München, den 27. August (autaro) In den Kuga investierte Ford viel – Arbeit, Forschung, Geld und vor allem Hoffnung. Das erste SUV der europäischen Tochter des namhaften amerikanischen Großkonzerns sollte zum Flaggschiff des Unternehmens werden und die Spitzenposition unter den starken Konkurrenten im SUV-Bereich übernehmen. Eine schwierige Aufgabe, zumal der Crossover-Sektor stark umkämpft und von großen Namen angeführt wird. Die erste Position in diesem Segment schien für den Tiguan der Wolfsburger reserviert zu sein, die zweite ging an den Q5 der Ingolstädter und erst die Bronze erwies sich als eine vakante Platzierung. Die Kölner sahen das Potenzial und förderten ihre Kreation zügig, bis diese in Sachen Zulassung den dritten Platz in Deutschland einnahm. Gar nicht übel und vor allem verdient. Mit den Jahren verwandelte sich der Kuga in eine phantastische Entwicklung mit Top-Extras und variablen Einsatzmöglichkeiten. Mitten im Hochsommer erscheint auch die neue Version, die wir ganz genau unter die Lupe nahmen.
Am Außenraum kaum was Neues
Ja, am Äußeren hat sich wenig getan. Das ist aber auch gut so, denn die Kölner Kreation besticht mit ihrem modernen, ausgeklügelten, bewegten, allerdings nicht extravaganten Design. Der Akzent liegt hier auf der dramatisch gefeilten Front. Die Botschaft, die die Designer signalisieren, ist eindeutig: Gesucht wurde nach einer sportlichen und kraftvollen Dynamik. Das vermittelt unter anderem auch der schicke Hüftschwung, der zugleich elegant und muskulös erscheint.
Ansprechender Innenraum
Inzwischen gehört ein komfortabler Innenraum zum A und O des SUV-Segments. Hier darf nichts fehlen – Ablagen, komfortable Sitze, Kühlfach, Navi-System – das alles ist ein Muss bei den Pkw-Riesen. Ford ist für unangenehme Überraschungen gar nicht geeignet und bietet seinem Käufer alles, was das Herz begehrt. Neu ist die absolut phantastische Mittelkonsole mit der großen silbernen Zierblende. Kreativ ist die Position des Schalthebels, der etwas höher und näher an der Mittelkonsole sitzt. Ist das nicht gewöhnungsbedürftig, würde sich mancher Purist fragen? Eigentlich nicht. Es ist höchst komfortabel und wird mit Sicherheit schon bald von den Konkurrenten als neues Element in ihren Innenräumen übernommen. Eine gewisse Menge unbeliebter Hartplastik versteckt sich auch beim Kuga. Empfehlenswert sind deshalb die höheren Ausstattungslinien, die mehr Leder als billige Materialien parat halten.
Volle Kraft
Am meisten hat sich etwas unter der Haube getan. Die Ford-Ingenieure haben einen neuen Motor entwickelt, der vor allem die Geschwindigkeits-Fans glücklich machen wird. Der 2,5-Liter-Benziner bietet 147 kW/200 PS. Die Maschine arbeitet souverän und zuverlässig. Im Innenraum ist der Motor kaum wahrnehmbar, was das Geräusch angeht. Wenn man aber über Kraft spricht, macht sich die Kölner Entwicklung zu jedem Zeitpunkt bemerkbar. Bei 320 Nm ab 1600 Touren ist auch nichts anderes zu erwarten. Dass der Kuga eher für amerikanische Autobahnen konzipiert ist, ist an dem Kurvenverhalten zu erkennen. Das SUV ist weniger agil als seine Konkurrenten, doch diesen Nachteil kann man leicht ignorieren, da sich der Kuga trotzdem sehr sportlich und dynamisch zeigt.
Fazit
Anders sieht es allerdings mit dem Spritverbrauch aus. Dieser ist extrem hoch und für die heutige Ära der umweltfreundlichen Automobile kaum akzeptabel. Laut Hersteller verbraucht die Top-Motorisierung ganze 9,9 Liter auf 100 Kilometer und unglaubliche 14 Liter im Stadtverkehr. Das ist mehr als nur verbesserungswürdig und deutlich über den Werten der Konkurrenz aus Wolfsburg und Ingolstadt. Kompensiert wird der rote Punkt mit appetitlichen Preisen. Die Top-Motorisierung kostet in der Basis-Ausstattung 28.600 Euro und dafür bekommt der Kunde eine Reihe an tollen Extras, unter anderem eine Klimaanlage, elektrische Außenspiegel und Fensterheber, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad und Bordcomputer – alles Leckereien, die den Kauf des neuen Kuga auf jeden Fall empfehlenswert machen. (autaro)