Archiv für Juni, 2010
Autaro News - frisch aus dem Archiv

 

Juni 30th, 2010

München, den 30. Juni (autaro) Der schwer angeschlagene französische Autoteile-Zulieferer Heuliez rauscht nicht in die Insolvenz, wie das französische Industrieministerium am heutigen Mittwoch bekanntgab. Der französische Staat beteiligt sich mit rund zehn Millionen Euro an der Rettung des 1920 gegründeten Unternehmens, das unter anderem die Dachkonstruktion für den Peugeot 207 CC entwickelte und für die Produktion des Opel Tigra TwinTop verantwortlich zeichnet. Zuletzt konzentrierten sich Franzosen allerdings in erster Linie auf die Elektromobilität und entwickelte einen Dreisitzer für den Stadtverkehr, der noch im nächsten Jahr in Serie gehen soll.

Gerade an dieser zukunftsträchtigen Sparte zeigten auch zwei deutsche Unternehmen Interesse, die nun die entsprechenden Anteile übernehmen werden. Dabei handelt es sich um die Saarländische Kohl-Gruppe, die bislang vor allem im Gesundheitswesen tätig war. Unter ihrem Dach findet sich unter anderem die Kohlpharma, die führend auf dem Gebiet des Arzneimittelimportes in Deutschland ist. Des Weiteren sitzt die Essener con|energy ag mit im Boot, die sich in erster Linie als Beratungsgesellschaft für Energieunternehmen versteht, aber auch weitere Tätigkeitsfelder unterhält.

Durch die bisherige Branchenfremdheit zumindest der Kohl-Gruppe zeigt sich indes deutlich, welches Potential auch hinsichtlich zu erwartender Renditen in der Elektromobilität steckt. Ob und wie weit sich auch größere deutsche Energie-Unternehmen in der nächsten Zeit an der Produktion von Elektroautos, möglicher Weise sogar eigener Modelle beteiligen werden, bleibt abzuwarten. Im Hinblick auf die aufzubauende Infrastruktur in Form von Service-Netz und E-Tankstellen hat der Wettbewerb längst begonnen. (autaro)

 

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Juni 29th, 2010

München, den 29. Juni (autaro) Die Allianz zwischen Fiat, nebst seiner Tochtermarken, und Chrysler beginnt Früchte zu tragen. So plant Fiat-Chef Sergio Marchionne insbesondere bei der Tochtermarke Alfa Romeo umfassende Erweiterungen der Modellpalette. Dies ist wichtig, da der Absatz der Marke in Europa im Jahr 2009 unter 100.000 verkaufte Fahrzeuge fiel, selbst Lancia verkaufte mehr Autos. Das bedeutet aber auch, dass die sportliche Marke Alfa Neuland betreten wird, war man doch bisher vor allem auf sportliche Limousinen und Kombis oder feine Cabriolets spezialisiert.

In Planung sind nun zwei neue SUVs, die voraussichtlich 2012 und 2014 auf den Markt kommen werden. Die Namen für die aufgebockten Alfa stehen noch nicht fest, möglicherweise wird in Chrom beim kleineren der beiden CXover und beim größeren DXover auf der Heckklappe stehen. Der Kleinere wird als Basis die Plattform der Alfa Giulietta nutzen, während der Große wohl auf der Plattform des neuen Jeep Cherokee stehen wird. Dass die amerikanische Technik Überhand gewinnen könnte, davor müssen sich eingefleischte Alfisti indes nicht fürchten. Gerade bei den Motoren wird klar Alfa das Sagen haben, ebenso bei den Getrieben. So sind für den kleineren lediglich Vierzylinder geplant, sowohl Diesel wie Benziner. Den Einstieg wird der 1,6-Liter-MultiAir-Benziner machen, der 115 Pferdestärken offeriert. Darüber rangiert der 1,8-Liter mit 140 PS und als Topmodell wird dieser wohl durch zusätzliche Aufladung über 200 Pferdchen mobilisieren. Daneben werden ein 1,6-Liter und ein 2,0-Liter Diesel mit 140 und 170 PS zum Einsatz kommen, außerdem ist eine Hybrid-Version in Planung. Letztere wird ein neu entwickeltes Doppelkupplungs-Getriebe nutzen, das auch mit dem optionalen Allradantrieb kombinierbar ist.

