Archiv für November, 2009
Autaro News - frisch aus dem Archiv

 

November 18th, 2009

München, den 18. November (autaro) Prinzipiell ist der Elektromotor gerade für den Transport schwerer Lasten besonders geeignet, was in seinem starken Drehmoment begründet liegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das maximale Drehmoment von der ersten Umdrehung an zur Verfügung steht, während Verbrennungsmotoren bis zum Anliegen ihres maximalen Drehmomentes erst einmal auf eine gewisse Drehzahl gebracht werden wollen. So kommt die Nachricht aus dem Hause Ford, einen Transporter mit E-Motor anzubieten, wenig überraschend. Gemeinschaftlich mit dem Unternehmen Azure Dynamics, will der US-amerikanische Autogigant bereits 2010 den Ford Transit Connect und damit einen rein elektrisch betriebenen Laster speziell für die Stadt auf den Markt bringen.

Azure Dynamics bringt einen neuartigen Elektro-Batterieantrieb mit Lithium-Ionen-Akkus mit in die Ehe, der unter dem patentierten Namen Force Drive firmiert. Damit schafft es der Transit Connect, der mit E-Antrieb den Namen Ford Transit BEV (BEV = Battery Electric Vehicle) erhält, auf eine für den Stadtverkehr alltagstaugliche Reichweite von gut 130 Kilometern.

Ford plant außerdem drei weitere Modelle mit Hybrid- und Elektroantrieb. So soll ein Ableger des Ford Focus als Focus BEV und als Plug-In-Hybrid auf den nordamerikanischen Markt kommen, voraussichtlich bereits 2011. Ob es die neue Technologie aber auch nach Europa schaffen wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Angesichts des wachsenden Konkurrenzdruckes und dem stetig wachsenden Bewusstsein für die Umwelt darf aber zumindest darauf spekuliert werden. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 17th, 2009

München, den 17. November (autaro) Je europäischer neue Entwürfe chinesischer Autobauer daherkommen, desto größer ist auch die Spannung, mit der Europa diese erwartet. So auch im Falle des Riich X1, der am vergangenen Wochenende der konsumhungrigen chinesischen Käuferschaft präsentiert wurde. Und allen Befürchtungen zum Trotze wird man den X1 auch mit keinem europäischen Produkt verwechseln – allein der Name X1 löste erneut Ängste vor chinesischen Plagiaten aus, nicht nur bei BMW.

So hat der kompakte Chinese denn auch gar nichts mit dem X1 aus Bayern gemein, spielt er schon hinsichtlich der Fahrleistungen eine ganze Liga weiter unten. Sein 1,3-Liter-Benziner holt aus vier Zylindern immerhin 84 PS und ein maximales Drehmoment von 114 Newtonmetern. Damit beschleunigt die fünfsitzige Fuhre in guten 16 Sekunden auf Tempo 100 und rennt bei Bedarf bis zu 150 Sachen. Dabei wird die Kraft des Motors über ein manuelles Vierganggetriebe auf die Vorderachse übertragen, eine in Europa bereits ausgestorben geglaubte Gattung der Schaltboxen. Ein Manko, das mit reichlich Komfort-Features wettzumachen versucht wird. So ist serienmäßig nicht nur eine Klimaanlage mit an Bord, sondern auch ein CD-Radio mit Anschlussmöglichkeit für den MP3-Player oder Parksensoren für den hinteren Stoßfänger. Selbst Leichtmetallfelgen müssen nicht extra bezahlt werden. Die große Stunde des Chinesen schlägt indes an der Kasse: umgerechnet 5.500 Euro werden für dieses Automobil fällig, inklusive der genannten Ausstattung. Ob der X1 auch den europäischen Markt erobern wird, bleibt allerdings abzuwarten, denn wie bereits angesprochen: er spielt doch irgendwie in einer anderen Liga. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 16th, 2009

München, den 16. November (autaro) Bislang gab es in Deutschland für längere Reisestrecken kaum Alternativen zu PKW und Bahn. Auf Fernbusse á la Greyhound, wie sie wohl jeder zumindest aus amerikanischen Filmen kennt, mussten die Deutschen in den letzten Jahrzehnten verzichten. Grund dafür war ein Passus im Personenbeförderungsgesetz, der Fuhrunternehmern die Betriebserlaubnis versagte, wenn deren Dienstleistung “Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits wahrnehmen.” Die Einzige Ausnahme boten Fernbuslinien nach Berlin, durch das Gesetz sollte der Aufbau der Deutschen Bahn geschützt werden, durch ein staatlich gesichertes Monopol.

