München, den 21. April (autaro) Mit Einführung des BMW 525 tds, Mitte der 90er Jahre, brachte BMW den Diesel endgültig auf die Überholspur, der Sechszylinder war mit 140 PS und höchst kultivierten Manieren damals der schnellste Seriendiesel der Welt. Und seither führt BMW die Business-Diesel an, Konkurrenten vom Schlage eines Mercedes E 300 CDI oder Audi A6 3.0 TDI fahren immer mit kleinem Abstand hinterher – in Sachen Laufkultur ebenso wie dynamisch. Es liegen also hohe Erwartungen auf dem neuen 530 d, denen zumindest das Datenblatt schon auf den ersten Blick gerecht wird. 245 PS holt der Reihensechser aus drei Litern Hubraum und stemmt ein maximales Drehmoment von 540 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Damit sprintet der 1,8-Tonner in lässigen 6,3 Sekunden von Null auf 100 und ermöglicht ohne größeren Anlauf eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern. Und dabei gehen auf 100 Kilometer nur 6,2 Liter Diesel durch die Einspritzdüsen, einen extrem vorsichtigen Umgang mit dem Gaspedal vorausgesetzt. Dass der Diesel bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6 erfüllt, ist freilich ein Schmankerl, dass sich auch an der jährlichen Überweisung ans Finanzamt bemerkbar machen wird.
Das Fahrwerk ist ein perfekter Kompromiss aus Sport und Komfort
Galt der alte 5er hinsichtlich des Federungskomforts noch als ein wenig unausgegoren, ist der Neue das, was man eigentlich als perfekt gelungen bezeichnen kann. Der Fahrer fühlt sich, als säße er in einem 3er oder sogar 1er, so leichtfüßig und behände wetzt die große Limousine um die Kurven. Narrensicher uns spurstabil passt sich die Aktivlenkung völlig unauffällig der Fahrsituation an, ermöglicht kinderleichtes Einparken in der Stadt sowie nahezu ermüdungsfreies Dahingleiten auf der Autobahn. Derweil freuen sich die Mitreisenden über den harmonischen Abrollkomfort. Nicht nur, dass dies der mit Abstand leiseste 5er überhaupt ist, er bügelt auch noch praktisch jede Unebenheit glatt, egal bei welchem Tempo oder mit welcher Beladung. Dabei wirkt selbst der Sport-Modus, den der Fahrer neben „Normal“ und „Komfort“ auswählen kann, zwar verbindlich, aber keineswegs übertrieben hart. Auf dem Handlingkurs zeigt sich außerdem der Vorteil der optional mitlenkenden Hinterachse, die wir bereits aus dem 7er kennen.
Das Kraftpaket harmoniert perfekt mit der Automatik
Der Motor an sich ist, wir hatten nichts anderes erwartet, vielleicht der beste, den es in dieser Klasse derzeit gibt. Dermaßen harmonisch und vibrationsfrei läuft kein zweiter Diesel mit sechs Zylindern. Dabei hängt der Selbstzünder am Gas, als hätte er das Wort Turbolader noch nie gehört. Keine Anfahrschwäche ist zu spüren, der Motor dreht willig aus wie ein Benziner und beschert bei praktisch jeder Geschwindigkeit noch eine kleine Beschleunigungsorgie. Dabei ist die Kombination mit der Achtstufenautomatik ebenfalls perfekt gelungen, den Eingriff über die Schaltwippen am Lenkrad kann man sich getrost sparen.
Der Innenraum ist vom Feinsten
Neben dem bereits erwähnten Geräuschpegel, der selbst bei 200 Sachen noch ein Flüstergespräch ermöglicht, tragen die ausgesuchten Materialien und die ambitionierte Verarbeitungsqualität im Innenraum zur Wohlfühlatmosphäre bei. Dabei gilt, wie auch im 7er, an den der kleine Bruder in jedem Winkel angenehm erinnert: beinah alles ist möglich, hat aber auch seinen Preis. Für Ledersessel werden wenigstens 2.260 Euro fällig, diverse Holzintarsien, Aluminium oder Carbon schlagen dann ebenfalls zusätzlich zu Buche. So lässt sich der Preis locker auf 100.000 Euro steigern, bei einem Grundpreis von 49.300 Euro. Dafür bekommt der Fahrer dann aber auch den vielleicht besten Diesel, den man in dieser Klasse derzeit kaufen kann. (autaro)