Archiv für Mai, 2010
Autaro News - frisch aus dem Archiv

 

Mai 18th, 2010

München, den 18. Mai (autaro) Nissan verrät, zu welchen Preisen der rein elektrisch betriebene Leaf auf den Markt kommen wird. Zumindest in den Ländern, in denen er noch in diesem Jahr bestellt werden kann. Das sind zunächst England, die Niederlande und Portugal, während sich deutsche Interessenten noch mindestens bis Ende 2011 gedulden müssen. Einer der Gründe für diese „Salami-Taktik“ ist, dass hierzulande noch nicht klar ist, ob der Staat den Kauf reiner Elektroautos fördern wird, oder nicht. Nach wie vor wird in der Regierung erörtert, ob nur die Forschung, oder auch jedes einzelne Auto in Form einer Prämie gefördert werden wird.

In den oben genannten Ländern greift der Staat den Interessenten in Form einer Prämie oder durch kräftige Steuervergünstigungen unter die Arme. So kostet der Leaf in Großbritannien voraussichtlich umgerechnet 27.471 Euro, während er ohne Prämie mit umgerechnet 33.353 Euro zu Buche schlagen würde. In den Niederlanden beträgt der Kaufpreis stets 32.839 Euro, dafür kommt der Fahrer aber in den Genuss von Steuererleichterungen in Höhe von gut 6.000 Euro – für Halter eines Firmenwagens sind noch deutlich höhere Beträge drin. Auch in Portugal und in Irland wird der Kaufpreis nach Abzug aller Subventionen deutlich unter 30.000 Euro bleiben, außerdem müssen die Fahrer zunächst eine Kraftfahrzeugsteuer bezahlen. Der Leaf „kostet damit etwa genauso viel wie ein vergleichbar ausgestattetes Diesel- oder Hybrid-Fahrzeug”, wie uns Nissan vorrechnet. Bedenkt man hierzu die nahezu komplette Serienausstattung mit Schnelllader, Klimaanlage, Rückfahrkamera und dem ansonsten in dieser Klasse üblichen Schnickschnack, ergibt sich tatsächlich ein faires Angebot. Bleibt abzuwarten, wie sich die deutsche Politik in Sachen Förderung entscheiden wird. Doch auch ein nicht geförderter Preis von rund 32.000 Euro wäre ein Schritt in die richtige Richtung – der deutlich kleinere Mitsubishi i-MiEV soll bei uns voraussichtlich über 40.000 Euro kosten. (autaro)

 

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Mai 17th, 2010

München, den 17. Mai (autaro) Im Kino würde die zweite Episode wohl „Brilliance Reloaded“ oder so ähnlich heißen. Die chinesische Marke versucht einen zweiten Anlauf in Europa, nachdem der erste Importeur im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Diesmal nimmt Brilliance die Sache allerdings selbst in die Hand und gründete zu diesem Zwecke die Shenhua Europe GmbH mit Sitz in Ginsheim, nahe Frankfurt am Main. Die Gesellschaft übernimmt in einem ersten Schritt auch alle Aftersales-Aktivitäten und sorgt damit für Ersatzteile und die wenigen in Europa verkauften Brilliance-Modelle. Außerdem steht die Shenhua Europe GmbH für Garantieansprüche der Brilliance-Fahrer ein – ein wichtiger Schritt hinsichtlich der Vertrauensbildung in die chinesische Billigmarke. Die Geschäftsführung der Gesellschaft übernimmt Eberhard Niering, der vorher unter anderem bei SsangYong die Zügel in der Hand hatte.