Dieses Monopol wird nun fallen, so will es der Koalitionsvertrag von FDP und CDU. Damit werde die Möglichkeit geschaffen, ein vergleichsweise preiswertes Verkehrsmittel über lange Strecken anzubieten, freut sich der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO). Der Bahn-Konkurrent Veolia Verkehr erwartet ebenfalls einen “interessanten Markt, den wir uns ganz genau anschauen werden”, und sieht eine Konkurrenz hauptsächlich für den PKW-Verkehr.

Mit rund 13.000 Fahrzeugen ist die Deutsche Bahn Deutschlands größter Busanbieter und könnte freilich selbst von der Gesetzesänderung profitieren. Auch für das ehrgeizige Ziel, die CO2-Emissionen durch den Personenverkehr zu senken, birgt die Gesetzesänderung große Chancen. Hier sollten Bestimmungen ergänzt werden, die beispielsweise den Einsatz besonders sauberer und sparsamer Motoren oder gar von Alternativen zum Verbrennungsmotor vorschreiben. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 16th, 2009

München, den 16. Oktober (autaro) Zugegeben: es gibt gefälligere Kreationen aus dem Hause BMW. Erst recht jetzt, da die Zeiten des Chefdesigners Chris Bangle, der uns den letzten Siebener mit den Tränensäcken á la Host Tappert bescherte, unwiederbringlich vorüber sind. Und dann noch der Name. GT, also Gran Turismo, da denken wir an die Silhouette eines Maserati GT oder wenigstens an das gleichnamige Computerspiel. Aber an einen Kombi? Oder ist es ein Van? Ein SUV ist es jedenfalls nicht, aber das ist der X6 – übrigens ein echter Kassenschlager – ja auch nicht. Anscheinend müssen wir uns an ausgefallene Konzepte mit blau-weißem Propeller auf der Motorhaube gewöhnen.

Das Raumgebot dürfte so manchen Van beschämen
Doch geben wir der eigenwilligen Kreatur eine Chance, es muss ja nicht immer Liebe auf den ersten Blick sein. Wir nehmen also Platz auf den üppigen Fauteuils der ersten Reihe, in diesem Falle auf den optionalen Komfortsitzen für 2260 Euro extra. Von Massagefunktion und Belüftung einmal abgesehen sind diese wohl das Beste, was es derzeit für Geld zu kaufen gibt. Und die gute Nachricht für Hinterbänkler: auch in der zweiten Reihe lassen sich diese ordern, für einen Aufschlag von 1960 Euro. Überhaupt ist dieser Innenraum, den wir in Teilen schon vom aktuellen 7er kennen, eine Klasse für sich. Edelste Materialien und ein perfektes Finish garantieren Wohlfühlatmosphäre, üppige Bein- und Kopffreiheit entspanntes Reisen auch auf langen Strecken. Selbst in der Oberklasse gibt es nichts, was wir in diesem GT vermissen würden. Was allerdings unverständlich ist, ist die Trennung des Gepäckabteils vom Innenraum. Sicher, so ergibt sich nochmals eine Extraportion Wohlfühlatmosphäre, aber der Raum zwischen den Rücksitzen und der Vorderwand des Kofferraums bleibt ungenutzt. Schließlich dürften die Rücksitze, auch wenn sich diese schon in eine fast liegende Position bringen lassen, hauptsächlich aufrecht besetzt. Der ansonsten riesige Laderaum wartet außerdem mit einer weiteren Besonderheit, nämlich einer doppelt öffnenden Heckklappe. Wird nur eine Kleinigkeit aus- oder eingeladen, klappt man nur den unteren Teil der Klappe hoch und der Innenraum bleibt frei von Zugluft, wie bei jeder Limousine. Für Sperrige Güter schwingt schließlich auch die komplette Luge nach oben und, auf Wunsch auch elektrisch angetrieben, wieder herab.