Für den Großen sind zwei Sechszylinder-Diesel in Planung, ein 2,8-Liter-V6 mit 197 PS und einen neuen 3,0-Liter-V6 mit vorerst 225 PS Leistung. Für die Top-Motorisierung wird ein Chrysler-V6-Benziner auf 3,3 Liter Hubraum verkleinert und durch die MultiAir-Einspritzung verfeinert. Leistung: 273 PS. Es dürfte aber alles in allem fraglich sein, ob zumindest das große SUV bei den Kunden ankommt. Vermutlich werden viele Kunden direkt zum Jeep Cherokee greifen. (autaro)

 

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Juni 28th, 2010

München, den 28. Juni (autaro) Skoda, das ist irgendwie Vernunft. Gute VW-Technik zu niedrigen Preisen, die meisten Tschechen verlassen als Kombi die Fertigungshalle, alles in allem meist unauffällige Familienkutschen mit mittlerer Motorisierung. Das geht aber auch anders. Mit dem neuen Fabia RS beispielsweise, der ab September zu den Kunden rollt. Prinzipiell gleich motorisiert wie der VW Polo GTI, macht der Kleine 226 Stundenkilometer Spitze und sprintet innerhalb von 7,3 Sekunden von Null auf Landstraßentempo. Unter den Kleinwagen ist er damit eindeutig einer der Schnellsten.

Die rasanten Fahrleistungen macht der doppelt aufgeladene 1,4-Liter-TSI aus dem Volkswagen-Regal möglich. Außerdem verfügt der RS über das elektronische Sperrdifferential XDS und bringt so die 180 Pferdestärken ohne übermäßigen Profilverlust der Reifen auf die Straße. Das Sportfahrwerk geht indes ein wenig ungehobelt zur Sache, macht dafür aber die Kurvenhatz oder den Slalom auf der Teststrecke zu einem reinen Vergnügen. Von dieser unfeinen Kleinigkeit einmal abgesehen, geriet der RS höchst alltagstauglich. Der Motor lässt sich auch im unteren Drehzahlbereich mit Nachdruck bewegen, was dem Verbrauch zugute kommt und die Nerven schont. Auch die perfekten Sitze tragen maßgeblich zu einem guten Langstreckenkomfort bei, längere Reisen muss auch in diesem Kompakten niemand mehr fürchten.

Im Gegensatz zu den GTI von Volkswagen werden die RS-Versionen auch als Kombi angeboten. Wer es also gelegentlich eilig hat, trotzdem aber Platz für Kind und Kegel benötigt, kann getrost einmal den Katalog von Skoda durchblättern. 21.500 Euro rufen die Tschechen für den RS auf – viel Leistung für wenig Geld. (autaro)

 

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Juni 24th, 2010

München, den 24. Juni (autaro) Der französische PSA-Konzern, ebenso Mitsubishi und Nissan wollen bereits Ende dieses Jahres, teilweise Anfang nächsten Jahres die ersten reinen E-Autos auf den Markt bringen. Kritiker der deutschen Automobilindustrie werfen den großen deutschen Herstellern vor, den Anschluss an diesen Wachstumsmarkt vertrödelt zu haben, ähnlich wie bereits mit dem Hybrid-Antrieb, den im Wesentlichen Toyota und Honda auf die linke Spur gebracht haben. Doch die deutschen Hersteller verweisen auf die alte Volksweisheit, dass gut Ding eben Weile haben wolle und kündigen an, schließlich die besten Elektroautos weltweit bauen zu wollen.

