
Der Ausdruck Biokraftstoff, oder auch Biotreibstoff, bezeichnet Kraftstoff für Verbrennungsmotoren, der aus Biomasse gewonnen wird.
Biodiesel wird aus der Veresterung von Pflanzenöl mit Methanol gewonnen. Biodiesel ist dem fossilen Diesel sehr ähnlich und wird darum schon von vielen Fahrzeugherstellern für neu gebaute Automobile zugelassen. In Deutschland ist es zurzeit gesetzlich verordnet dem gewöhnlichen Diesel 7 % Biodiesel beizumischen.
Veresterung nennt man Verfahrung zur Gewinnung von Ester, das aus einer Reaktion einer Sauerstoffsäure und eines Alkohols unter Austritt von Wasser entsteht.
Reines Pflanzenöl kann als Treibstoff, wegen seiner Zähigkeit, nur für extra umgerüstete Fahrzeuge verwendet werden.
Ethanol wird in Deutschland vorrangig in einer Mischung von 85 % Ethanol und 15 % Benzin als Treibstoff verwendet und unter der Bezeichnung E85 verkauft.
BtL-Kraftstoff (Biomass to Liquid) wird aus Bioabfällen hergestellt und gehört zur 3. Generation flüssiger Treibstoffe. Der Kraftstoff wird durch Kohleverflüssigung nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren gewonnen. Die BtL- Kraftstoffe sind gewöhnlichem Benzin oder Diesel sehr ähnlich und können daher auch in alten Motoren verwendet werden. Die Gewinnung von BtL-Kraftstoffen befindet sich allerdings noch in der Pilotphase. Weitere, noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befindliche Biokraftstoffe sind:
Bio-1-Butanol, Octanol, Isoprenoidkraftstoffe und Biobenzin.
Aus Klimaschutzgründen und um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern, wurde in den letzten Jahren weltweit die Gewinnung von Biosprit gefördert. Neben den positiven Reaktionen aufgrund der Verringerung von Treibhausgasen, kommt es in letzter Zeit aber auch immer häufiger zu Kritik am Biosprit. Die exzessive Nutzung von Nahrungsmittelpflanzen als Kraftstoff wird immer häufiger kritisiert: So ist der Anstieg der Lebensmittelpreise, laut Aussagen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, vor allem durch die Produktion von Biokraftstoff ausgelöst worden.