Wie sich die Marke hierzulande etablieren wird, hängt allerdings nicht nur von der Importstrategie ab. Einer der wesentlichen Gründe für den schlechten Verkauf der Modelle Brilliance BS4 und BS6, in china unter den Namen “Zunchi” und “Junjie” vermarktet, waren die verheerenden Ergebnisse im Crashtest. Nur billig reicht in Europa eben nicht, zumal mit Dacia eine Alternative bereitsteht, die ebenfalls wenig Geld kostet, aber den hiesigen Sicherheitsanforderungen genügt. Wie es weiter geht, werden also voraussichtlich die Crashtests der nächsten Modelle zeigen. Es bestehen aber echte Chancen, die Chinesen lernen derzeit schnell dazu und dürften ihrem Ziel, Kooperationspartner BMW sei Dank, mit der nächsten Generation einen gehörigen Schritt näherkommen. (autaro)

 

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Mai 16th, 2010

München, den 16. Mai (autaro) Der Nachfolger, besser gesagt: die Nachfolgerin des Alfa 147 trägt wieder einen klangvollen Namen statt eines profanen Nummern-Kürzels. Giulietta, das klingt wieder nach hinreißenden Formen und Leidenschaft. Und schon auf den ersten Blick wird klar, dass der Name nicht zuviel verspricht. Dieser Alfa ist hinreißend gezeichnet, von allen Seiten ein echter Hingucker. Technisch verspricht er außerdem, auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, von den Multiair-Motoren bis hin zur neuen Plattform, auf der er steht. Diese wird auch ihren Weg in die Produktpalette von Fiat und Lancia finden und lässt sich problemlos auch für die Fahrzeuge der höheren Klassen verwenden – Baukastenprinzip at it’s best. Ferner taugt die Plattform auch für den Allradantrieb, den Alfa nach dem Vorbild Audi fester in das sportliche Gesamtkonzept integrieren will.

Keine Experimente

Zunächst kommt die Giulietta aber ganz konventionell mit Frontantrieb daher, wie wir das von den letzten Modellen bereits kennen. Außerdem steht bereits fest, dass der Viertürer die einzige Karosserievariante bleiben wird – wenn sich hier mal nicht doch noch was ändert. Ein Schaden muss das nicht sein, denn der Viertürer macht eine bessere Figur, als so manches Coupé. Kritiker der Marke werden freilich monieren, dass die Ähnlichkeit zur spanischen Konkurrenz ein wenig zu deutlich ausfiel, die Fensterlinie ist eindeutig Seat. Ansonsten geht die filigrane Linie eigentlich kaum zu Lasten der Funktionalität. Auf allen Plätzen herrscht ausreichend Platz, die Übersichtlichkeit ist auch nicht schlechter als bei der Konkurrenz und der Kofferraum dürfte mit seinem Volumen von 350 Litern wohl den meisten Alltagssituationen gerecht werden. Lediglich der Zugang zur zweiten Sitzreihe erfordert von Großgewachsenen ein wenig Geschick, hier fordert die niedrige Dachlinie ihren Tribut.

Die Verarbeitungsqualität stimmt

Die Zeiten klappernder Handschuhfachdeckel oder quietschender Armaturenträger scheinen Bei Alfa endgültig der Vergangenheit anzugehören. So auch im Falle der Giulietta. Alles wirkt ordentlich und solide verarbeitet, die Türen fallen satt ins Schloss und die Materialauswahl ist ausgesprochen gediegen geraten. Hinzu kommt, dass man gerade in der ersten Reihe äußerst kommod zum Sitzen kommt und sich praktisch für jeden Fahrer die richtige Position für Sitz und Lenkrad finden lässt. Längere Fahrten müssen aber auch die Passagiere in der zweiten Reihe nicht scheuen, zumindest auf den äußeren beiden Plätzen.