Der für 2013 geplante Golf Blue-e-motion wird über einen 115 PS starken Stromer verfügen, der ab der ersten Drehzahl 270 Newtonmeter Drehmoment auf das Getriebe loslässt. Wie bei E-Motoren üblich, kann auf mehrere Getriebestufen verzichtet werden, bis zur Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h fährt der E-Golf also in einem Gang. Nach einer ersten Ausfahrt mit der Vorserien-Version des Golf Blue-e-motion steht eines fest: der Umwelt-Golf macht seine Sache verblüffend unaufgeregt, weckt aber durchaus Emotionen. Das Fahrverhalten gleicht trotz des Mehrgewichtes von rund 300 Kilo durch die Lithium-Ionen-Akkus nahezu dem konventionellen Kompakten, lediglich das Motorengeräusch fehlt. Aus dem Motorraum ist nur ein leises Surren zu hören, das aber laut VW bis zur Serienreife gänzlich verschwunden sein wird. Da der Golf von Haus aus ein ausgesprochen leises Auto ist, werden Fahrten künftig also noch entspannter vonstatten gehen, denn auch Wind- und Abrollgeräusche sind bestens gedämmt.

Dank der zugunterbrechungsfreien Beschleunigung fühlen sich die 115 PS deutlich stärker an. Der Sprint von Null auf 100 vollzieht sich in gefühlten acht Sekunden, in Wirklichkeit sind es allerdings 11,8 Sekunden. Und einen weiteren Reiz hielt zumindest die Vorserien-Version bereit: bei beherztem Tritt aufs Gaspedal legt der Kompakte einen Kavalierstart in Reinform hin, inklusive quietschenden Reifen und schwarzen Spuren auf den Asphalt. Die Abstimmung der Elektronik wird solche Peinlichkeiten in der Serie zu verhindern wissen. Schade eigentlich, für wenige Sekunden waren wir noch einmal 18 – ohne schlechtes Gewissen. (autaro)

Golf-blue-e-motion

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Juni 24th, 2010

München, den 23. Juni (autaro) Seit der großen Finanzmarktkrise, die ihren Ursprung in den USA hatte, schien es so, als habe selbst die Nummer Eins unter den Energie vernichtenden Nationen dazugelernt. Nicht etwa, dass man ein Einsehen in die Endlichkeit fossiler Brennstoffe gehabt hätte – nein, Sprit wurde nur einfach auch in den USA und in Kanada teurer. Die Folge: kleinere und effizientere Autos gewinnen an Beliebtheit, selbst der Diesel wurde wieder gekauft.

Dass es aber noch immer Grotesken in die andere Richtung gibt, stellt nun die Edelmarke des japanischen Herstellers Nissan, Infiniti, eindrucksvoll unter Beweis. Mit dem Infiniti QX56, einem 2,7 Tonnen schweren SUV, das in der Länge 5,30 Meter und in der Breite stolze 2,03 Meter misst. Angetrieben wird das Ungetüm von einem 5,6-Liter-V8, der laut Nissan und US-Norm 14,7 Liter Super verbraucht. Im Stadtverkehr dürfte man freilich problemlos Werte zwischen 22 und 25 Litern realisieren. Da helfen auch die Benzindirekteinspritzung und partielle Zylinderabschaltung nicht weiter, ein Auto mit fast drei Tonnen Leergewicht und der Aerodynamik einer deutschen Schrankwand unterliegt wie alles den Gesetzen der Physik.

