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Tuning
Ratgeber Technik: Tuning

Auto-Tuning ist auch auf deutschen Straßen ein sehr aktuelles Thema: immer mehr Menschen begeistern sich dafür, ihre Autos individuell zu verändern und somit ein Unikat daraus zu machen. Große Tuningtreffen und Tuningmessen werden immer beliebter vor allem bei der jungen Generation. Das Tuning kann verschiedene Aspekte enthalten, welche auch kombiniert werden können. Diese Bereiche bestehen aus optischem Tuning, Leistungstuning und Audio-Tuning.

Optisches Tuning

Beim optischen Tuning geht es darum, sein Fahrzeug individuell nach eigenen Wünschen zu gestalten. Dafür gibt es viele vorgegebene Teile wie zum Beispiel Spoiler oder Seitenschweller. Wem das zu langweilig ist oder wer wirklidch ein Unikat aufbauen möchte, der kann seine Teile bei Spezialfirmen nach eigenen Vorstellungen in Auftrag geben oder (für geübte Heimwerker) selbst Teile bauen oder modifizieren.

Optisches Tuning kann aber auch daraus bestehen, dezent alle Merkmale des Originalwagens (wie zum Beispiel Markenzeichen) zu entfernen. Dieser Vorgang wird in der Fachsprache "Cleanen" genannt.

Der Fachmarkt bietet vielfältige Möglichkeiten, ein Fahrzeug optisch aufzuwerten. Um einige dieser Teile zu nennen:

Leichtmetallfelgen, komplette Bodykits, Auspuff, Spiegel, Chromanbauteile, Innenausstattung, modifizierte Karosserieteile wie zum Beispiel Motorhauben und vieles mehr.

Leistungstuning

Das Leistungstuning ist sehr beliebt, weil so einen sonst eher unscheinbaren Fahrzeug mehr Kraft gegeben wird, was mehr Fahrspaß garantiert.

Auch für diesen Bereich des Tunings gibt es vielerlei Möglichkeiten: von Sportluftfiltersystemen, Leistungschips bis hin zum Einbau eines anderen Motors sind dem Tuner praktisch keine Grenzen gesetzt. Voraussetzung dafür ist natürlich ein großes Budget. Zu beachten ist bei dem Einbau leistungsstärkerer Komponenten allerdings immer, dass zum Beispiel die verbauten Bremsen für die Motorleistung und die Höchstgeschwindigkeit ausreichend sind!

Beim Leistungstuning muss man allerdings zwischen dem legalen Tuning (zum Beispiel Chiptuning mit Eintragung) und dem illegalen Tuning unterscheiden. Illegal wird das Tuning, wenn Komponenten verbaut werden, für die es keine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) gibt. Ein Leistungszuwachs lässt sich beispielsweise auch durch das Entfernen des Katalysators erreichen, was allerdings nicht zulässig ist.

Audio-Tuning

Beim Audio-Tuning geht es dem Tuner darum, in seinem Fahrzeug eine ideale Musikanlage zu verbauen, die außerdem optisch heraussticht. Hier lässt sich ein Schnittpunkt mit dem optischen Tuning erkennen: aufwändige Kofferraumausbauten zum Beispiel machen sowohl optisch als auch audiotechnisch etwas her.

Für den Audiotuner gibt es preislich keine Grenzen, weil die einzelnen Komponenten bei guter Qualität und Leistung sehr teuer sind.

Im groben besteht eine solche Car-HiFi-Anlage aus: Radio; Verstärker; Hochtöner; Mitteltöner; Tieftöner/Bass; Spannungskondensator. Viele Audiotuner verbauen mehrere Verstärker, um ihre leistungsstarken Tieftöner (=Subwoofer) mit Leistung zu versorgen.

Viele Tuner vereinen diese drei Tuningaspekte und bauen ein Gesamtwerk auf, was allen drei Bereichen entspricht.

Rechtliche Aspekte

Dem Audio-Tuning sind rechtlich keine Grenzen gesetzt: hier ist alles erlaubt.

Auch bei optischen Anbauteilen (sofern diese nicht gefährlich sind) gibt es meist keine Probleme. Gefährlich sind zum Beispiel scharfkantige Heckspoiler oder zu eng am Radkasten aufliegende Aluminium-Felgen. Solche müssen meist beim TÜV "eingetragen" werden. Wenn ein entsprechendes Teilegutachten bzw. eine ABE existiert, ist diese Eintragung meist kein Problem, kostet aber etwas.

Beim Leistungstuning ist es im Prinzip möglich, für entsprechendes Geld sehr viele der angebotenen Tuningkomponenten legal einzubauen. Diese müssen allerdings (falls keine ABE vorhanden ist) beim TÜV geprüft und in den Fahrzeugschein engetragen werden. Verbaut man beispielsweise einen Sportluftfilter, für den es eine Allgemeine Betriebserlaubnis gibt, so kann dieser beim TÜV eingetragen werden und ist somit legal.

Wichtig für alle Tuner, die ihre Fahrzeuge nicht nur bei öffentlichen Rennen oder Tuningtreffen präsentieren, ist, dass durch jegliche Veränderung an der Leistung des Fahrzeugs dessen Versicherungsschutz und Betriebserlaubnis erlöscht. Dies hat zur Folge, dass nicht eingetragene Komponenten zum Beispiel im Falle eines Unfalls ein Problem darstellen können.

Tuner, die ihre Fahrzeuge nur zu Showzwecken aufbauen, müssen sich an keine Vorgaben halten. Hier sind Phantasie und Umsetzung keine Grenzen gesetzt. Doch sobald das modifizierte Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr bewegt wird, müssen alle Bauteile legal bzw. vom TÜV eingetragen sein.