbau des Stromnetzes, von dem die Minis ihren Sprit beziehen werden. Natürlich wird am Öko-Auto alles 100%ig „öko“ sein. So wird sogar der Strom, mit dem die Fahrzeuge aufgeladen werden, aus ökologischen Kraftwerken geliefert.
Insgesamt handelt es sich allerdings nur um ein Testprojekt. Der E-Mini ist, wie die Pressekonferenz deutlich machte, immer noch weit von der Serienproduktion entfernt. BMW muss noch eine lange Latte von Fragen beantworten – wie zum Beispiel, wie viel der grüne Wagen kosten soll, ob er überhaupt in naher Zukunft für die Massenkundschaft erschwinglich sein wird und ob BMW überhaupt über die Ressourcen verfügt, dieses Projekt erfolgreich abzuschließen, um darauf in Zukunft seine Modellpalette aufzubauen. Bei so vielen Unklarheiten bleibt der Zweck der opulenten Erstvorstellung in Berlin ein eher schleierhaftes Geheimnis.
Man konnte sich durchaus wundern, warum ein solch unreifes Projekt überhaupt mit so viel Glanz und Gloria in der Presse angekündigt wird. Noch verwunderlicher waren die Aussagen, die dann bei der Konferenz und dem anschließenden Sekt-Empfang zu hören waren: „Der Elektromobilbität gehört die Zukunft. Dabei ist schon frühzeitig darauf zu achten, dass die Elektrofahrzeuge erneuerbare Energien nutzen. Nur dann haben wir tatsächlich Null-Emissions-Fahrzeuge“. Das sind die Worte des Bundesumweltministers Gabriel. Solche Schlussfolgerungen wären im Jahr 2000 vielleicht revolutionär gewesen, heute klingen sie eher peinlich, wenn nicht gar schmerzhaft. Die heimischen Autoproduzenten setzten viel zu spät auf den Elektroantrieb. Sie warteten geduldig bis Toyota, Nissan und andere Konkurrenten (darunter auch viele aus den USA) erfolgreich und schnell Elektroprojekte in Gang setzten, bis sie augenscheinlich erst begannen, mit dem Gedanken eines Elektroantriebes zu spielen.
Die Zukunft von gestern gehört dem Elektroantrieb, doch die Gegenwart ist längst von nicht-fossilen Motoren geprägt. In diesem Sinne ist die Vorstellung des E-Mini-Projektes nichts anderes als eine Show, eine teure PR-Aktion, die ein Projekt ankündigt, das mit etwa fünf bis zehn Jahren Verspätung nach Deutschland kommt. BMW verdient dennoch Respekt für die Mühe und das Engagement, das die Bayern an den Tag legen, das Thema „Elektroantrieb“ in Deutschland populär zu machen. Wenn das Projekt abgeschlossen ist und der Zero-Emissions-Mini auf den breiten Straßen Deutschlands zahlreich zu sehen ist, dann wird er auch viel Lob und Medieninteresse verdienen. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 15th, 2008

München, den 15. Dezember (autaro) Gestern ging eines der heißesten Autoevents des Jahres zu Ende. Die Bologna Motor Show weiß, wie man aus einer Automobilmesse richtiges Spektakel macht, und zwar sogar dann, wenn die Premieren etwas auf der Strecke blieben. Diesmal kamen viele wunderhübsche Hostessen zum Einsatz, die mit freundlichen Blicken und engagierten Anweisungen die Besucher für sich gewinnen konnten.
Während der Ausstellung wurden acht Weltneuheiten gezeigt und gleich 11 Europadebüts standen im Programm. Das ist zwar nicht üppig, auf jeden Fall aber aufregend. Vor allem konnte der neue Mazda 3 als Stufenhecklimousine für Publikumsandrang sorgen. Auch das Facelift des kleinen Citroën C1 konnte sich einer enormen Publikumsresonanz erfreuen.
Zum ersten Mal in Europa wurden die zwei Meisterwerke von Porsche vorgestellt – der neue Boxster und der Cayman. Beide Modelle wurden bereits in Los Angeles präsentiert und ernteten dabei durchaus begeisterte Kritiken.
Unter den totalen Debüts wurde am lautesten der chinesische Hersteller DR gefeiert. Zum ersten präsentiert sich der asiatische Automobilproduzent mit dem etwas langweiligen Namen in Europa und zwar mit seinem Modell DR3. Schlüsselprinzip scheint in China die Motorenvielfalt zu sein – mehrere Antriebsvarianten stellte der Hersteller vor, darunter auch viele umweltfreundliche Aggregate. Diese wurden zwar von europäischen Spezialisten entwickelt, im Land des Lächelns aber tüchtig hergestellt. Das Design gehört aber mit Abstand zu den schlechtesten Studien in der Branche. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 15th, 2008