Mit dem Antrieb schlägt die große Stunde des GT
Doch nun zu Motor und Fahrwerk – ein BMW will bewegt werden. Und wie zu erwarten, schlägt hier die große Stunde des Bayern. Der von uns gestestete 530d GT wird von einem Dreiliter-Reihensechszylinder angetrieben, der 245 PS leistet und maximal 540 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt. Doch was auf dem Papier angesichts des hohen Leergewichts von 2100 Kilogramm (mit Serienausstattung sind es laut BMW nur 1960 kg) nach ordentlichen, keineswegs aber sportlichen Fahrleistungen ausschaut, täuscht. Mit überragender Laufkultur und nach Drehzahlen gierend zeigt dieses Triebwerk wieder einmal, wie perfekt die Bayern ihr Thema beherrschen. Dies spiegelt sich auch in den Fahrleistungen wieder, die mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 Stundenkilometern und dem Stammtisch-Sprint auf 100 km/h in nur 6,8 Sekunden fast Sportwagen-Niveau erreichen. Und angesichts dieser ist der Durchschnitts-Normverbrauch von 6,5 Litern Diesel (im Test war es ein guter Liter mehr) schon eine kleine Sensation. Einen Gutteil zum geringen Verbrauch dürfte auch die Achtstufenautomatik beitragen. Diese schaltet übrigens derart weich und unauffällig, dass die aktuelle Fahrstufe allein anhand des Drehzahlmessers erahnt werden kann, eine Zugkraftunterbrechung ist praktisch nicht zu spüren. Auch das Fahrwerk ist, wie wir es von BMW erwarten. Sensibel spricht es auch auf feinste Fahrbahnunebenheiten während es grobe Unebenheiten aller Art bis zur Unmerklichkeit ausbügelt. Allein der Geradeauslauf bei schnell gefahrenen Autobahnetappen könnte besser sein, was aber sicherlich auch der Bereifung unseres Testwagens (245er vorn und 275er hinten, 19 Zoll) geschuldet ist.

Beim GT ist es Liebe auf den zweiten Blick
Fazit: wie so oft im Leben, werden sich die Meisten erst auf den zweiten Blick in dieses Auto verlieben. Hat man sich aber erst einmal an die üppigen Abmessungen des 5er GT gewöhnt, bietet er praktisch alles, was wir von einem BMW erwarten – und dazu Platz im Überfluss. Das Dickschiff leistet sich auch hinsichtlich der Fahrleistungen keinerlei Schwächen, wetzt um die Ecken wie ein Kleiner und verbraucht angesichts des hohen Leergewichtes sensationell wenig Sprit. Trifft er nun noch den Geschmack der Massen, ist eine weitere Erfolgsgeschichte aus München vorprogrammiert. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 13th, 2009

München, den 13. November (autaro) Bislang mussten sich die beiden Erfolgsmodelle Eos und Scirocco aus dem Hause Volkswagen mit dem 200 PS starken Zweiliter begnügen. Zwar war auch dieser keineswegs träge oder für seine ungehobelten Trinksitten bekannt. Doch seit der neue Golf GTI mit dem 210 PS starken Zweiliter-TSI die nächste Evolutionsstufe bekommt, war deren Auftritt in den Geschwistermodellen nur noch eine Frage der Zeit. Denn der Neue hat mit zehn PS mehr und seinem maximalen Drehmoment von 280 Newtonmetern nicht nur mehr Dampf unter der Haube – er verbraucht zudem gut einen halben Liter weniger Benzin. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW für den Scirocco mit 7,4 Litern an, für den Eos mit 7,2 Litern.

Damit sind die beiden Sprinter gut gerüstet, Tempo 100 erreicht der Scirocco aus dem Stand nach 6,9 Sekunden, der Eos nochmals eine Zehntelsekunde schneller. Zur Wahl stehen nach wie vor ein manuelle Sechsganggetriebe oder das sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Das modernere Siebenstufen-DSG mit Trockensumpfschmierung bleibt beiden noch vorenthalten, da es das maximale Drehmoment nicht verträgt – VW will jedoch nachbessern. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 12th, 2009

München, den 12. November (autaro) Eine weitere Alternative könnte dem Verbrennungsmotor demnächst noch einmal einen Schub verpassen: die Kombination aus Gas und Diesel. Zwar ist die Nachrüstung eines Diesels wesentlich komplizierter als bei einem Benziner, da der Selbstzünder naturgemäß keine Zündkerzen besitzt, die das Gasgemisch entzünden könnten. Doch wird bereits fieberhaft an einem Dieselgassystem gearbeitet.