Im Innenraum gibt es dafür nichts, was es nicht gibt. Allein der Fahrersitz lässt sich zehnfach verstellen, ebenso wie praktisch alles andere elektrisch. Die Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe ist noch immer enorm und selbst die Passagiere Nummer sechs und sieben haben keinen Grund zur Klage. Fahren nur bis zu fünf Personen mit, verschwindet die zweite Rückbank auf Knopfdruck im Wagenboden und gibt dann Platz für jede Menge Ladegut frei. In diesen Tagen erscheint der Hausfrauenpanzer im Handel, zu Preisen ab 56.700 Dollar. Umgerechnet sind das rund 43.000 Euro für den beschriebenen automobilen Größenwahn. Nach Europa wird das 400-PS-Monster nicht exportiert. Vom hiesigen Verantwortungsbewusstsein gegenüber Ressourcenknappheit und Umwelt abgesehen, wäre der Infiniti XQ56 schlicht zu groß. (autaro)
Infiniti QX56

 

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Juni 22nd, 2010

München, den 22. Juni (autaro) Ausgerechnet auf den Namen Gazal-1 wurde der Klotz getauft, den Studenten der KSU-Universität Saudi-Arabiens entwickelt haben und den König Abdullah nun höchst selbst seinem Volk präsentierte. Gazal heißt zu Deutsch nämlich Gazelle, was spontan zu Assoziationen mit Leichfüßigkeit, Anmut oder Eleganz führt. Die 4,8 Meter lange, 1,9 Meter breite und knapp 2,4 Tonnen schwere Fuhre, die uns der Wüstenstaat nun beschert, basiert aber prinzipiell auf dem Mercedes G500, nutzt also einen Fünfeinhalbliter-V8-Benziner mit 388 PS und entsprechendem Durchschnittsverbrauch (im Mercedes G sind es nach ECE-Norm 14,7 Liter). Mit Gazelle hat das irgendwie nichts zu tun.

Dafür besticht der Gazal-1 mit überragender Geländegängigkeit (die wir bereits seit über 30 Jahren von der Mercedes G-Klasse kennen) und üppigem Fahrkomfort. Das Design liegt irgendwo zwischen dem größenwahnsinniger Bauten neureicher Ölmagnaten und Mandys Friseursalon, unten um die Ecke. Jedenfalls macht es deutlich: Parkplätze gibt es hierzulande noch genügend, ebenso wie fossile Brennstoffe.

Ebenso selbstbewusst wie das Design sind auch die Absatzprognosen. König Abdullah, der die Entwicklung des Fahrzeuges maßgeblich finanziert hat, rechnet mit 20.000 Einheiten pro Jahr. Ob sich das Vehikel allerdings auch außerhalb der Ölstaaten so prächtig verkaufen wird, wie vom König prophezeit, bleibt abzuwarten. (autaro)

Gazal-1

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Juni 21st, 2010

München, den 21. Juni (autaro) Eigentlich sollten bereits seit letztem Jahr die ersten Elektroautos aus dem Hause Luis in Ammersbeck herumfahren. Die Schlagzeilen, die das erste E-Auto namens „free“ ankündigten, überschlugen sich, schließlich sollte es sich um ein vollwertiges Elektroauto mit vier Plätzen zum Preis eines VW Polo handeln. Doch daraus wurde nichts, die in China gefertigten Basisfahrzeuge entsprachen in keiner Weise hiesigen Qualitätsstandards. Seither hängt das Projekt free übrigens in der Schwebe, ob und wann es auf den Markt kommen könnte – bislang alles unklar.

