Die Top 5 Mißerfolge der Automobilindustrie. Ob laut, spritschluckend oder Liebling der Kfz-Werkstätten − hier finden Sie die schlimmsten Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte!
München, den 16. Februar (autaro) Sie haben es bestimmt gut gemeint, die Autohersteller! Die fünf Automodelle, die es in unsere aktuelle Klassierung geschafft haben, sind an sich nicht schlecht. Manche von ihnen wurden sogar mit Preisen gekrönt und zum „Auto des Jahres“ ernannt. Das ändert aber sowohl wenig an ihrem Status in der Automobilgeschichte als auch an der Tatsache, dass sie zu den peinlichsten Niederlagen des jeweiligen Herstellers gehören. Und bitte nicht wundern – die meisten Worse-Ever-Cars kommen aus den USA. Das liegt daran, dass der amerikanische Markt schon immer eine Herausforderung war. Mal Muscle Cars, mal elegante Limousinen, mal große SUVs – den Überblick kann man da nur schwer behalten. Das zwingt die großen Hersteller dazu, manchmal durchaus extravagante Lösungen anzubieten. Sie verändern leicht ein in Europa erfolgreiches Modell und verkaufen es in der Neuen Welt – natürlich als völlig neue Kreation. Das Ergebnis ist …. meistens einfach nur peinlich – ein Hauch von Nichts.
And the Oscars go to…
Nummer 5: Renault AllianceHeute ist Renault mehr als erfolgreich. Der Siegeszug der Marke erobert immer neue geografische Areale, doch vor etwa 20 bis 30 Jahren sah das noch ganz anders aus. Die wilde Konkurrenz des Europas der 70er und 80er zwang Renault dazu, neue Modelle am laufenden Band zu produzieren, um diese dann wiederum quasi-erfolgreich in Marokko, Algerien oder Ägypten zu verkaufen. Aus dieser Ära kommt auch der Renault Alliance, der eigentlich speziell für den US-Markt entwickelt wurde. Das Adverb „speziell“ ist dabei sehr übertrieben. Hinter der kantigen Fassade des Modells versteckt sich – und zwar nicht sehr erfolgreich – das Modell Renault 9 Sedan, der in Europa bereits zu den mehr als reifen Modellen gehörte. Sogar für Anfang der 80er war die Motorkraft von 60Ps einfach lächerlich. Die Verkaufszahlen „stiegen“ schnell nach dem Verkaufsstart auf 0.
Nummer 4: Ford ThunderbirdAn sich keine schlechte Idee – ein neues Modell des erfolgreichen Thunderbird zu relaunchen, das zweifelsfrei zu den Klassikern nicht nur der Ford-, sondern der gesamten Automobilgeschichte gehört. 2002 war das Automobil fertig und der Hersteller startete eine adäquate PR-Aktion. Diese katapultierte den zweisitzigen Sportler mit Klassik-Flair immerhin zum Trend-Auto des Jahres in Asien und den USA. Dann gab es aber die ersten Auslieferungen. Das lukrative Preis-Leistungsverhältnis entpuppte sich als eine technische und finanzielle Falle. Der Motor bot alles andere als sportliche Leistung. So überzeugte auch der Preis von 40.000 US-Dollar nicht mehr. In kürzester Zeit war es dann aus für das Projekt „Thunderbird“.
Nummer 3: Chevrolet VegaAuch der Chevrolet Vega schaffte es nicht nach Europa. Dafür war er aber in den USA, Kanada und Asien durchaus eine Nervensäge. 1971 kletterte das Modell auf ungeklärte Art und Weise auf den Olymp der Auszeichnungen. Es erhielt den Titel „Car of the Year“, nur um etwa vier Jahrzehnte später auf jedermanns Liste der schlechtesten Autos aller Zeiten zu landen. Das Problem des Vega ist … eigentlich alles – das langweilige und träge Design, der schwache und laute, extrem spritschluckende Motor und der zu hohe Preis. Außerdem konnten sich die Chevrolet-Mechaniker anscheinend nie von ihren Kreationen trennen, denn der Vega landete serienweise ständig in den Werkstätten des Herstellers. Bald war es kein Spaß mehr und die Handbremse des Projekts musste dringend gezogen werden.
Nummer 2: Cadillac CateraNun, auch ein weiterer Riese der amerikanischen Autoindustrie schafft es in die Top 5 der schlechtesten Autos aller Zeiten zu kommen – mit dem Catera, einer durchaus merkwürdigen Kreation. Was haben sich die Amerikaner dabei gedacht? Die Antwort auf diese Frage gehört zu den größten Mysterien der Weltgeschichte, etwa neben Stonehenge oder den ägyptischen Pyramiden. Inspirieren lassen haben sie sich vom Schwester-Konzern innerhalb des GM-Imperiums – vom Opel Omega MV6. Als Grundgedanke nicht schlecht, denn der Catera sollte die Positionen der Amerikaner gegenüber europäischen Konkurrenten wie BMW oder Mercedes stärken. Cadillac ließ den Catera zunächst in Deutschland bauen. Nach einigen verschwindend kleinen kosmetischen Manipulationen am Opel Omega machen, verkaufte Cadillac das Automobil dann aber stolz in den USA als eine eigenständige Entwicklung. Unfair und nicht unbedingt vorausschauend. Das Modell entpuppte sich als eine bare Enttäuschung – in jeder Hinsicht. Technisch war es Welten vom Opel Omega entfernt. Wie die Amerikaner das überhaupt geschafft haben, wenn sonst alles andere zu knapp 100% identisch mit dem Deutschen ist, ist ein weiteres Mysterium aus dem Hause Chevrolet.
Nummer 1: Ford Mustang IIAuch die diesmalige Nummer eins ist ein gekröntes Automobil. 1974 wurde der Ford Mustang II zum Trend Car oft he Year ernannt – ein durchaus renommierter Titel. Erschienen ist der Mustang II mitten in der ersten Ölkrise, die die Welt Mitte der 70er bewegte. Ford präsentierte das Automobil als eine Revolution – spritsparend und doch kräftig. Klingt das nicht bekannt? Um seine protzende Kraft zu unterstreichen, verkaufte ihn der Hersteller als zweite Serie seines legendären Mustang – eines der ersten Muscle Cars in der Automobilgeschichte. Als reinen Betrug qualifizierten die Käufer den neuen Mustang. Das klingt wohl auch bekannt, oder? Die Motorkraft ließ keine Wünsche offen – im buchstäblichen Sinne – sie war einfach ein Leidenschaftskiller. Das Design zeigte sich auch phantasielos und uninspiriert. (autaro)