Der Motor klingt mehr nach Fiat, denn nach Alfa Romeo

Der bereits aus dem Alfo Romeo Mito bekannte 1.4 TB Multiair-Motor geht verhältnismäßig unauffällig zu Werke. Man kann ihm zwar keine große Schwäche anlasten, aber mit den kehlig röhrenden Exemplaren der Alfa-Vergangenheit hat dieses Triebwerk nichts mehr gemein. Dieser Vierzylinder ist von der modern-souveränen Sorte und gefällt zum Ausgleich mit gemäßigten Trinksitten. Zum akzeptablen Durchschnittsverbrauch trägt auch die serienmäßige Start-Stopp-Automatik bei, die unauffällig und zuverlässig agiert. Den Durchschnittsverbrauch nach normiertem Verfahren gibt Alfa zwar noch nicht an, bei verhaltener Fahrweise waren es bei unserem Testwagen allerdings meist unter acht Liter – das ist nun kein Rekord, im Vergleich zu früher aber ein echter Fortschritt.

Die Giulietta ist ein echter Kurvenräuber

Ein großes Kompliment gebührt den Ingenieuren aus Turin für die Abstimmung des Fahrwerks. Dermaßen spurstabil wetzt bisher kein Alfa auch um engste Kehren, selbst der kleinere Mito nicht. Die Lenkung geriet ausgesprochen direkt und die Feder-Dämpfer-Abstimmung gewährt engen Fahrbahnkontakt, ohne dabei unkomfortabel zu werden. Hier spielt auch der Dynamik-Modus seine Trümpfe aus, der auf Knopfdruck das maximale Drehmoment von 230 Newtonmetern auf 250 Nm anhebt und für spürbar mehr Druck sorgt. Auch die elektronische Differentialsperre arbeitet feinfühlig und sorgt in beinah jeder Lebenslage für ordentlich Bodenhaftung. Das Vergnügen geht zu Preisen ab 19.990 Euro los, für den von uns getesteten Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB 16V MultiAir sind es bereits 22.400 Euro. (autaro)

 

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Mai 13th, 2010

München, den 13. Mai (autaro) Den Passat gibt es bereits seit längerem mit Gasanlage, ebenso den Golf. Nun erweitert Volkswagen die BiFuel-Palette nach unten und offeriert den Polo BiFuel mit einem 52-Liter-Gastank, der platzsparend in der Mulde für das Reserverad untergebracht ist. Der Motor ist ein alter bekannter, der 1,4-Liter Vierzylinder mit 85, der im Gasbetrieb allerdings nur 82 PS leistet. Auf dem Papier ein beinah zu vernachlässigender Wert, doch in der Praxis ist der Leistungsverlust durchaus spürbar. Dafür bietet der Polo BiFuel sensationell kleine Kraftstoffkosten von 5,18 Euro pro 100 Kilometer, bei einem aktuellen Gaspreis von 64 Cent je Liter und einem Durchschnittsverbrauch von 8,1 Liter auf 100 Kilometer.

Die Kombination aus möglichem Gasbetrieb mit herkömmlichem Benzinbetrieb hat einen weiteren Vorteil: ist der Gastank nach 640 Kilometern leer, kann mit 45 Litern Benzin weitergefahren werden. Damit ergibt sich eine Reichweite von rund 1.300 Kilometern – das schafft kein Diesel. Schließlich verbrennt LPG (Liquified Petroleum/Propane Gas) auch noch sauberer als Benzin, der Polo wirft im Gasbetrieb nur 132 Gramm CO2 aus, gegenüber 146 Gramm im Benzinbetrieb.

Bestellbar ist der VW Polo BiFuel wie seine konventionellen Geschwister in den Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline, los geht es ab 16.325 Euro. Dafür bekommt man zwar auch schon einen Golf 1.4 Trendline, also im Prinzip den gleichen Motor im höherwertigen Golf. Der läuft allerdings nicht mit Gas und den Mehrpreis gegenüber dem Basispolo hat man bereits nach gut 30.000 Kilometern wieder hereingefahren. (autaro)

 