Doch Luis hat eine Alternative parat. Zwar musste auch der für Anfang 2010 geplante Marktstart des Luis 4U green verschoben werden, doch bis Ende des Jahres soll es nun klappen. Dann wird der Stromer im Geländelook, allerdings mit einfachem Frontantrieb, an die ersten Kunden ausgeliefert werden. Rein optisch hat das Fahrzeug eine frappierende Ähnlichkeit mit dem alten Daihatsu Terios, der in China nach wie vor als Benziner verkauft aber in Japan montiert wird. Ob es sich tatsächlich um einen Lizenzbau des Daihatsu handelt, wollte Luis nicht verraten. Es spricht aber alles dafür und es würde auch das Verschwinden der Qualitätsprobleme erklären. Für den Antrieb sorgt der sogenannte “DirectDrive”-Elektromotor, der Bremsenergie zurückgewinne kann, in Verbindung mit modernen Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus. Der Motor stellt bescheidene 27 PS zur Verfügung, stemmt dafür aber ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern auf die Vorderachse. Damit wird der 4U sicherlich keine Bäume ausreißen, müsste aber gut im Stadtverkehr mitschwimmen können. Die Höchstgeschwindigkeit stellt sich, je nach Softwarekonfiguration, bei 90 bis 120 Stundenkilometern ein, die Reichweite beträgt wenigstens 200 Kilometer. Außerdem sind die Akkus laut Hersteller in nur 20 Minuten zu mindestens 90 Prozent wieder aufgeladen, vorausgesetzt, es steht Starkstrom zur Verfügung. Wird der Luis an der heimischen Steckdose aufgeladen, muss man ihn schon übernacht stehen lassen. Für Freunde des Verbrennungsmotors will Luis den 4U übrigens auch mit Verbrennungsmotor und Erdgasbetrieb anbieten.

Von offizieller Seite sind verlässliche Angaben zur Preisgestaltung noch nicht erhältlich. Klar ist hingegen schon, dass der 4U green mit nahezu vollständiger Serienausstattung daherkommen wird und dass sich der Grundpreis deutlich unterhalb der 40.000-Euro-Grenze bewegen soll. (autaro)

Luis 4U green

Luis 4U green

 

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Juni 19th, 2010

München, den 19. Juni (autaro) Ab Herbst wird man den VW Amarok auch in Deutschland bestellen können, zunächst nur mit Doppelkabine und Zweiliter-Biturbo-TDI. Allerdings bietet sich nun erstmals die Gelegenheit, die für den europäischen Markt bestimmte Variante zu fahren, bisher musste unsere Redaktion mit der Südamerika-Version Vorlieb nehmen, wo Pickups einen wesentlich größeren Marktanteil haben. In Deutschland wird der Amarok TDI mit 163 PS und bulligem Drehmoment von 400 Newtonmetern ab 28.940 Euro erhältlich sein, dann in seiner Basisausführung mit reinem Heckantrieb. Wer den Allradantrieb dazu ordert, hat wenigstens 30.844 Euro auf dem Deckel stehen, wohlgemerkt in der nahezu spartanischen Grundausstattung. Die meisten Kunden werden wohl wenigstens zur Ausstattungslinie Trendline greifen, die das Nötigste an Annehmlichkeiten offeriert und mit Allradantrieb 34.629 kostet. Wer es krachen lassen will und auch bei einem kernigen Pickup Wert auf Chromschmuck legt, macht das Kreuzchen neben der Ausstattungslinie Highline, die als 4motion allerdings schon mit 37.169 bezahlt werden will – ein Wolkswagen ist eben kein billiges Vergnügen.am00171

Alles passt, nichts wackelt oder hat Luft

In der Basisversion muss der Fahrer zwar auf Luxus verzichten, nicht aber auf Solidität und passgenaue Verarbeitung. Im Innenraum finden sich robuste aber angenehme Stoffoberflächen und langstreckentaugliche, in dieser Klasse selten bequeme Sitze. Das Cockpit und alle weiteren Verkleidungen versprühen zwar den spröden Charme, den Hartplastik nun einmal sein Eigen nennt, aber unverkleidete Blechteile ersparen die Wolfsburger ihren Kunden ebenso wie Klapper- oder Knistergeräusche. Die Verarbeitung ist eben typisch Volkswagen. Wer Wert auf geschäumte Oberflächen und feinere Armaturen legt, sollte über die Highline-Ausstattung zumindest einmal nachdenken.
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Pickup mit zwei Gesichtern

