München, den 30. Januar (autaro) Beim diesmaligen Öko-Auto des Monats handelt es sich um ein längst etabliertes Modell. Vor etwa drei Jahren präsentierte der Wolfsburger Konzern Volkswagen seine Bluemotion-Modellserie. Dabei handelte es sich weder um Hybrid-Technologien, Elektromotoren noch um sonstigen technischen Schnick-Schnack, sondern einfach um eine spritsparende Motorisierung, eigentlich um eine extrem spritsparende Motorisierung. Zuerst kam der Polo Bluemotion, der einen ersten Einblick in die neue Modell-Reihe gewährte. Der Polo entpuppte sich aber als ein viel zu schüchterner erster Versuch. Bei Kleinwagen ist der Spritverbrauch ohnehin nicht üppig und man fragte sich logischerweise, ob einige Milliliter mehr oder weniger wirklich was bringen. Anders sah es aber beim Passat Bluemotion aus. Vor allem, weil das Modell kurz vor dem Höhepunkt der Sprithysterie erschien und im Mittelklassensegment eine durchaus respektable Ersparnis anbot.
Ausgereiftes Konzept
Etwas, das man den deutschen Herstellern zugestehen sollte, ist die immer sehr durchdachte Strategie. Die Öko-Modelle, die sie auf den Markt bringen, sind oft keine bahnbrechenden Meisterwerke und im Vergleich zu einigen asiatischen Kreaturen gar nicht so umweltfreundlich. Dennoch handelt es sich bei ihnen immer um völlig ausgereifte Konzepte. Das trifft auch auf den Passat Bleumotion zu. Der spritsparende Motor ist hier kein einsamer Kämpfer für das Wohl der Erde und den Geldbeutel, sondern er wird von einer Reihe zusätzlicher Techniken und Extras unterstützt. Allen voran soll die verbesserte Aerodynamik erwähnt werden. Das Fahrwerk wurde um 15 Millimeter vorne und um 8 Millimeter hinten tiefer gelegt, damit der cW-Wert (der Widerstand) niedrig gehalten werden kann. Weniger Widerstand leistet auch der Kühlergrill, und auch die Karosserie wurde nach neusten Konzepten in der Fahrdynamik gestaltet.
Das Wichtigste hat sich aber natürlich unter der Haube getan. Das Etikette Bluemotion trägt ein einziges Diesel-Triebwerk – der 1,9 TDI. Um den Spritverbrauch niedriger zu halten, mussten natürlich einige der Parameter des ansonsten sehr überzeugenden Motors geopfert werden. So wurde zum Beispiel die Drehzahl von 830 auf 730 U/Min gesenkt. Außerdem wurden Ladedruck, Einspritzzeitpunkt und Abgasrückführrate angepasst. Darunter leidet die Höchstgeschwindigkeit jedoch nicht. Stolze 193 km/h stehen dem Bluemotion-Fahrer zur Verfügung. An diese kommt man natürlich nicht so leicht wie mit dem gängigen Motor, sie stehen aber auf jeden Fall zur Verfügung. Somit muss man sich nicht endgültig vom Fahrspaß verabschieden; man kann durchaus immer noch abenteuerliche Momente auf der Autobahn erleben. Der Spritverbrauch beläuft sich auf 5,1 Liter Diesel pro 100 Kilometer, was 136 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bedeutet. Somit ist der Verbrauch um 0,5 Liter niedriger als beim normalen Diesel-Aggrega
Spaß vs. Sparen
Eine wichtige Frage muss noch geklärt werden: Wo liegen die Vorzüge des Bluemotion-Antriebs gegenüber einem Hybird-Aggregat? Die Frage sollte eigentlich anders gestellt werden – gibt es sie überhaupt, die Vorzüge? Mir fällt nur ein einziger auf: Die Hybrid-Technologie ist deutlich komplizierter – unter der Haube arbeiten schließlich zwei ganz unterschiedliche Systeme und das reflektiert natürlich auf die Fahrkultur (zumindest bei einigen Modellen). Tja, der Bluemotion-Motor ist zwar nicht so aufwendig, dafür aber sehr laut. In der Stadt und generell bei niedrigerem Fahrtempo ist der Hybrid-Motor zwar kaum wahrnehmbar, das VW-Prachtstück bietet aber eine überdurchschnittlich laute Motorensymphonie, die im höheren Drehzahlbereich fast an Schostakowitschs wilde Drei-Orchester-Meisterwerke erinnert.
Ein absoluter Vorteil ist der Preis. Das Bluemotion-Modell kommt mit einer Reihe von Sonderausstattungen, die die 26.300 Euro für das Basismodell zu einem richtigen Schnäppchen machen. Vor einigen Monaten bereicherte Volkswagen seinen Katalog mit dem Golf Bluemotion – einer viel verspäteten Entwicklung, die in den heutigen Zeiten fast nichts Nennenswertes an Öko-Technik anbietet. Die Zukunft der Bluemotion-Modelle ist angesichts der angekündigten Voll-Elektrofahrzeuge klar. Bei einem Spritpeis von knapp 2 Euro pro Liter waren sie aber durchaus eine Erleichterung, für viele gar eine Sensation. (autaro)
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