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Mai 12th, 2010

München, den 12. Mai (autaro) Es gibt in unseren Breiten eigentlich kaum ein Auto, das sich preislich unterhalb Dacia & Co. ansiedelt. Für rund 7.000 Euro bekommt man bei der Renault-Tochter ein vernünftiges Gefährt, mit dem man die meisten Alltagssituationen locker meistern kann. Darunter wird es in anderen Ländern teilweise erst interessant: in Indien, beispielsweise, wo man für umgerechnet rund 2.600 Euro eine fabrikneuen Tata Nano bekommt. Das ist dann aber quasi sozialer Wohnungsbau auf vier Rädern. Um sich von diesem Wachstumssegment eine Scheibe abschneiden zu können, will Geely nun ein Auto für umgerechnet 1.800 Euro Neupreis bauen, wie das englische Autoportal autocar.co.uk meldet. Dabei soll es sich um eine Weiterentwicklung der Studie IG handeln, die Geely jüngst auf der Auto China in Peking präsentierte.

Mit der Studie wird die Serienversion, wenn sie denn wie angekündigt kommt, freilich nicht mehr so viel gemein haben. Auf der Auto China zeigten die Chinesen einen schnittigen Kleinwagen mit Solar-Dach und Flügeltüren – beides keine Kriterien für ein Billigauto. Für Vortrieb soll in dem Preisbrecher ein 70 PS starker Benziner ältester Machart sorgen, der mit einem stufenlosen CVT-Getriebe kombiniert wird. Möglicherweise wird es ab 2014 auch eine Elektroversion des 2+2-Sitzers geben, die mit ähnlicher Leistung wie der Benziner und mit herkömmlichen Blei-Akkus eine Reichweite von rund 150 Kilometern realisieren soll. (autaro)

 

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Mai 11th, 2010

München, den 10. Mai (autaro) Die ADAC-Pannenstatistik gilt als die Marke unter den Pannenstatistiken, ähnlich wie der TÜV-Report unter den Mängelberichten. Am 29.04. veröffentlichte der Automobilclub erneut seinen alljährlichen Bericht und sorgte für eine kleine Überraschung. Galt Mercedes bis in das Zeitalter der Elektronik noch als besonders zuverlässig, sorgten die Stuttgarter in den letzten Jahren immer wieder für Unmut. Nun scheint der Stern zurück zu sein: in den Kategorien obere und untere Mittelklasse mussten die gelben Engel des ADAC in den wenigsten Fällen zu einem liegengebliebenen Mercedes fahren. Als ähnlich zuverlässig stuft der Automobilclub die Fabrikate von BMW und Citroën ein. Dagegen befinden sich Opel, Renault und Chevrolet am unteren Ende der Skala – gerade für Opel kein gutes Zeichen.

Die Liste der Kleinstwagen führte der Citroën C1 an, der Chevrolet Matiz gab das Schlusslicht. Fairer Weise sollte erwähnt werden, dass sich in dieser Kategorie der Fiat Panda dicht hinter dem Citroën positionieren konnte. In der sogenannten kleinen Klasse belegte der Mini den Spitzenplatz, während der Fiat Punto ganz hinten landete. In der Mittelklasse lagen Mercedes B-Klasse, der 1er von BMW und der Audi A3 vorn, den letzten Platz belegte der Peugeot 307.

Bei den Geländewagen sind BMW X5 und X3 neben dem Nissan Quashqai top, während Toyota RAV4 und Hyundai Tucson besonders oft liegen blieben. (autaro)

 

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Mai 10th, 2010

München, den 11. Mai (autaro) In Europa, nachgerade in Deutschland ist die Nobeltochter aus dem Hause Nissan, Infiniti, weitgehend unbekannt und die wenigen Infiniti, die auf europäischen Straßen bereits fahren, echte Exoten. Dass sich gerade die SUV der Japaner hierzulande schlecht verkaufen, hat einen einfachen Grund: bisher gab es keinen einzigen Diesel im Programm. Dies ändert sich nun: ab sofort ist ein Dreiliter-V6 im Angebot, der satte 238 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern auf die Kurbelwelle wuchtet. Darüber hinaus erfüllt die Entwicklung aus dem Hause Renault/Nissan die Abgasnorm Euro 5. Geschaltet wird automatisch über eine Siebenstufe-Automatik.