Die Huber Group aus dem schwäbischen Mühlhausen, die sich auf die Entwicklung von emissionsreduzierenden Komponenten und Systemen für verbrennungsmotorische und alternative Antriebe spezialisiert hat, baut bereits einen serienreifen Nachrüstsatz für LKW. Der Zylinder saugt dabei ein Autogasluftgemisch an, das dann den Diesel entzündet, der zusätzlich eingespritzt wird. Es fehlt allerdings noch die amtliche Zulassung für das System, die Firma Huber rechnet mit dieser in ein bis zwei Jahren. Neben einem größeren Wirkungsgrad hat das System einen weiteren Vorteil: der Diesel wird effektiver verbrannt und hinterlässt weniger Rückstände – der Motor arbeitet schlicht sauberer. Laut Huber lassen sich bereits jetzt die Grenzwerte der besonders scharfen Abgasnorm Euro 6 einhalten.

Derzeit arbeiten die Schwaben an einer entsprechenden Anlage für schwere SUV oder Kleintransporter, denn das Sparpotential ist bei schweren Fahrzeugen besonders groß. Unter dem Namen „Simu-Fuel“ verbrennt die Anlage rund 40 Prozent Autogas und 60 Prozent Diesel. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 11th, 2009

München, den 11. November (autaro) In Sachen Elektroantrieb ist bei den meisten Herstellern noch nicht so klar, wo Reise hingehen soll. Beispiel Citroën: gemeinsam mit Venturi entwickelte man den Berlingo First Electrique, doch auf den Straßen ist von diesem bislang nichts zu sehen. Nun holt man sich, ähnlich wie die Konzernschwester Peugeot mit dem E-Modell Ion Hilfe aus Japan. Man kauft einfach den Mitsubishi i-MiEV und mit ihm den ersten Serien-Stromer der Welt. Verkauft wird dieser dann, freilich nach ein paar optischen Retuschen, als Citroën C-Zero.

Auf den Markt kommt der C-Zero im letzten Quartal des nächsten Jahres, leider gibt Citroën aber noch keinen Preis bekannt. Dieser dürfte sich in etwa am Mitsubishi orientieren, der für 34.000 Euro zu haben ist. Der e-Motor leistet auch im Citroën 64 PS und stellt beachtliche 180 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Damit kann man mühelos 130 km/h fahren und hat sogar noch einen akzeptablen Sprintwert. Von Null auf Tempo 100 vergehen 15 Sekunden. Die komplette Ladung der modernen Lithium-Ionen-Akkus am Haushaltsstrom dauert sechs Stunden. Deutlich schneller geht eine 80-prozentige Ladung mit 400-Volt-Strom vonstatten, nämlich in nur 30 Minuten. Für den Alltagsgebrauch ohne längere Überlandfahrten ist das völlig ausreichend. Zumal rund 80 Prozent der mittel- und westeuropäischen PKW ohnehin nicht mehr als 100 Kilometer pro Tag laufen, in den meisten Fällen sind es sogar deutlich geringere Distanzen. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 10th, 2009

München, den 10. November (autaro) Das Elektroauto steht in dem Ruf, die sauberste und umweltfreundlichste Fortbewegungsalternative zu sein. Allerdings kostet es derzeit noch sehr viel Geld. Exoten wie beispielsweise der Tesla Roadster mit einem Grundpreis von 99.000 Euro (netto) sprengen ohnehin das bürgerliche Budget, doch auch ein deutlich weniger pompöser Mitsubishi i-MiEV schlägt mit rund 34.000 Euro zu Buche. Da trifft es sich, dass Nissan für sein für 2011 angekündigtes Elektroauto, den Leaf, einen Preis von unter 20.000 Euro ankündigt. Allerdings ist in diesem Falle noch nicht ganz klar, auf welche Praxislösung man sich hinsichtlich der teuren Lithium-Ionen-Akkus einigen wird, evtl. muss der Käufer diese zusätzlich leasen. Fest steht allerdings, dass ein gewisser Preisdruck entsteht – und der nutzt dem Verbraucher.

Laut Mitsubishi-Motors-Chef Osamu Masuko soll der Mitsubishi i-MiEV schon ab 2012 für gute 15.000 Euro zu haben sein. Allerdings legt Mitsubishi dieser Prognose einen erwarteten Marktanteil der Stromer von rund 20 Prozent im Jahre 2020 zugrunde, eine recht optimistische Prognose. Für 2012 wird eine Jahresproduktion von wenigstens 30.000 i-MiEV erwartet, was den Grundpreis ebenfalls merklich senken soll.