München, den 15. Dezember (autaro) Das aktuelle Öko-Auto des Monats ist eine hoch aktuelle Entwicklung, die erst vor kurzem in Berlin vorgestellt wurde. Es handelt sich natürlich um den Elektro-Mini, der gerade deutschlandweit die Runde in Presse und Fernsehen macht. Die Nachricht lautet: 50 Mini E-Berlin werden in der Hauptstadt als Forschungsfahrzeuge zum Einsatz kommen. Unterstützt wird das Projekt vom schwedischen Multi-Millionen-Energie-Konzern Vattenfall. Alles gut und schön, doch ein ganz dezenter, leicht bitterer Beigeschmack trübte die offizielle Vorstellung des Projekts in Berlin.
Aber zuerst mal das Positive. Beim E-Mini handelt es sich um eine durchaus respektable Leistung der bayerischen Meister. Hinter diesem Projekt verbirgt sich eine sehr intensive und offensichtlich sehr geheim gehaltene Forschungsphase. Das Resultat sind nun folgendermaßen aus: Die Batterie zeigt sich besonders ergiebig und will erst nach 250 km wieder aufgeladen werden. Dazu ist auch die Geschwindigkeitsleistung überzeugend – 152 km/h stehen dem Fahrer zur Verfügung und der Standardsprint wird in passablen 8,5 Sekunden absolviert. Vattenfall kümmert sich um den Ausbau des Stromnetzes, von dem die Minis ihren Sprit beziehen werden. Natürlich wird am Öko-Auto alles 100%ig „öko“ sein. So wird sogar der Strom, mit dem die Fahrzeuge aufgeladen werden, aus ökologischen Kraftwerken geliefert.
Insgesamt handelt es sich allerdings nur um ein Testprojekt. Der E-Mini ist, wie die Pressekonferenz deutlich machte, immer noch weit von der Serienproduktion entfernt. BMW muss noch eine lange Latte von Fragen beantworten – wie zum Beispiel, wie viel der grüne Wagen kosten soll, ob er überhaupt in naher Zukunft für die Massenkundschaft erschwinglich sein wird und ob BMW überhaupt über die Ressourcen verfügt, dieses Projekt erfolgreich abzuschließen, um darauf in Zukunft seine Modellpalette aufzubauen. Bei so vielen Unklarheiten bleibt der Zweck der opulenten Erstvorstellung in Berlin ein eher schleierhaftes Geheimnis.
Man konnte sich durchaus wundern, warum ein solch unreifes Projekt überhaupt mit so viel Glanz und Gloria in der Presse angekündigt wird. Noch verwunderlicher waren die Aussagen, die dann bei der Konferenz und dem anschließenden Sekt-Empfang zu hören waren: „Der Elektromobilbität gehört die Zukunft. Dabei ist schon frühzeitig darauf zu achten, dass die Elektrofahrzeuge erneuerbare Energien nutzen. Nur dann haben wir tatsächlich Null-Emissions-Fahrzeuge“. Das sind die Worte des Bundesumweltministers Gabriel. Solche Schlussfolgerungen wären im Jahr 2000 vielleicht revolutionär gewesen, heute klingen sie eher peinlich, wenn nicht gar schmerzhaft. Die heimischen Autoproduzenten setzten viel zu spät auf den Elektroantrieb. Sie warteten geduldig bis Toyota, Nissan und andere Konkurrenten (darunter auch viele aus den USA) erfolgreich und schnell Elektroprojekte in Gang setzten, bis sie augenscheinlich erst begannen, mit dem Gedanken eines Elektroantriebes zu spielen.
Die Zukunft von gestern gehört dem Elektroantrieb, doch die Gegenwart ist längst von nicht-fossilen Motoren geprägt. In diesem Sinne ist die Vorstellung des E-Mini-Projektes nichts anderes als eine Show, eine teure PR-Aktion, die ein Projekt ankündigt, das mit etwa fünf bis zehn Jahren Verspätung nach Deutschland kommt. BMW verdient dennoch Respekt für die Mühe und das Engagement, das die Bayern an den Tag legen, das Thema „Elektroantrieb“ in Deutschland populär zu machen. Wenn das Projekt abgeschlossen ist und der Zero-Emissions-Mini auf den breiten Straßen Deutschlands zahlreich zu sehen ist, dann wird er auch viel Lob und Medieninteresse verdienen. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

Dezember 12th, 2008

München, den 12. Dezember (autaro) Aktuell überschlagen sich förmlich die Meldungen über die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte. Den Vorreiter macht hierbei seit Entwicklung der Hybridtechnik der reine Elektroantrieb. So überrascht uns nun auch der umtriebige Autohersteller Tata aus Indien mit der Vorstellung Seines Prototypen Indica Electric auf der Bologna Motor Show. Zuletzt hatte Tata mit der Entwicklung des viersitzigen Stadtflitzers Tata Nano, der in Indien ab 2009 zu Preisen von umgerechnet 1.700 Euro angeboten werden soll, für Schlagzeilen gesorgt. Der nun vorgestellte Prototyp ist ein Tata Indica, der sich auf dem indischen Markt seit 1998 mit konventionellem Ottomotor großer Beliebtheit erfreut, allerdings mit E-Motor. Dieser leistet laut Tata 40 kW und stellt ein maximales Drehmoment von 95 Nm zur Verfügung, das wie bei allen Elektromotoren praktisch von der ersten Drehzahl an für Druck auf die Kurbelwelle sorgt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt damit 120 km/h und den Sprint von Null bis Tempo 60 soll der 3,70 m lange Viertürer in 9 Sekunden erledigen. Für die Stadt und deren Peripherie sollten die Fahrleistungen also völlig ausreichen, wesentlich interessanter ist bei Elektrofahrzeugen allerdings die Frage nach der Reichweite: diese gibt der Hersteller mit runden 200 km an, Lithium-Ionen-Akkus sei Dank. Die Ladezeit will mit rund acht Stunden allerdings noch deutlich verkürzt werden. (autaro)

Zurück zum Seitenanfang