München, den 21. Mai (autaro) Auf der Suche nach einem ausgereiften Elektroantrieb, wollte sich die Redaktion von autaro.de den abgefahrenen Tango T600 unbedingt einmal näher ansehen. Das Modell zirkuliert seit etwa vier Jahren in den Kreisen der großen und kleinen Hersteller und gilt als eine der erfolgreichsten Entwicklungen im Bereich der umweltfreundlichen Antriebe. Der Tag, an dem das erste elektrogetriebene Fahrzeug die Werke eines großen Herstellers verlassen wird, liegt derzeit wohl noch in ferner Zukunft. Bis dahin bestimmen die sporadischen Entwicklungen der kleineren Auto-Meister wie der Tango, entwickelt und hergestellt von dem zumindest in Europa recht unbekannten US-Produzenten Commuter Cars, den internationalen Markt.
Nicht abschrecken lassen!
Warum die Automobilproduzenten elektrogetriebene Autos unbedingt mit abgefahrenem Design kombinieren, bleibt eine der größten Mysterien der Automobilbranche. Der Elektroantrieb ist keine modische Erscheinung aus der Zukunft, sondern ein etwas verspätetes Muss für die Gegenwart. Der Tango T600 macht hierbei keine Ausnahme. Ich verspreche Ihnen – so ein Automobil haben Sie bis jetzt noch nicht gesehen. Die ganze Extravaganz fängt doch nicht bei der Länge an. Mit 2,57 Metern bewegt sich der kleine Amerikaner in der durchaus bekannten smart-Klasse. Mit seiner Breite von gerade mal 99 Zentimetern eröffnet er sein eigenes Segment. Ich wiederhole das nochmals, um sicher zu gehen, dass es alle gelesen haben – die Breite beziffert genau 99 Zentimeter. Wenn man sich das Automobil anschaut, kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, dieses Auto in könnte in die eigene Hosentasche passen.
Das Geheimnis – wenn das überhaupt ein Geheimnis ist – liegt in der Position der Sitze. Platz gibt es für genau zwei Passagiere – Fahrer und einen Beifahrer, der dem Fahrer wohl nicht unbedingt sympathisch ist. Denn der zweite Passagier sitzt nicht neben dem Fahrer, sondern hinter ihm. Ungewohnt, aber durchaus praktisch – so muss man sich nicht immer ein Gesicht anschauen, das man vielleicht nicht so gerne sieht.
Eine Kinderportion?
Nein, das heißt natürlich nicht, dass der Tango T600 mit Pommes und Fischstäbchen geliefert wird. Vielmehr heißt es, dass das Modell nur die Hälfte eines Standardparkplatzes braucht. Das eröffnet neue Perspektiven in der Stadt, denn der Tango lässt sich in den kleinsten Lücken parken. Im Innenraum herrscht ein extravagantes, sportliches Feeling. Vermittelt wird dieses unter anderem von den Sparco-Rennsitzen mit den Hosenträgergurten, bei deren Entwicklung es nicht nur um das Show-Element geht…
Man glaubt seinen Augen nicht…
Die Elektrobatterie des Tango T600 wiegt stolze 450 Kilogramm, was zu dem Gesamtgewicht von 1400 Kilogramm führt – nicht gerade das, was man sich als Kinderportion vorstellt. Für dieses Gewicht bringt das Aggregat jedoch eine respektable Leistung auf der Straße. Das Drehmoment von 1355 Newtonmetern ist schwindelerregend und beschleunigt den Tango in nur 4 Sekunden auf Tempo 100. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 240 km/h, was auch für so manche Luxuslimousine mit umweltbelastendem Verbrennungsmotor nicht zu machen ist. Ausgestattet ist das Automobil mit einem speziellen Stabilitätsprogramm, damit der Schmalspurwagen vor lauter Kraft nicht aus dem Gleichgewicht kommt. Verlassen kann man sich auf die Technik hier zu jedem Zeitpunkt.
Ein Tango aus der Zukunft
Der Tango T600 hat sehr gute Chancen, das Umwelt-Auto des Jahres zu werden – seine Elektrobatterie ist stark genug, um sogar sportliches Feeling zu vermitteln. Das Design ist extravagant, modern und wirklich bahnbrechend. Darüber hinaus zeigt sich das Automobil als durchaus praxistauglich. Das Triebwerk hat eine Laufzeit von 120 Kilometern, wonach der Tango für etwa drei Stunden an die Steckdose muss. Das kann man durchaus verschmerzen – im Alltag sind 120 Kilometer völlig ausreichend. Beim Preis hapert es allerdings. Stolze 85.000 US-Dollar verlangt der Hersteller für diese revolutionäre Entwicklung. Das liegt aber nur daran, dass das Modell in sehr kleinen Auflagen hergestellt wird. Mit einem starken Investor kann die Zukunft des amerikanischen Tangos ganz anders aussehen. (autaro)
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