Schon auf den ersten Metern offenbart der Amarok eine in dieser Klasse bislang unbekannte Langstreckentauglichkeit. Das Geräuschniveau bewegt sich auf PKW-Niveau und dank des gut gestuften Sechsganggetriebes, das sich überdies auch noch federleicht schalten lässt, kann der bullige Diesel immer im niedrigen Drehzahlbereich bewegt werden. Das kommt nicht nur dem Geräuschniveau auf längeren Strecken zugute, sondern auch dem Durchschnittsverbrauch. Die von VW angegebenen 7,8 Liter Diesel je 100 Kilometer lassen sich in der Praxis tatsächlich realisieren, reine Autobahnetappen bewältigt der Lademeister sogar mit deutlich weniger Kraftstoff. Apropos Lademeister: bereits die „zivile“ Version mit wirklich ordentlichem Federungskomfort darf stolze 862 Kilo Zuladung einpacken. Wem das nicht reicht, der kann ohne Aufpreis das HD-Fahrwerk ordern. HD steht für „Heavy Duty“ und ist für eine Tonne Nutzlast ausgelegt. Dieses Mehr an Kapazität erkauft man sich allerdings mit einem deutlichen Weniger an Fahrkomfort – das HD-Fahrwerk reicht jede Unebenheit an die Passagiere weiter und wird auf schnell befahrenen, unebenen Straßen unangenehm nervös. Das Fahrverhalten selbst ist allerdings narrensicher und das ESP ist zuverlässig und fein abgestimmt.

Der Amarok ist eine echte Wühlmaus

Seine Stärke sind allerdings nicht allein befestigte Straßen, auch im Gelände zeigt der Amarok, wo der Hämmer hängt. Unser Testwagen war zusätzlich mit hinterem Sperrdifferential Ausgerüstet, das noch mehr Traktion bietet, jedoch mit 672 Euro Aufpreis auch extra erkauft werden muss. In Verbindung mit dem Allradantrieb und der Getriebeuntersetzung (Untersetzung 2,7:1) wird der Pickup zur echten Wühlmaus. Schon im Standgas kann man ihn problemlos durchs Unterholz pflügen lassen, dank ordentlicher Bodenfreiheit und relativ kurzer Karosserieüberhänge sind auch harte Steigungen oder Senkungen kein Problem. Dazu kommen zwei zuverlässig arbeitenden Helferlein in Form einer Berganfahrkontrolle sowie einer Bergabfahrunterstützung. Ein Manko offenbart jedoch die Kombination aus einfachem Zuschaltallradantrieb und der kompromisslosen Untersetzung: auf festem Untergrund sind die Verspannungen zu extrem, der Allradantrieb kann hier nicht verwendet werden – für das Ziehen eines schweren Hängers ein echter Nachteil. Möglich allerdings, dass VW hier noch einen permanenten Allradantrieb mit Untersetzung nachreichen wird.

Fazit

Der VW Amarok schafft den schweren Spagat zwischen mustergültigem Fahrkomfort und kompromissloser Geländegängigkeit. Wer auf eine zulässige Nutzlast von 1.000 Kilo verzichten kann und das Kreuzchen neben dem HD-Fahrwerk auslässt, kann bequem und ohne Ermüdung auch weite Reisen bewältigen und genießt einen Fahrkomfort ähnlich wie im PKW. Abseits des Asphalts zeigt der Amarok dann sein zweites Gesicht, wühlt sich problemlos auch durch hartes Gelände und muss sich nicht vor Urgesteinen a la Jeep Wrangler oder Land Rover verstecken. (autaro)
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Juni 18th, 2010

München, den 18. Juni (autaro) Die 5er-Baureihe war einmal das Glanzstück von Peugeot, deutsche Automagazine betitelten ihn gar als „den Mercedes Frankreichs“. Doch in den frühen Neunzigern wurde der 505 schließlich vom 605 abgelöst, der sich vor allem außerhalb Frankreichs wegen eklatanter qualitativer Mängel denkbar schlecht verkaufte. Der 607 geriet zwar ein wenig zuverlässiger, doch auch er fristet ein Nischendasein. Daher liegt die Hoffnung der Franzosen auf dem für Ende 2011 geplanten Peugeot 508, der sowohl die mittlere Baureihe 407 als auch das Flaggschiff 607 ersetzen wird. Mit konsequent mutigem Design, wegweisender Technik und vor allem mit einer Top-Verarbeitung will Peugeot zu alten Größen auflaufen – das Image des gesamten PSA-Konzerns soll an ihm gewinnen.