Im großen SUV Infiniti FX sorgt das Kraftpaket denn auch für standesgemäße Fahrleistungen: 212 km/h Spitze dürfen in diesem Segment als üblich gelten, 8,3 Sekunden für den Sprint von Null auf Tempo 100 als sportlich. Den Verbrauch gibt Infinity mit durchschnittlich 9 Litern Diesel je 100 Kilometer an – wie immer sehr optimistisch.

Das alles hat freilich seinen Preis: grundsätzlich kostet der Infiniti FX 30d 56.000 Euro, mit sehr üppiger Ausstattung. Wer es richtig krachen lassen will, greift zur Topvariante S Premium. Diese offeriert dann alles, was es derzeit so an Extras gibt – für 64.22 Euro. (autaro)

 

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Mai 9th, 2010

München, den 9. Mai (autaro) Eigentlich hätten wir uns von solchen Automodellen längst trennen müssen – der Venturi Astrolab ist kaum ein straßentaugliches Automobil. Besonders ist an ihm … eigentlich alles. Doch auf dem Automobilmarkt passiert in letzter Zeit so wenig in Richtung Elektromobile, dass wir uns dazu gezwungen sehen, mal wieder von so einem extravaganten Modell zu berichten. Venturi ist unter den Auto-Enthusiasten keine unbekannte Größe. Der Hersteller brachte in den 90ern eine kleine Serie phantastisch sportlicher Modelle heraus. Doch seit kurzem schaut der Autobauer in die Zukunft und will sich im Bereich der Elektromotore spezialisieren. Ganze drei Zero-Emission-Fahrzeuge schmücken nun seinen Katalog und der Astrolab ist mit Abstand das gelungenste Modell.

Nichts für Konservative
Also wenn Sie am liebsten die klassischen Bestseller-Modelle von Toyota oder Opel fahren, sollten Sie den Astrolab am besten vergessen. Die Karosserie erinnert ziemlich aufdringlich an ein Schiff. Viele Autokritiker bezeichnen das Modell mit Hang zu einem Seewesen nicht umsonst als Katamaran. Hauptcharakteristik des Automobils ist die Cabrio-Form – Fahrer und Beifahrer sitzen auf zwei hintereinander gelegenen Sitzen, und dabei auch noch im Freien. Dabei liegt die Karosserie weit höher als normal, was wiederum an ein Flugzeug erinnert. Einzig als „normal“ erscheinen dabei die Räder. Diese sind in großen Radhäusern positioniert, was den sportlichen Charakter des Modells unterstreichen soll. Einen Gepäckraum gibt es nicht – mit dem Astrolab kann man also nicht zum Aldi fahren. Auch das Armaturenbrett ist ein absolutes Unikat in der Automobilwelt – statt normalem Tacho und sonstigen Instrumenten, leuchtet hier ein Computer-Display, das anscheinend ausreichend Information über die Technik liefern soll.

