Pkw-Reifen und insbesondere die Beschriftung der Reifenflanke sind entsprechend der europäischen Vorschrift ECE-R 30 genormt. Die Beschriftung der Reifenflanke beinhaltet alle für den Autofahrer wichtigen Informationen über den Reifen.

Zusätzlich können noch folgende Kennzeichnungen zu finden sein:
Die Reifenbreite wird in Millimetern angegeben. Die Querschnittsbreiten reichen bei den meisten Pkw-Reifen von nominell 125 mm bis ca. 335 mm. Die Breiten steigen jeweils in 10 mm Schritten. Reifen für neue Rad-Reifen-Systeme (z. Bsp. TRX-Reifen oder TDX-Reifen von Michelin) weichen in den Breitenmaßen von denen herkömmlicher Pkw-Reifen ab. Sie reichen von 160mm bis 240 mm. Die tatsächlichen Breiten weichen von den nominellen Breiten meist geringfügig ab und sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Da die Felgen bei verschiedenen Pkw unterschiedlich breit sind, kann es sein, dass auf bestimmten Fahrzeugen nur Reifen in Kombination mit speziellen Felgen oder nur Reifen eines bestimmten Herstellers montiert werden dürfen. Auch Schneeketten dürfen unter Umständen nur mit bestimmten Reifen und Felgenbreiten verwendet werden. Dazu sind die Angaben in den Fahrzeugpapieren des jeweiligen Pkw zu beachten.
Hier wird das Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnitts in Prozent angegeben.
Bei einem Reifen der 50er Serie (/50) ist die Reifenhöhe halb so groß wie die Reifenbreite. Ein Sonderfall sind Reifen der 80er und 82er Serie. Hier war früher die Bezeichnung ”.../80“ nicht üblich. In älteren Fahrzeugpapieren kann daher noch ”155 R 13“ stehen. Heute entspricht das der Bezeichnung ”155/80 R 13“.
R steht für Radial, die heute übliche Reifenbauart mit radial angeordneten Karkassfäden.
Der Diagonalreifen, der die Bezeichnung D trägt war bis zu den 60er Jahren Standard. Heute wird er nur noch für spezielle Automobile (z. Bsp. Oldtimer) produziert. Eine Mischbereifung, also Radial- und Diagonalreifen an einem Fahrzeug, ist laut StVZO § 36 nicht erlaubt.
Der Felgendurchmesser wird von Felgenrand zu Felgenrand diagonal gemessen und meistens in Zoll angegeben. Üblich sind Maße von 10 Zoll bis 20 Zoll. In Millimetern werden die Felgendurchmesser nur bei TD-Reifen von Dunlop, sowie bei TRX- und TDX- Reifen und dem PAX-System von Michelin angegeben. Hier reichen die Durchmesser von 315 mm bis 440 mm.
Jedem LI-Wert (Load Index Wert) wird in einer genormten Tabelle eine bestimmte Belastbarkeit des Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck zugeordnet. Der in den Fahrzeugpapieren angegebene LI-Wert ist ein Mindestwert. Die montierten Reifen müssen diesem Wert mindestens entsprechen, höhere Werte sind erlaubt. Die Zusatzbezeichnung Reinforced (12) findet sich bei Reifen mit besonders hoher Tragfähigkeit, z. Bsp. bei Kleinbussen, Geländewagen, Vans etc.
Das Geschwindigkeitssymbol oder der Speedindex ist ein Kennbuchstabe, der die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens bezeichnet.
Pkw-Reifen sind meistens schlauchlose Reifen. Das Einziehen eines Schlauchs ist in den meisten Fällen nicht zulässig und nur als Notbehelf bei einer Reifenpanne mit Luftverlust erlaubt. Genauere Auskunft hierzu kann auch immer der Reifenhersteller geben.
Bis zum Jahr 2000 galt folgendes Verschlüsselungssystem:
Die letzten drei Ziffern der so genannten DOT-Nummer zeigen das Herstellungsdatum an. Die ersten beiden Zahlen stehen für die Produktionswoche, die letzte ist die Endzahl des Jahres. Als Beispiel: 388 steht für die 38. Woche 1998. Dass es sich um die Neunzigerjahre handelt wird durch ein kleines Dreieck rechts neben der dreistelligen Zahl angezeigt.
Seit dem 01.01.2000 wird eine vierstellige Verschlüsselungsnummer verwendet. 0301 steht zum Beispiel für die 3. Woche im Jahr 2001.
Auf der Reifenseite sind rundum mehrmals die Buchstaben TDI, oder andere Zeichen, eingeprägt. In diesem Bereich geht das Profil nicht ganz in die Tiefe. Ist das Profil dann bis auf 1,6 mm abgefahren (gesetzl. zugelassene Untergrenze), liegen diese Stellen deutlich an der Oberfläche. Das bedeutet, dass die Verschleißgrenze erreicht ist. Die Reifen sollten allerdings schon wesentlich früher gewechselt werden. Bereits bei einem bis auf 3mm abgefahrenen Profil nimmt die Bodenhaftung bei Nässe deutlich ab.
Winterreifen sind mit den Abkürzungen M&S, M+S oder ähnlichen Abkürzungen bezeichnet. Ist laut Beschilderung ”Winterausrüstung“ vorgeschrieben, sind Reifen mit M&S-Symbol nötig. In Österreich wird hierzu auch eine Profiltiefe von mindestens 4 mm verlangt. In Deutschland gibt es diese Regelung nicht, unterhalb dieser Profiltiefe ist die Tauglichkeit bei winterlichen Wetterverhältnissen aber tatsächlich stark eingeschränkt.
Vor allem Reifen mit besonderer Profilgestaltung haben auf der Reifenflanke auch Bezeichnungen wie ”Drehrichtung, ”Rotation“ oder ”Direction“ und einen Laufrichtungspfeil. Diese Drehrichtung muss bei der Montage beachtet werden.
Das ”ECE-Prüfzeichen“ wird auf der Reifenflanke als ”e“ oder ”E“ angezeigt. Es steht für die Einhaltung der europäischen Norm (ECE-R 30). Seit dem 1.10.1998 ist die Kennzeichnung der Reifenflanke in Europa Pflicht. Wurde ein Pkw nach diesem Datum produziert, dürfen keine Reifen mehr ohne dieses Prüfzeichen montiert werde, Ein Fehlen des Prüfzeichens gilt als schwerer Mangel bei der TÜV-Untersuchung.
Runderneuerte Reifen sind mit einem ”R“ oder den Bezeichnungen ”runderneuert, ”retread“ oder ”retreaded“ beschriftet. Das Datum der Erneuerung wird in gleicher Weise wie das Herstellungsdatum angegeben.