München, den 31.03. (autaro) Bereits gestern berichteten wir über massive technische Schwierigkeiten bei dem online Reservierungsverfahren für die Umweltprämie des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Unser Radaktionsmitglied, das seinen alten Volvo abzuwracken plant, saß den ganzen Tag am PC und versuchte auf der Homepage des BAFA durchzukommen. Nachts hat es dann geklappt, um 01:30 Uhr lief alles wie am Schnürchen. „Das war leichter als Online-Banking, warum nicht gleich so?“ Der Grund: das BAFA hat die Bearbeitung der Anträge an einen externen Dienstleiter abgegeben. Zwar verfügt dieser über einen Server, der bis zu 1.000 Anträge pro Sekunde bearbeiten kann, doch existiert irgendwo in der Zuleitung ein so genannter Flaschenhals, der einen massiven Datenstau verursacht. So kommt es auch heute wieder zu langen Wartezeiten und noch längeren Gesichtern bei völlig entnervten Antragstellern. „Leider konnte Ihre Anfrage zum jetzigen Zeitpunkt nicht bearbeitet werden. Bitte versuchen Sie es in ca. drei Minuten erneut“, so der immer gleiche Text, der Antragstellern anstelle der Eingabemaske auf dem Monitor erscheint.
Zudem ereigneten sich laut Meldungen des Onlinedienstes Heise.de zahlreiche Pannen bei Anträgen, die tatsächlich durchgingen. So wurden Datensätze vertauscht und teilweise Reservierungsbestätigungen mit Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Fahrzeugidentifizierungsnummer an die falschen Adressaten verschickt. Laut BAFA ließen sich diese Probleme zwar mit „relativ wenig Aufwand“ beheben. Aus Datenschutzgesichtspunkten sind solche Patzer hingegen kaum vertretbar und eine riesige Blamage für das Bundesamt.
Ohnehin kritisierten Datenschützer von Anfang an, dass die Daten der Antragsteller nicht per Hyper Text Transfer Protocol Secure (https) an den bearbeitenden Dienstleister gesendet wurden, wie es beim Umgang mit persönlichen und sensiblen Daten heute längst üblich ist. Die Daten wurden und werden nämlich weiterhin über das herkömmliche Hyper Text Transfer Protocol (http) versendet, wodurch sie vor Zugriffen Fremder kaum geschützt sind. Hoffen wir also, dass aus diesem Vorgang keine Missbrauchsfälle resultieren.
Eingegangen ist bis zum 31.03. beim BAFA übrigens die beträchtliche Zahl von 75.816 Reservierungsanträgen. Wieviel Zeit hierfür insgesamt von Privatpersonen und Händlern am gestrigen Tage verwendet wurde, weiß wohl nur der liebe Gott. (autaro)

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