Die Technik
Auch die Technik ist zukunftsweisend und revolutionär. Venturi verzichtet gerne auf Klischees und bezieht den Strom nicht von „konventionellen“ Strom-Akkus, sondern von der Sonne. Der Astrolab ist ausgestattet mit großen Photovoltaik-Solarzellen, die auf der filigranen Karosserie eine Fläche von 3,6 Quadratmetern belegen. Das erklärt auch die ungewöhnlichen Proportionen des Automobils. Die Karosserie ist so breit, dass sich die zwei Sitze ganz in ihrer Fläche verlieren. Die Solarzellen dienen lediglich als Akkumulatoren; sie laden die flüssigkeitsgekühlten Nickel-Metallhybrid-Batterien auf, die das Fahrzeug eigentlich in Bewegung setzen. Dadurch bietet der Astrolab eine geradezu ausreichende Power. 120 km/h ist die maximale Geschwindigkeit, die für ein Sport-Automobil vielleicht nicht gerade prickelnd ist. Doch bedenken sollte man vor allem den Zero-Emission-Aspekt, der in jedem Fall für sich spricht. Die Reichweite der Nickelbatterien ist eigentlich auch völlig ausreichend – erst nach 110 Kilometern wollen sie wieder Sonne sehen, um sich dadurch aufzuladen. Unterstützt wird der Elektromotor von einer hervorragenden Aerodynamik, dank des extravaganten Karosseriedesigns und durch die schmalen 17-Zoll-Räder, die für deutlich weniger Rollwiderstand sorgen als bei den normalen Fahrzeugen.

Fazit
Der Astrolab ist mit Sicherheit eine interessante, wenn auch zugleich eine vielleicht viel zu revolutionäre Entwicklung. Ob diese irgendwann zu einem Verkaufsrenner wird, bleibt fraglich. Die Automobilwelt sollte vielleicht zunächst versuchen, etwas Normaleres mit dem Elektromotor zu machen. Im Anschluss daran wird es sicherlich noch genügend Zeit und Raum für die extravaganteren Entwicklungen geben. (autaro)

 

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Mai 9th, 2010

München, den 09. Mai (autaro) Bis 1998 lief der große Bentley unter dem Namen Mulsanne vom Band, quasi als Schwestermodell des Rolls-Royce Silver Spirit. Darauf folgte der mäßig erfolgreiche Bentley Brooklands mit BMW-Achtzylinder und deutlich höheren Qualitätsstandarts und schließlich unter der Führung des Volkswagen-Konzerns endlich wieder ein Mulsanne. Der Name geht auf die Mulsanne-Gerade der Rennstrecke von Le Mans zurück und lässt eher an zackige Sportwagen denken, denn an Limousinen jenseits der Fünfmetermarke. Genau genommen sind es 5575 Millimeter, eine Ansage an die Einparkfähigkeiten des Chauffeurs.

Der Mulsanne schöpft aus dem Vollen

Von seinem Vorgänger Brooklands mit BMW-V8 trennen den Neuen Welten, nicht nur optisch, sondern auch technisch. Ein 6,75-Liter-V8 leistet dank Doppelturbo 513 PS und stemmt gewaltige 1.020 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Die Kraft wird über eine Achtstufenautomatik von ZF auf die Räder übertragen, die Spitzengeschwindigkeit der knapp 2,6 Tonnen schweren Limousine liegt bei 296 Stundenkilometern. Um den Verbrauch noch halbwegs innerhalb gesellschaftlich vertretbarer Normen zu halten, verfügt der Achtzylinder über verstellbare Nockenwellen und Zylinderabschaltung. Der Erfolg geriet mäßig: an die 16,9 Liter Durchschnittsverbrauch, die Bentley für das Dickschiff angibt, möchte man per se nicht glauben. Bei normaler Fahrweise mit entsprechendem Einsatz in der Stadt dürften Werte unterhalb der 20 Liter selten realisiert werden, schnell gefahrene Autobahnetappen werden schnell zum ruinösen Unterfangen. Für die avisierte Zielgruppe freilich Kleingeld, wer ein solches Auto fährt, der möchte es auch genießen. Und das kann man: mit einer solchen Ruhe und Mühelosigkeit geht derzeit kaum ein anderes Fahrzeug zu Werke. Praktisch lautlos schiebt der Motor mit spürbarem Nachdruck an, von Straßenunebenheiten ist kaum etwas zu merken – dem adaptiven, luftgefederten Fahrwerk sei Dank. Auf Wunsch kann der Mulsanne allerdings auch anders. In 5,3 Sekunden geht es dann von Null auf Tempo 100, untermalt von inmernoch leisem aber majestätischem Grollen des famosen Achtzylinders.