Das gleiche Prinzip machte auch die dritte Generation des Toyota Prius in den USA billiger, als ursprünglich erwartet. Der Vollhybrid, der bei uns rund 25.000 Euro kostet, wird dort nun für 22.000 Dollar angeboten, da der Honda Insight mit seiner preisgünstigeren Mildhybrid-Technologie für 20.000 Dollar offeriert wird. Konkurrenz belebt das Gechäft. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 9th, 2009

München, den 09. November (autaro) Die Allianz zwischen Nissan und Renault soll schon bald erste, greifbare Früchte tragen, auch hinsichtlich des reine Elektroantriebes. So soll schon 2012 die Studie Zoe Z.E. Concept, vorgestellt auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2009, ihre Serienreife erreichen. Wie bei Studien üblich, hatte diese freilich eine Menge an Ideen vorzuweisen, die es vermutlich nicht in die Serienproduktion schaffen werden. So wird der Renault Zoe vermutlich keine Flügeltüren haben und auch die Sitze werden konventionelle montiert sein, während die Studie noch durch schwebende, am Dachhimmel montierte Fauteuils um Aufmerksamkeit heischte.

Für Vortrieb soll ein 95 PS starker E-Motor sorgen, der die 4,10 Meter lange Limousine mit einer Ladung gute 160 Kilometer weit befördert. Danach müssen die modernen Lithium-Ionen-Akkus zurück ans Stromnetz. Für eine vollständige Füllung müssen sie dort vier bis acht Stunden verweilen, zumindest wenn es sich um die konventionelle Haushaltssteckdose mit 230 Volt Spannung handelt. Mit einem 400-Volt-Ladegerät soll dieser Vorgang lediglich 20 Minuten dauern, was die Fortschritte auf diesem Gebiet demonstriert.

Parallel zur Herstellung von Elektroautos planen die Franzosen außerdem die Fertigung und Wiederverwertung leistungsfähiger Akkus für den E-Antrieb. Dabei sollen speziell die Techniken für eine Wiederaufbereitung ausgedienter Batterien weiterentwickelt werden. Eigens zu diesem Zweck wurde ein Joint Venture zwischen Renault, Nissan und der französischen Regierung ins Leben gerufen. (autaro)

 

Zurück zum Seitenanfang

November 6th, 2009

München, den 06. November (autaro) Brilliance, einer der ersten chinesischen Fahrzeugbauer mit Export-Ambitionen nach Europa, scheint gescheitert. Fragt man in deutschen Fußgängerzonen nach der Marke aus dem Reich der Mitte, fallen die reaktionen stereotyp aus: entweder ist das Fabrikat komplett unbekannt oder die Menschen kommen im gleichen Satz noch auf die katastrophalen Ergebnisse beim Euro-Crashtest zu sprechen. So versaut man sich seinen Ruf, und zwar gründlich.

Ende Oktober wurde nun das Insolvenzverfahren gegen den europäischen Generalimporteur, HSO Motors aus Bremerhaven, eröffnet. Das Unternehmen, dessen Geschäftsführung der einstige Hyundai- und VW-Manager Hans-Ulrich Sachs innehatte, wird nun abgewickelt und wird keine weiteren Fahrzeuge importieren. Dabei hatte man sich in Bremerhaven richtig Mühe gegeben und ordentlich in die chinesische Marke investiert. So trat HSO unter anderem als Trikot-Sponsor für den Erstligisten Borussia Dortmund auf und leistete sich kostspielige Messeauftritte auf dem Genfer Automobilsalon und der Frankfurter IAA (Internationale Automobilausstellung). Das Kalkül, das hinter der ganzen Idee steckte, war klar: Preiskampf. Einen üppig ausgestatteten Brilliance BS4 und damit eine Mittelklasse-Limousine bekam man schon ab rund 16.000 Euro. Ein vergleichbarer VW Passat kostet beinah schon das Doppelte. Dass die Europäer aber bereits über Billig-Importe á la Dacia verfügen und in diese Marke auch ein hinreichendes Vertrauen haben, wurde von HSO unterschätzt. Als schließlich im Euro-Crashtest eine BS6-Limousine von Brilliance vor die Wand fuhr und dort dermaßen schlecht abschnitt, dass die Fahrzeuge künftig nur noch per Einzelabnahme zugelassen werden konnten, verpuffte auch das letzte Bisschen Neugierde bei der potentiellen Kundschaft.

Dass dies nun der letzter Versuch der chinesischen Marke war, ihre Produkte auch auf dem europäischen Markt zu verkaufen, darf bezweifelt werden. Sicher ist nur, dass billig allein noch nie so recht funktionieren wollte, schon gar nicht auf dem anspruchsvollen deutschen Automobilmarkt. (autaro)

Zurück zum Seitenanfang