Bei Betrachtung des Concept-Cars 5 by Peugeot, das die Franzosen auf dem Genfer Autosalon 2010 präsentierten, könnte dies durchaus gelingen. Eine gespannte Formensprache verleiht der Stufenhecklimousine Sportlichkeit und Dynamik, Details wie Türgriffe und Fensterlinie aus gebürstetem Aluminium wirken edel und elegant. Dazu kommen auffällige LED-Tagfahrleuchten in U-Form und großer, durchgehender Kühlergrill.

Doch auch unter der Haube präsentieren die Ingenieure möglicherweise wegweisende Technik. Denn vom Marktstart an soll der Peugeot 508 auch Diesel-Hybrid erhältlich sein. Das neue an diesem Konzept: der Dieselmotor treibt die hintere Achse an, während ein Elektromotor die vordere Achse antreibt. So ergibt sich auf einfache Weise eine Art Allradantrieb, was auch der Traktion Vorteile bringt. Der Selbstzünder verfügt über zwei Liter Hubraum und leistet 163 PS, während der E-Motor 37 PS zur Verfügung stellt. Gemeinsam sollen sie für überaus dynamische Fahrleistungen sorgen, sich aber dennoch mit einer CO2-Emission von 99 Gramm pro Kilometer begnügen. (autaro)
Conceptcar "5 by Peugeot"

 

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Juni 17th, 2010

München, den 17. Juni (autaro) Noch steht der indische Tata-Konzern mit seinen britischen Tochtermarken Jaguar und Land Rover ganz gut da. Sämtliche Modelle verkaufen sich gut, gerade bei Jaguar steigen die Absatzzahlen sogar kontinuierlich. Mit dem Topmodell Jaguar XJ, das gerade erst die Märkte erobern will, hat der Tata-Konzern schließlich auch gezeigt, dass er sich keineswegs der Moderne verweigert, so dynamisch und sportlich kam bislang kein Jaguar daher.

Sorgen macht man sich allerdings hinsichtlich der Geländewagensparte. Zwar gilt ein Range Rover noch immer als die Krone der noblen Offroader und verkauft sich sogar mit 510 PS starkem V8-Kompressor noch recht gut. Doch auf längere Sicht muss die Marke umweltfreundlicher werden, muss nicht nur die Dieselpalette weiter ausgebaut werden, sondern das gesamte Image grüner werden. Daher soll ein kleiner Range, wie er bereits 2007 schon als Studie LRX geplant war, entwickelt werden. “Auch zwischen dem großen Range Rover und dem Range Rover Sport ist noch Platz für ein weiteres Angebot”, so Carl-Peter Forster, Vorsitzender bei Tata-Motors.

Doch auch bei Jaguar wird man sich nicht auf den Erfolgen der jüngsten Vergangenheit ausruhen. Ein kleiner Sportwagen als Konkurrent von Audi TT, BMW Z4 oder Mercedes SLK ist in Planung und könnte bereits 2013 auf den Markt kommen. Darüber hinaus planen die Ingenieure eine Kombiversion der überaus erfolgreichen mittleren Baureihe XF. Schließlich wird voraussichtlich Ende nächsten Jahres die kleine Baureihe neu aufgelegt, der Nachfolger des X-Type wird ebenfalls als Limousine und als Kombi erhältlich sein. (autaro)

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