Der Innenraum: very british

Im Innenraum bekommt bekommen die Sinne genau das, was sie erwartet haben: Holz. Leder und Lammfell-Teppiche, soweit das Auge reicht. Der Duft der handvernähten Tierhäute betört und im hohen Flor des Teppichs drohen Schoßhunde zu versinken. Nachdem sich die Türen automatisch ins Schloss gezogen haben, fühlt man sich geborgen wie in einem Tresor und genießt den üppigen Platz im Fond. Darüber hinaus wartet der Mulsanne nun auch mit technischen Neuerungen auf dem aktuellen Stand auf: ein modernes Navigationssystem mit Festplatte gehört nun ebenso dazu, wie die 2.200 Watt starke Musikanlage. Dass hinsichtlich der Verarbeitungsqualität alle Gründe zum Mäkeln der Vergangenheit angehören, versteht sich mittlerweile von selbst. Jedes noch so kleine Bauteil wirkt wie aus einem Block gehauen, ein Auto gebaut für die Ewigkeit.

Kein Auto für die breite Masse

Eigentlich ist dieser Bentley ein Auto zum Selbstfahren, kaum eine Limousine dieser Gewichtsklasse vermittelt soviel Fahrspaß und lässt sich derart behände um die Ecke zirkeln. Die meisten Käufer werden dieses Vergnügen allerdings ihrem Chauffeur überlassen und sich selbst vermutlich an das Steuer ihres Bentley GT setzen, der in einer der zahlreichen Garagen nebenan wartet. Das nötige Kleingeld sollte ohnehin vorhanden sein. Neben exorbitanten zu erwartenden Unterhaltskosten und gesalzenen Rechnungen an der Tankstelle verlangt Bentley genau 289.170 Euro für den Mulsanne. Nobility obliges. (autaro)

 

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Mai 7th, 2010

München, den 07. Mai (autaro) Für das aktuelle Modelljahr haben die Ingenieure der russischen Marke Lada Hand an den Niva gelegt. Damit wird deutlich, dass uns der legendäre Geländewagen, der nun seit über 30 Jahren gebaut wird, noch eine Weile erhalten bleiben wird. Verglichen mit anderen Facelifts fielen die Modifikationen indes eher geringfügig aus – never change a running system! Optisch fallen allenfalls die nun größeren Blinker-Gläser auf, die restlichen Neuerungen halten unterm Blech Einzug. So spendierte Lada eine neue Bramsanlage, die dem Geländewagen zu wenigstens halbwegs zeitgemäßen Bremswegen verhelfen soll. Änderungen an den Radaufhängungen und eine modifizierte Abstimmung von Federung zu Dämpfung sollen das Rauhbein komfortabler abrollen lassen. Darüber hinaus erhielt der Niva eine neue Instrumententafel und, wer hätte es gedacht, die Außenspiegel lassen sich mittlerweile auch vom Innern des Fahrzeuges aus einstellen.

Sämtliche Elektronik hingegen lehnen die Ingenieure weiterhin ab. Ein ABS ist daher genauso wenig zu bekommen, wie ein ESP – das vielleicht einzige Manko am Niva, dessen strikter Verzicht auf elektronische Bauteile neben dem günstigen Preis das vielleicht stärkste Verkaufsargument darstellt. Denn was es in einem Auto nicht gibt, das kann in einem Auto auch nicht kaputtgehen. Fans schätzen die Ehrlichkeit und Langlebigkeit des Lada Niva, woran auch der schlaffe 1,7-Liter-Benziner mit 82 PS Leistung nichts ändert. Diesen lassen die Ingenieure ebenfalls unangetastet, was zusätzlich den Preis stabil hält: 9.500 Euro kostet ein fabrikneuer Niva in der Standardversion „Pur“. Und der Name hält, was er verspricht. (autaro)

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